dei: Herr Jung, am Anfang eines jeden Projektes steht immer eine Idee. Welche Idee steht hinter der Entwicklung der Aluminiumflasche Fusion?
Jung: Fusion wurde entwickelt, um für Getränke neue Zielgruppen und damit neue Märkte zu erschließen. Wir haben uns ausführlich mit der Frage beschäftigt, welche Anforderungen an eine moderne Getränkeverpackung gestellt werden – insbesondere von den eher trendbewussten, jungen Erwachsenen, die aktiv auf der Suche nach Lifestyleprodukten sind. Design, Individualismus und Emotionalität sind dabei wichtige Kategorien. Gleichzeitig sind aber auch die praktischen Gesichtspunkte entscheidend. Verbraucher möchten beides: Produkte, die praktisch und trendig sind. So kamen wir auf die Idee, die Aluminiumflasche so weit zu verbessern, dass sie auch für die Großserienproduktion rentabel ist. Denn die Verbindung von Getränkedose und Flasche bietet viele Vorteile: Die Aluminiumflasche ist bruchsicher, leicht, schnell zu kühlen, ideal zum Mitnehmen und liefert dabei praktische Einzelportionen. Und sie ist wiederverschließbar.
dei: Welche technologischen Schritte mussten unternommen werden, um mit der Aluminiumflasche in Großserienproduktion gehen zu können?
Jung: Um die Aluminiumflasche rentabel zu machen, mussten wir uns in erster Linie mit dem Gewicht der Flaschen auseinandersetzen – nicht nur aus ökonomischen, sondern auch aus ökologischen Gründen. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, mit dem Tiefziehverfahren die gleiche Technik anzuwenden, wie sie auch bei der normalen Getränkedosenproduktion eingesetzt wird. So konnten wir maximale Stabilität mit minimalem Gewicht kombinieren. Im Vergleich zu extrudierten Alu-Flaschen liegt der Materialeinsatz von Fusion bei etwa 50 %. Aber bis dorthin war es ein langer Weg. Insgesamt haben wir mehr als sechs Millionen Euro in die fünfjährige Entwicklung investiert. Dass Fusion aber jetzt in die Serienproduktion gegangen ist, ist für unser Unternehmen ein Meilenstein – und ein technologischer Durchbruch.
dei: Herr Strunck, ein Durchbruch war es sicherlich auch für Sie persönlich – schließlich haben Sie das erste Getränk in der neuen Aluminiumflasche in Deutschland auf den Markt gebracht. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Rexam?
Strunck: Das erste Mal bin ich im Rahmen der Brau 2007 auf Rexam aufmerksam geworden. Damals war Fusion noch als Prototyp in Übergröße ausgestellt und ich war sofort begeistert. Genau ein Jahr später, auf der Brau 2008, habe ich dann Nägel mit Köpfen gemacht und den Kontakt zu den Rexam-Verantwortlichen gesucht. Ich bin ins Rexam Head-Office nach Luton in England gereist und habe mich dort ausführlich mit Stephen Howell, dem Innovation Manager von Rexam, unterhalten. Noch vor Weihnachten 2008 gab es dann eine größere Gesprächsrunde im Berliner Rexam-Werk. Das war der Startschuss für unsere Zusammenarbeit.




