Walter Sonntag
Kampffmeyer Food Innovation ist ein Joint Venture zwischen Europas größter Mühlengruppe, der Hamburger VK Mühlen AG, und der dänischen Palsgard A/S, einem weltweit führenden Hersteller von Emulgatoren und Spezialrohstoffen. Innerhalb der Kampffmeyer-Gruppe ist das Unternehmen auf die Veredelung pflanzlicher Rohstoffe spezialisiert. Die Geschäftstätigkeit umfasst die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb innovativer Ingredienzen, Compounds und Fertigmischungen. Abnehmer der Produkte sind insbesondere das Backgewerbe und die Lebensmittelindustrie. Aber auch die chemische, pharmazeutische und kosmetische Industrie zählen zu den Kunden von Kampffmeyer Food Innovation.
Zu den Produkten des IFS-zertifizierten Unternehmens gehören beispielsweise expandierte Cerealien, Fettpulver, Nährstoffkonzentrate für Backwaren, funktionalisierte Getreidemahlerzeugnisse und Getreidespezialitäten, verschiedene Health-Ingredients sowie Textur- und Bindesysteme. Der jährliche Produktionsausstoß beläuft sich bei physikalisch bearbeiteten Mehlen auf 5000 t und bei den so genannten intelligenten Compounds auf 30 000 t.
Kampffmeyer Food Innovation beauftragte AZO mit der Planung einer Gesamtanlage für Ingredients, Compounds und Backmischungen, inklusive aller Anlagenbereiche entlang der Prozesskette Extrudieren, Trocknen, Mahlen, Sichten, Mischen, Abfüllen, Verpacken sowie dem vollautomatischen Handling von Schüttgütern und flüssigen Komponenten. Weiterhin beinhaltete der Auftrag die Einbindung sämtlicher Steuerungen für diese und vom Kunden bereitgestellte Anlagenkomponenten in das Prozessleit- und Visualisierungssystem Kastor, das mit einer AS 400 verbunden ist. Kastor ermöglicht zudem über eine Bar-code-Identifizierung eine Produktverfolgung von der Rohstoffaufgabe bis hin zum fertigen Produkt. Sämtliche Produktionsbereiche werden über Intouch visualisiert, so dass der Kunde jederzeit einen Überblick über den Gesamtprozess hat.
Bei der Realisierung des Auftrages hatten die AZO-Spezialisten verschiedene Vorgaben zu beachten: Als Lieferant hochwertiger Vorprodukte für die Lebensmittelindustrie forderte Kampffmeyer Food Innovation eine lückenlose Chargenrückverfolgung gemäß EU 178 sowie weitgehend automatisierte Prozessabläufe, bei denen manuelle Eingriffe auf ein Mindestmaß reduziert sind. Des Weiteren sollte das Anlagenkonzept reinigungsfreundlich und so flexibel sein, dass Rezepturen, die aus bis zu 20 Rohstoffen bestehen können, problemlos abgearbeitet werden können. Kampffmeyer wünschte ferner eine klare Linienzuordnung für die Misch- und Extrusionslinie. Flexibilität war auch bei der Verpackung der verschiedenen Fertigprodukte gefragt, die in Säcken, Big Bags oder Silofahrzeugen ausgeliefert werden. Außerdem sollen innerbetrieblich erzeugte Getreideveredlungsprodukte automatisch über Silos der Mischlinie zugegeben werden können.




