Das Unternehmen Spreewaldhof ist weit über die Landesgrenzen hinaus für seine Gurken bekannt. Doch wer zusätzlich zu den Gurken auch noch andere Produkte der Landwirtschaft bevorzugt, findet ein kulinarisches Paradies vor: Insgesamt 50 verschiedene Sauer- und Obstkonserven umfasst das Programm des ostdeutschen Unternehmens. Darunter befinden sich allein Gurkenprodukte in 20 Geschmacks- und Größenvariationen, die auf dem 64 Hektar großen Gurkenfeld neben der Betriebsstätte reifen. Mit einer Größe von umgerechnet 128 Fußballfeldern ist dies Deutschlands größtes, zusammenhängendes Gurkenfeld. Das Unternehmen fällt auch mit anderen Superlativen auf dem Gebiet der Produktionstechnik auf. Sechs hochmoderne Produktionsstraßen, die in dieser Form einmalig in Europa sind, befinden sich auf 60 000 m2 bebauter Fläche.
Als Fertigprodukt verlassen jährlich 65 000 t Sauerkonserven das Werk im Grünen, das entspricht 4000 Lkw-Ladungen. Das Ziel ist neben dem deutschen Handel auch das europäische Ausland und Übersee. Um die Gläser und Dosen mit den Spreewald-Spezialitäten zum Versand auf die Palette zu bekommen, wird Hightech aus Dortmund verwendet. Paro-Roboteranlagen werden in zwei unterschiedlichen Standorten eingesetzt. Eine Anlage verarbeitet dabei mithilfe von Vakuum- saugern Gläser und Dosen, der andere Roboter nutzt einen Kombigreifer aus Klemmbacken und Saugern, um Kartons mit Stülpdeckel und Zwischenlagen zu palettieren. Die Palettierroboter von roTeg sind modular konzipiert. Je nach Anwendung werden die benötigten Komponenten auf die Bedürfnisse ausgelegt oder ergänzt. So sind die Ausleger und Verfahrachsen der Roboter in verschiedenen Längen erhältlich. Die am Boden montierte Verfahrachse ist technisch gesehen sogar bis zu 100 m Länge lieferbar. Aus der Basiseinheit des Paro wird eine Robotereinheit mit einer auf die Anforderung abgestimmten Konfiguration, bestehend aus der am Boden montierten Verfahrachse, Ausleger in Kurz- oder Langarmvariante und Greifermodulen mit fallweise spezieller Handhabungstechnik oder Sensorik. Hieraus ergeben sich verschiedene Robotermodelle, die sich aufgrund ihrer Dimensionen und Leistungsdaten unterscheiden. Im Fall von Spreewaldhof wird ein Vier-Achs-Roboter in Langarmausführung zur Arbeit in Palettenlängsrichtung verwendet. Die am Boden montierte Verfahrachse ist im Werk Schöneiche in solider Schwerlastausführung konzipiert worden. Dies ist auch notwendig, denn die Produkte sind schwer: Mit bis zu 15 kg pro Großdose befinden sich satte 75 kg am Ausleger des Roboters, der in einem Arbeitsgang gleich fünf Dosen auf einmal befördert. Dies ist auch notwendig, denn die Ausbringungsmenge beträgt bei diesem Produkt 1800 Dosen pro Stunde.
Bei anderen Produkten mit geringerem Füllgewicht und folglich höherer Packstückzahl steigt die Anzahl der zu palettierenden Konserven noch einmal entsprechend. Bis zu 4800 Packstücke pro Stunde können infolgedessen in den Palettierbereich einlaufen. Hierbei kommt ein weiterer Pluspunkt des Systems hinzu: Der Greifer ist modular aufgebaut und besteht aus einer Schiene mit Vakuumsaugern. Die Position der Sauger und deren Durchmesser ist hierbei auf die zu verarbeitenden Packstücke abgestimmt. Ändert sich die Packstückgröße und damit die Aufnahmeposition, so kann die Position des Saugers nachjustiert oder die ganze Schiene ausgetauscht werden. Der Clou: Eine zweite Schiene kann zusätzlich per Schnellverschluss eingesetzt werden, um die Aufnahmekapazität des Palettierers pro Hub noch weiter zu erhöhen.




