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    Ruhiger Dampfer in stürmischer See
    Bildquelle nicht angegeben
    Technik

    Ruhiger Dampfer in stürmischer See

    Die Achema 2009, die vom 11. bis 15. Mai in Frankfurt stattfinden wird, ist weiter auf Erfolgskurs. „Die wirtschaftliche Situation hat bisher keine
    Veröffentlicht
    04. Mai 2009
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Technik

    dei: Die Achema ist für viele Hersteller verfahrenstechnischer Komponenten und Anlagen das zentrale Ereignis in diesem Jahr. Wie ist der Stand der Vorbereitungen kurz vor Beginn dieses weltweiten Technologiegipfels? Wie viele Aussteller erwarten Sie?

    Prof. Dr. Kreysa: Das Ausstellerinteresse ist ungebrochen hoch. Wir sehen im Augenblick eher das Bestreben, in solchen wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine Veranstaltung wie die Achema gerade nicht zu verpassen. Ich habe den Eindruck, die Firmen machen sich auf den Weg und wollen die Dinge wieder in den Griff bekommen, Kontakte weiter pflegen und ihre Innovationen zeigen. Wer etwas zu bieten hat, möchte dies auch demonstrieren. Als wichtigster internationaler Ausstellungskongress für die Ausrüster der chemischen Industrie und aller stoffumwandelnden Industriezweige ist die Achema die Plattform für neue Technologien und Produkte, aber auch für den weltweiten Austausch und den Aufbau neuer Geschäftsbeziehungen. Bei den Ausstellerzahlen erwarten wir die gleiche Größenordnung wie 2006, vielleicht sogar etwas mehr. Ich gehe heute davon aus, das wir die Zahl von 3800 Ausstellern übertreffen werden. Auf jeden Fall kann ich im Augenblick keinerlei extreme Depressionserscheinungen erkennen. Auch die Internationalisierung der Achema schreitet weiter voran. Ich gehe hier von einer Zunahme auf etwa 47 % aus. Was bereits seit einigen Monaten schon relativ stabil erkennbar ist, ist die über die Fläche ausgedrückte Größe. Auch das sieht im Moment sehr gut aus. Uns fehlen nur noch rund 1000 m2, also 0,8 %, zum Enstand der Achema 2006. Ich bin ziemlich sicher, dass wir diese Fläche noch belegen können.

    dei: Gibt es bereits eine Prognose von Ihnen was die Anzahl der Besucher betrifft?

    Prof. Dr. Kreysa: Auch hier erwarten wir keine Rückgänge. Das neue System für die Besucherkarten wird von den Ausstellern sehr stark in Anspruch genommen. Über die Aussteller erreichen wir zudem neue Zielgruppen. Auch die Resonanz auf den Call for Papers beim Kongressprogramm war noch größer als wir es bereits gewohnt waren. Wir hatten noch mehr Schwierigkeiten als sonst, alle angemeldeten Vorträge halbwegs vernünftig unterzubringen. Das Vortragsprogramm ist voll belegt. Dies ist für mich auch immer ein Frühindikator für das Besucherinteresse. Natürlich wissen wir jetzt nicht, wie viel es am Ende sein werden, wir gehen jedoch nicht von einer deutlichen Änderung aus.

    dei: Erwarten Sie große Verschiebungen bei den Ausstellungsgruppen?

    Prof. Dr. Kreysa: Bei den Ausstellungsgruppen ergeben sich bisher keine auffälligen Verschiebungen, das verhält sich beinahe wie eine Naturkonstante. Im Grunde genommen sieht das Gruppenprofil so aus wie das letzte Mal. Der traditionell starke Bereich Pumpen, Kompressoren und Armaturen wächst mit 992 Anmeldungen (Stand: 23. März 2009) weiter, gefolgt von der Labor- und Analysentechnik (740 Aussteller), dem Anlagenbau (655 Aussteller) sowie den Ausstellungsgruppen Thermische Verfahren, Mechanische Verfahren, der Mess-, Regel- und Prozessleittechnik und der Pharma-, Verpackungs- und Lagertechnik.

    dei: Viele sehen die Achema nach wie vor als Innovationsmotor für die gesamte Branche. Teilen Sie diese Auffassung?Erwarten Sie wegweisende Weiterentwicklungen?

    Prof. Dr. Kreysa: Auch 2009 ist die Achema das Innovationsforum der Prozessindustrie. Energieeffizienz beispielsweise bleibt ein wichtiger Treiber, sowohl bei Komponenten als auch im Bereich Mess- und Regeltechnik. Natürlich spielt die Prozessintensivierung weiter eine große Rolle. Aber auch Themen wie Advanced Fluids und Mikroreaktionstechnik sind in der Praxis angekommen und lassen interessante Neuentwicklungen erwarten. Ein weiteres wichtiges Thema, das im Anlagenbau stark im Kommen ist, ist der Einsatz von CFD Computational Fluid Dynamics und die Weiße Biotechnologie. Hier gibt es ständig bedeutende Innovationen.

    dei: Können Sie kurz das Themenspektrum des Achema-Kongresses erläutern? Wie viele Teilnehmer erwarten Sie hier? Wo liegen Ihrer Meinung nach aus Teilnehmersicht die Interessensschwerpunkte?

    „Bei uns steht das ausgestellte Objekt im Mittelpunkt und nicht das Drehrestaurant“

    Prof. Dr. Kreysa: Das Kongress-Programm umfasst 925 Vorträge. Betrachtet man das Anmelde- und Besucherinteresse, dann steht insbesondere die Weiße Biotechnologie stark im Mittelpunkt sowie die Themen Advanced Fluids, Ionic Liquids, Microchemical Engineering, Prozessintensivierung und Energieerzeugung und -bereitstellung. Aber auch Themen, um die es einige Zeit ruhiger war, wie beispielsweise die Elektrochemie in der Industrie, sind wieder im Kommen. Auch hier gibt es viele Vorträge. Parallel zur Sonderschau, die wir den regenerativen Rohstoffen und Energieträgern gewidmet haben, werden ebenso eine ganze Reihe wichtiger Vorträge angeboten. Die Themen aus dem Kongress von heute sind häufig in der Ausstellung von morgen wiederzufinden.

    dei: Mit dem Thema „Chemie und Biotechnologie regenerativer Rohstoffe und Energieträger“ greift die Achema-Sonderschau 2009 die steigende Bedeutung der stofflichen und energetischen Nutzung nicht-fossiler Ressourcen auf. Können Sie kurz das Spektrum dieser Veranstaltung umreißen?

    Prof. Dr. Kreysa: Die Sonderschau „Chemie und Biotechnologie regenerativer Rohstoffe und Energieträger“ führt auf einer Sonderfläche in Halle 4.2 Aussteller zusammen, die sich mit bereits etablierten Technologien, aber auch mit Verfahren im Entwicklungsstadium präsentieren. Zum Spektrum dieser Sonderschau gehört die Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe, zudem Biopolymere, solarchemische Prozesse, Energiespeicherung und Photovoltaik. Da es sich um ein Querschnittsthema handelt, das viele Aussteller in ihrem Portfolio mit abdecken, werden diese Themen aber nicht nur auf der Sonderschau eine Rolle spielen, sondern sich quer durch die Ausstellungsgruppen wiederfinden. So berührt die Sonderschau auch die traditionellen Achema-Querschnittsthemen Biotechnik und Umweltschutz, denen sich jeweils rund 1000 Aussteller widmen. Bezüglich der Anmeldungen war unsere ursprüngliche Erwartung etwas größer als das, was wir im Moment dort erreicht haben. Trotzdem ist dies kein Hinweis darauf, dass wir mit dem Thema daneben liegen. Das Problem ist, dass viele Aussteller das Thema am eigenen Messestand behandeln und deshalb keinen zweiten Stand belegen möchten.

    dei: 2006 gab es erstmals Namur-Expertenrunden auf der Achema, die sehr erfolgreich verliefen. Wo liegen die Schwerpunkte der Expertenrunden in diesem Jahr?

    Prof. Dr. Kreysa: Unter dem Motto „Automation im Dialog“ werden auf der Achema täglich in Halle 10.1 Diskussionsrunden gemeinsam von Namur, ZVEI und dem ARC veranstaltet werden. Vertreter von Herstellern, Anwendern, Solution Providern, Consultants und Behörden werden sich an diesen Gesprächen beteiligen. Die Namur-Expertengespräche werden unter anderem die aktuellen Themen Operational Excellence, Ex-Schutz, Plant Asset Management, Gehobene Prozessführung und Life Cycle Management behandeln.

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