Döhler verarbeitet Fruchtkonzentrate und „Not From Concentrate“ (NFC) zu wichtigen Halbfertigprodukten. Viele bekannte Getränkemarken nutzen sie als Grundlage für ihre eigenen Rezepturen – vom Supermarkt bis zur Gastronomie. Das deutsche B2B-Unternehmen Döhler betreibt weltweit 30 Standorte, darunter zwei in den Niederlanden: In Oosterhout entstehen Blends, in Roggel vor allem alkoholische Getränke.
Rohmaterialhandling mit 105 Tanks
Am Standort Oosterhout verarbeitet die Aufbereitungsabteilung große Mengen eingehender Rohstoffe. Die meisten davon kommen in flüssiger Form mit unterschiedlicher Viskosität an – ausgenommen einige Zusatzstoffe. Manche Stoffe werden in Fässern oder Behältern geliefert, häufigere oder lose Materialien hingegen per Tankwagen. Diese flüssigen Rohstoffe lagert das Werk in insgesamt 105 OV-Tanks.
Die in Fässern angelieferten Stoffe werden nach dem Prinzip „just in time“ genau dann in die Produktionslinie eingebracht, wenn sie gebraucht werden. Die Materialien aus den Tankwagen hingegen werden meist zuerst in den OV-Tanks zwischengelagert.
Nach der Verarbeitung in einer der zwölf Produktionslinien gelangen die Halbfertigprodukte in die Verpackungsabteilung, von wo aus sie an die Kunden verschickt werden. Die Verpackungsgrößen variieren dabei: Von großen IBC-Containern mit 1000 l und 250-l-Fässern bis hin zu kleineren Bag-in-Box-Behältern mit sechs bis zehn Litern.
Bisher manuelle Messungen
Die OV-Tanks fassen zwischen 50 und 1000 m3 Flüssigkeit. Bisher wurden ihre Füllstände mit einem einzigen tragbaren Radar-Füllstandsensor gemessen. Projektingenieur Niels van den Hooven erklärt:
„Wir nutzten einen Radarsensor von Vega, der auf einem Stativ befestigt und auf der oberen Luke des Tanks platziert wurde. Jede Woche haben wir mehrere Tanks gemessen und die Daten per Excel in Volumen umgerechnet. Alle 105 Tanks konnten wir so nicht überprüfen. Einige waren wegen fehlender Plattformen gar nicht zugänglich. Dort haben wir die Füllstände anhand der Ein- und Ausgänge geschätzt – was in der Praxis oft ungenau war.
Risiken ungenauer Schätzungen
Zuverlässige Schätzungen setzen voraus, dass keine Materialverluste auftreten. Dies ist in jeder Fabrik eine unrealistische Annahme. Van den Hooven ergänzt: „Selbst kleine Verluste summieren sich über die Zeit oder viele Rezepte hinweg. Das macht die Schätzungen unzuverlässig.“ Diese Ungenauigkeiten führten zu Problemen: „Manchmal dachten wir, 25 t seien im Tank, tatsächlich waren es nur 20. Dann mussten wir schnell reagieren. Umgekehrt kam es auch vor, dass Tanks überfüllt wurden, weil mehr Material drin war als geschätzt. Das passiert, wenn der Überblick über die Bestände fehlt“, so Van den Hooven.




