Peter Jachmich
Der CryoAkku von Messer Griesheim nutzt flüssigen Stickstoff als Kühlmittel. Dieser wird in den plattenförmigen, vakuumisolierten Behälter im Kopfraum des Isoliercontainers gefüllt. Dort verdampft er durch die Aufnahme der Laderaumwärme. Über eine Öffnung an der Oberseite des CryoAkkus entweicht der Stickstoff und kühlt so Tiefkühl- und Frischdienstware. Beim Übergang vom flüssigen in den gasförmigen Zustand nimmt das Volumen des Stickstoffs um etwa das 700fache zu, wodurch eine hervorragende Übertragung der Kälteenergie gewährleistet ist. Die Kühlleis-tung des CryoAkkus kann durch die Stärke der Vakuumisolation an die gewünschte Kühltemperatur – beispielsweise -20 °C, +2 °C, +7 °C – angepasst werden. Die Abmessungen des CryoAkkus sind so gewählt, dass der nachträgliche Einbau in praktisch alle gängigen Container möglich ist.
Stickstoff ist ein inertes, reaktionshemmendes Gas, das sich neutral gegenüber Lebensmitteln verhält. Er kann deshalb problemlos mit der Ware in direkten Kontakt gebracht werden. Stickstoff ist mit 78% Hauptbestandteil der Luft und wird aus dieser durch Abkühlung gewonnen. Bei -196 °C und Atmosphärendruck liegt Stickstoff in flüssiger Form vor. Bei der Nutzung des flüssigen Stickstoffs zum Kühlen erwärmt sich dieser und entzieht dabei dem Container etwa 363 kJ/kg an Wärmeenergie. Selbst bei längeren Wartezeiten der Kühlcontainer in den Märkten bis zur Verräumung der Ware ist deren Qualität gesichert. Der Stickstoff wird in standardisierten Tanks bereitgestellt, deren Größe an die erwartete Verbrauchsmenge angepasst ist. Verbraucht wird nur die Kühlmittelmenge, die dem tatsächlichen Kühlbedarf entspricht.
Die erreichbaren Kühlzeiten sind überzeugend: 24 Stunden, 36 Stunden oder mehr sind möglich. Den Anforderungen der Logistik entsprechend, wird die notwendige Kühlmittelmenge komfortabel über eine Füllstation in den Container gefüllt. Das Bedienpersonal wählt per Knopfdruck zwischen drei Füllmengen und den sich daraus ergebenden Kühlzeiten aus. Ein ausgedrucktes Selbstklebeetikett kann den Zeitpunkt der Befüllung und die daraus resultierende Kühldauer ausweisen.
Durch sein breites, flexibel wählbares Temperaturspektrum eignet sich der CryoAkku für nahezu jeden Anwendungsfall. Bei einer Menge von 10 bis 50 Containern wird die Füllstation mit nur einem Füllpunkt bestückt – eine bedarfsgerechte und gleichzeitig wirtschaftliche Lösung. Für mittlere Bedarfsfälle mit einigen hundert Containern ist eine Füllstation mit drei Füllpunkten optimal. Dabei können drei Container, die normalerweise auf einem Flurförderfahrzeug stehen, gleichzeitig befüllt werden; der Warenfluss wird spürbar beschleunigt. Für große Warenumschläge ab etwa 500 Containern bietet Messer Füllstationen an, mit denen sich insgesamt sechs Container gleichzeitig befüllen lassen. Eine reibungslose Übergabe, etwa aus dem Tiefkühl-Lager, ist somit unter allen Bedingungen sichergestellt. Alle drei Varianten hat Messer bereits erfolgreich realisiert.




