Allein im norddeutschen Lüdersdorf stellt die Kamps Brot- und Backwaren GmbH 8000 Toastbrote in der Stunde her. Bekannteste Marken sind Golden Toast und Lieken Urkorn. Angesichts der dafür erforderlichen lückenlosen Logistikkette und der Tatsache, dass es sich beim Hefeteig um eine lebende Masse handelt, die schonend zu verarbeiten ist, kommt der Prozesssicherheit eine maßgebliche Bedeutung zu. „Wir können die Produktion bei einer Störung nicht einfach anhalten, wie das in anderen Branchen vielleicht möglich ist“, unterstreicht Kim Folmeg, Plant-Manager bei Kamps
Das Unternehmen arbeitet im Dreischichtbetrieb an sechs Tagen pro Woche. „Sämtliche Komponenten in unseren Anlagen müssen höchste Verfügbarkeit und Sicherheit erreichen und sich dabei auch schnell und einfach warten lassen“, ergänzt Folmeg und setzt deshalb seit Jahren auf Getriebemotoren von Getriebebau Nord. Rund 1200 Antriebe sind im Einsatz. Typische Aufgaben sind das Pumpen von Rohstoffen zu den Mischern mit ihren Knetwerken bis hin zum Transport des Teiges durch die fünf Produktionslinien hinein in die Backstraßen. Im Falle einer Störung sind kurze Reaktionszeiten gefragt, um teuren Produktionsausfall zu verhindern. „Wir reden hier von Serviceeinsätzen innerhalb weniger Stunden. Die räumliche Nähe zu Getriebebau Nord war deshalb ein wesentliches Entscheidungskriterium bei der Auswahl der Antriebstechnik“, sagt Birger Schmidt, verantwortlich für die Betriebssicherheit bei Kamps. „Schließlich verarbeiten wir bei Vollauslastung 400 t Teig pro Tag.“
Die Backstraßen, bestehend aus Vor- und Ausbackofen, sind bis zu 60 m lang. Immer wieder kontrolliert der Bäcker den Backprozess und die Temperatur des Ofens. Wenn das Brot ausgebacken ist, muss es zunächst auskühlen. Nach dem Schneiden und Verpacken wird es durch nochmaliges Erhitzen pasteurisiert. Dieser Vorgang deaktiviert Schimmelpilze und macht das Brot haltbar.
26 Handwerker und Haustechnik sind bei Kamps im Dreischichtbetrieb im Einsatz. Sie sorgen dafür, dass keine Linie steht. Damit Wartungs- und Servicearbeiten schnell erledigt sind, hat Nord die Getriebemotoren mit Steckverbindern ausgerüstet. So sind auch Schlosser in der Lage, die Antriebseinheiten zu wechseln. Ein weiterer Aspekt bei der Konzeption der Antriebstechnik war ein möglichst geringer Aufwand für die Lagerhaltung von Ersatzteilen. Einerseits führen unterschiedliche Aufgaben innerhalb des Prozesses zu differierenden Auslegungen der Antriebstechnik, erhöhen aber andererseits die Variantenvielfalt mit hohem Platzbedarf, aufwendiger Lagerverwaltung und totem Kapital für vorzuhaltende Getriebemotoren.
Kamps und Getriebebau Nord sind diesem Spagat mit Standardisierung begegnet, soweit dieses technisch machbar und vernünftig war. Ein Beispiel dafür ist die Entscheidung, alle Getriebe – selbst für hygienisch unkritische Bereiche wie nachgeschaltete Logistikabläufe – durchgängig mit Lebensmittelöl (H1) zu befüllen. „Grundlage für die Standardisierung ist, mit einem Antriebstechnikhersteller zusammenzuarbeiten, der selbst über ein durchgängiges System verfügt, mit dem sich alle unsere Aufgaben sehr gut lösen lassen“, erläutert Kim Folmeg. Die Partnerschaft mit Nord passt sowohl technisch als auch menschlich. „Wir fühlen uns bei Nord gut aufgehoben. Statt über Preise zu feilschen, geht es uns vornehmlich um Vertrauen und kompetente Beratung“, fügt Schmidt an.




