Mit 44 % des Weltmarktes ist Europa der größte Markt für pflanzenbasiertes Fleisch. Innerhalb Europas stellt Deutschland den umsatzstärksten Markt dar: Nach Angaben des EU-Projekts Smart Protein hat sich der jährliche Umsatz im Bereich von pflanzenbasierten Lebensmitteln in Deutschland allein zwischen 2018 und 2020 fast verdoppelt – auf 817 Mio. Euro. Zudem gehören Deutschland und Europa zu den potenziell größten Märkten für kultiviertes Fleisch.
Die Tierhaltung ist für 20 % aller globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich und trägt maßgeblich zum Verlust von Biodiversität, zur Abholzung von tropischen Wäldern, zum Auftreten von Antibiotikaresistenzen und zur Entstehung von Pandemien bei. Untersuchungen zeigen, dass pflanzenbasiertes Fleisch bis zu 90 % weniger Emissionen verursacht und bis zu 99 % weniger Land verbraucht als die entsprechenden Produkte aus der Tierhaltung.
Im Bereich von pflanzenbasierten Fleisch-, Eier-, Milch- und Fischprodukten haben die deutschen Unternehmen im vergangenen Jahr Investitionen in Höhe von 69,2 Mio. Euro angezogen. Dabei sticht der Börsengang des Berliner Herstellers für vegane Lebensmittel Veganz Ende 2021 heraus, mit dem das Unternehmen fast 50 Mio. Euro für die weitere Geschäftsentwicklung einsammeln konnte. Der Börsengang von Veganz zeigt, dass der pflanzliche Sektor allmählich reift und Investitionen anzieht, die über die reine Finanzierung mit Venture-Kapital hinausgehen, die eher für Start-ups geeignet ist.
Die Investitionen in Unternehmen für Fleisch und Fisch aus Zellkultivierung und für Fleisch- und Milchprodukte aus Fermentation sind in Deutschland stark angestiegen. Unternehmen, die an der Kultivierung von Fleisch und Fisch arbeiten, konnten Investitionen in Höhe von 8,1 Mio. Euro einsammeln. Im Bereich Fermentierung hat das Berliner Unternehmen Formo – ein Hersteller von tierfreien Käseprodukten – die bislang größte Series-A-Finanzierungsrunde im Bereich Lebensmitteltechnik in Europa verzeichnen können. Die in Deutschland getätigten Investitionen im Bereich Fermentierung stiegen gegenüber 2020 um 247 % auf 44,0 Mio. Euro.
Investitionen nehmen auch weltweit stark zu
Diese Zahlen sind Teil der vom Good Food Institute veröffentlichten Daten für die weltweite Investitionstätigkeit im Bereich alternative Proteine. Diese zeigen, dass 2021 auch im globalen Maßstab ein Rekordjahr für Investitionen war. Unternehmen im Bereich alternative Proteine erhielten weltweit rund 4,8 Mrd. Euro an investiertem Kapital, wobei hierbei Transaktionen am Kapitalmarkt wie Börsengänge, Übernahmen und Fusionen nicht eingerechnet sind. Das sind 60 % mehr als die 2,8 Mrd. Euro, die im Jahr 2020 eingeworben werden konnten und fünfmal so viel wie die 0,9 Mrd. Euro im Jahr 2019. Seit 2010 haben Unternehmen im Bereich alternative Proteinquellen insgesamt 9,9 Mrd. Euro an Investitionen erhalten – davon entfielen 73 % auf die letzten zwei Jahre, was die starke Dynamik in diesem Bereich zeigt.




