Markus H. Gericke
Aus Milch lassen sich hochwertige Zuschlagstoffe für Nahrungsmittel wie Milchpulver in vielfältiger Ausprägung, Milchserum süß, Milchserum entmineralisiert, Proteine, Lactose oder Milchpermeate herstellen. Speziell bei der Herstellung und Verarbeitung von Milchpulver oder Milchpulverderivaten ist eine hohe Produktionsleistung gefordert, die zwischen 4 und 12 t/h variieren kann. Der reibungslose Transport der Stoffe innerhalb des Produktionsprozesses ist dabei für die Qualität der Erzeugnisse entscheidend. Die Anforderungen an ein Fördersystem in diesem Bereich umfassen demnach hohe Zuverlässigkeit, um die häufig kontinuierlich gestalteten Prozesse nicht zu unterbrechen, Beibehaltung oder gezielte Veränderung der Produktdichte, geringe Erhöhung des Feinanteils während des Transports, Minimierung des Fettaustritts während der Förderung sowie hygienische Ausführung.
Wird zum Beispiel Lactoserum über pneumatische Dünnstromförderung (Produkteintrag in die Rohrleitung mittels Zellenradschleusen) zu 120 m entfernten Lagersilos transportiert, stellen sich Transportgeschwindigkeiten von 20 bis 25 m/s in der Rohrleitung ein. Bei dieser hohen Fördergeschwindigkeit ist regelmäßig ein Aufbau des Produkts entlang der Förderleitungen zu beobachten, der zu einer Reduktion der Förderleistung bis hin zu einer kompletten Unterbrechung der Förderung führen kann. Die Betriebsunterbrechung und der hohe Aufwand für die Demontage und Reinigung der Rohrleitungen führt dann zu einem ineffizienten Einsatz der Sprühtürme sowie zu hohen Reinigungs- und Personalkosten. Insbesondere bei empfindlichen oder kohäsiven Produkten sollte die Dünnstromförderung vermieden werden. Aufgrund ihrer hohen Fördergeschwindigkeit kann sie zu erhöhtem Produktabrieb und Anbacken von Produkt in der Rohrleitung führen. Zudem entstehen Fettablagerungen, die hygienische Probleme schaffen.
Gericke setzt für solche Prozesse Dichtstromfördersysteme, insbesondere das patentierte System PulseLine ein. Dieses System reguliert automatisch und bedarfsorientiert die Zuführung der Förderdruckluft. Im Gegensatz zu mechanischen Fördergeräten bieten diese pneumatische Förderanlagen folgende Vorteile:
- absolut staubdicht
- geringe Unterhaltskosten
- sehr zuverlässig, wenig Betriebsausfall
- gute und vollständige Integrierbarkeit in bestehende Anlagen
Ein Dichtstromfördersystem besteht aus einem Druckbehälter, der mit einer Klappe druckdicht abgeschlossen werden kann. Nachdem der Druckbehälter mit dem Fördergut befüllt und die Klappe geschlossen ist, wird der für die Förderung notwendige Druck aufgebaut und das Fördergut in die Rohrleitung eingebracht. Erfolgt das Einblasen der Förderluft taktweise, bildet sich eine Pfropfenströmung. Solche Fördersysteme eignen sich für den Transport von sehr feinen Pulvern und für Granulate. Die Förderdistanzen können bis zu mehreren hundert Metern betragen. Bei Dichtstromfördersystemen kann eine hohe Konzentration des Fördergutes im Fördermedium von 15 bis 80 kg Produkt/kg Gas erreicht werden.




