Sabine Koll
Das Thermobox-Thermometer TBI 40 ist laut Ebro-Geschäftsführer Wolfgang Klün ein typisches Beispiel dafür, wie in seinem Haus Lösungen auf Basis von Kundenproblemen entstehen. Um die volle Kühlleistung ihrer Isotainer zu erhalten und der EG-Verordnung VO 37/2005 zu entsprechen, bat die in Arnsberg beheimatete TKT Technische Kunststoff-Teile um die Entwicklung eines von außen leicht sicht- und ablesbaren Thermometers. Es sollte sich um eine kostengünstige, kabellose Lösung handeln, die eine Messung bei geschlossener Box erlaubt. Die Isotainer fertigt TKT unter anderem für den Lebensmittel-Discounter Lidl. Dieser nutzt die „fahrbaren (Tief-) Kühlschränke“, so Klün, um seine Filialen nachts mit temperaturgeführter Ware zu beliefern. Der Vorteil: Die Isotainer funktionieren ohne Stromanschluss. Die Ware kann somit von einem Lkw zu einem Zeitpunkt angeliefert werden, an dem die Filiale nicht geöffnet hat und kein Personal zur Verfügung steht, das die Ware zeitnah in Kühltheken umlagert.
Ebro-Produktmanager Eckehard Peschel hatte die Idee für eine Lösung mit Infrarot-Technologie. Diese birgt einen entscheidenden Vorteil, denn bislang wurde mit einem Bimetallthermometer an der Türinnenseite des Isotainers gemessen – und beim Öffnen der Tür drang jedes Mal unerwünschte, warme Raumluft ein. Das in die Tür des Isotainers eingepasste TBI 40 macht es nun möglich, die Produkttemperatur im Isotainer ohne Öffnen zu überwachen. „Zudem lässt sich durch die berührungslose Infrarot-Technologie der Temperaturmesser direkt auf der Oberfläche eines Produkts aufbringen. Das heißt, die Temperatur des Produkts wird gemessen, nicht die des Containerinnenraums. Für den Wirtschaftskontrolldienst ist dies ein entscheidender Unterschied“, argumentiert Klün.
Der TÜV Süd hat das Thermometer in vier jeweils zu einem Drittel beziehungsweise drei Vierteln befüllten Isotainern mit Frisch- und Tiefkühlware getestet. In jeder Box wurden zehn Sensoren zwischen den Kartonagen an der Oberfläche der Ware platziert und der Mittelwert dieser Messungen errechnet. Parallel führten die Tester über einen Zeitraum von sechs Stunden alle zehn Minuten eine Infrarot-Messung durch. Die Temperaturwerte dieser beiden Messungen wurden in Kurven angelegt und die Differenz = Offset ermittelt. Dieser betrug maximal 0,9 °C bei Tiefkühlware und 1,7 °C bei Frischware. Die mittlere Produkttemperatur im Isotainer kann auf Knopfdruck am Display des runden TBI 40 abgelesen werden. Zusätzlich signalisiert eine rot-grüne LED Temperaturüberschreitungen. Das Gerät erkennt selbsttätig die gesetzlich vorgeschriebenen Temperaturbereiche für Frischware (-1 bis +7 °C) und Tiefkühlkost (-18 bis -33 °C). Der Temperaturmessbereich beträgt -33 bis +60 °C; die Arbeitstemperatur liegt zwischen -25 und +60 °C. Die Messgenauigkeit ist ± 1 °C bei Tamb = 23 °C ± 3 °C und für den restlichen Bereich ± 2 °C bei einer Auflösung von 0,1 °C. Lidl will nach Auskunft von Klün bis Mitte des Jahres sämtliche Isotainer mit dem TÜV-zertifizierten Gerät umgerüstet haben.




