Dipl.-Ing. (FH) Bernd Freissler, Michael Rummer
In der Pumpentechnik sind es häufig Dosierpumpen, die eine technologische Vorreiterrolle übernehmen. Sei es der hydraulische Teil mit den verschiedenen Dosierkopfsystemen wie mechanisch ausgelenkte Membranköpfe oder die Kolben- und Hydraulikmembranköpfe, die mit Mehrschichtmembran sowie interner Überlastsicherung und Überwachungseinrichtungen Betriebssicherheit auf hohem Niveau bieten. Auch die elektronische Ansteuerbarkeit und Überwachung, wie beispielsweise die Profibusanbindung, setzt neue Maßstäbe. ProMinent kann all diese Technologien aus einer Hand anbieten.
So ist es beispielsweise in der Wasseraufbereitung von entscheidender Bedeutung, dass die Dosierpumpen über geeignete Schnittstellen verfügen, um in automatisierte Verfahrensprozesse integriert werden zu können. Erst durch den Einsatz moderner Mikroprozessortechnik ist es ohne zusätzliche Signalverarbeitungs- bzw. -transformationsgeräte möglich, alle Standardsignale, wie beispielsweise Kontakt- und Analogsignale, direkt für die Pumpensteuerung zu nutzen.
Die Baureihen gamma/L (Abb. 1) und Sigma (Abb. 2) bieten die Möglichkeit der Kalibrierung, d.h. anstatt wie bisher die Dosiermenge mittels einzustellender Hublänge und Hubfrequenz zu berechnen, besteht nun die Möglichkeit, sich die Dosiermenge direkt in l/h anzeigen zu lassen. Das große hinterleuchtete LC-Display gewährleistet eine gute Lesbarkeit aller angezeigten Größen in einem Blickwinkel bis 45°. Durch (wiederholten) Druck auf die i-Taste können alle zur jeweiligen Betriebsart gehörenden Informationen abgerufen werden. Um einen Pumpenstillstand wegen Chemikalienmangels zu vermeiden, verfügt die Pumpe über einen Eingang für einen zweistufigen Niveauschalter mit Vorwarnung. Zur Überwachung jedes einzelnen Pumpenhubes lässt sich druckseitig ein Strömungswächter anschließen. Die Anzahl der Fehlhübe, nach denen die Pumpe auf Störung geht, ist einstellbar und kann so an die Prozessanforderungen angepasst werden. Über ein optionales Relais können diese Störmeldungen an die Leitstelle weitergeleitet werden.
Wird die Pumpe zusätzlich mit einer Profibus-Schnittstelle ausgestattet, so erhält der Betreiber gesicherte Informationen über aktuelle Betriebsparameter wie Einstellung der Hublänge, der Hubfrequenz, Literleistung pro Stunde, aufsummierte Dosierleistung seit letztmaliger Speicherlöschung sowie alle Fehlermeldungen mit Fehlerursache.
Die Aufgabe, dem Trinkwasser eine definierte Menge an Chlorbleichlauge zur Desinfektion zuzugeben, lässt sich folgendermaßen lösen (Abb. 3): Die zu behandelnde Wassermenge wird mit dem Kontaktwassermesser (1) erfasst. Die Kontakte gehen zu einer gamma/L- oder Sigma-Pumpe (4), die über Profibus betrieben und von der Leitstelle aus über den Bus auf Ansteuerung über potentialfreie Kontakte mit Pulse-Control eingestellt wird. Die gamma/L kommt bei einem Leistungsbedarf bis 20 l/h zum Einsatz, die Sigma bis 1000 l/h. Die Pumpe saugt das Desinfektionsmittel mittels einer Sauggarnitur (3) aus dem Behälter (2) an. Auf dem Dosierkopf der Pumpe ist eine Dosierüberwachung Flow-Control (5) installiert, die ein Abfallen des Hubvolumens signalisiert. Die Endkonzentration im Trinkwasser wird mit der Messzelle (6) gemessen und im Dulcometer-Messumformer DMT mit Profibus-Schnittstelle (7) ausgewertet. Alle busfähigen Komponenten sind über ein zwei-adriges Kabel miteinander verbunden. Ziel des Betreibers ist es, eine mö-glichst konstante Kon-zentration an Chlorbleichlauge zu erreichen. Sowohl Über- als auch Unterdosierung können gesundheitsschädliche Folgen für die mit diesem Wasser versorgten Menschen haben. Eine zuverlässige Kontrolle und schnelle Fehlererkennung ist daher unumgänglich.




