dei: Orafti und Palatinit gehören zur Südzucker-Gruppe, die weltweit 19 000 Menschen Arbeit gibt und im Jahr 2006 einen Umsatz von 5,3 Mrd. Euro erwirtschaftete. Welche Aufgaben haben Ihre beiden Unternehmen im Konzernverbund zu erledigen?
Meissner: Beide Unternehmen sind im Bereich Spezialprodukte tätig. Das heißt, jenseits des Massenzuckergeschäfts beschäftigen wir uns mit speziellen, funktionellen Kohlenhydraten, die besondere ernährungsphysiologische Eigenschaften mitbringen. Für Palatinit heißt das, dass wir Rübenzucker zu unseren drei Hauptprodukten Isomalt, Palatinose und dem Pharma-Füllstoff Galen IQ veredeln.
dei: Wie viele Mitarbeiter beschäftigen Ihre Unternehmen?
Meissner: Palatinit beschäftigt in Deutschland in der Zentrale in Mannheim und am Produktionsstandort Offstein etwa 170 Mitarbeiter.
Dr. Jánváry: Orafti hat seinen Hauptsitz im belgischen Thienen. Dort arbeiten rund 70 Mitarbeiter. Hinzu kommen noch 250 bis 350 Mitarbeiter am benachbarten Produktionsstandort in Oreye. Da wir dort eine Kampagnenproduktion haben, schwankt die Mitarbeiterzahl sehr stark. Orafti Germany hat seinen Sitz in Mannheim. Von hier aus vertreiben wir mit insgesamt vier Mitarbeitern exklusiv für Deutschland die Active Food Ingredients Beneo Inulin, Beneo Oligofructose und Beneo Synergy 1.
dei: Bleiben wir bei den Orafti-Produkten. Was ist Beneo Inulin?
Dr. Jánváry: Das ist ein Fructose-Polymer, das aus 2 bis 60 Fructose-Molekülen besteht, die über eine beta-2,1-Verknüpfung miteinander verbunden sind. In der Natur kommt Inulin u. a. als Speicherkohlenhydrat in der Zichorienwurzel vor. Der Inulinanteil liegt bei etwa 15 bis 17 %.
dei: Wie gewinnen Sie aus der Zichorienwurzel das Beneo Inulin?
Dr. Jánváry: Über eine schonende Extraktion der zerkleinerten Zichorienwurzeln mit heißem Wasser. Das so gewonnene Inulin wird anschließend getrocknet, gereinigt und weiter aufbereitet. Auf diese Weise können wir unseren Kunden Beneo-Inulin mit unterschiedlichen mittleren Kettenlängen anbieten. Gleichzeitig ist das Inulin auch Ausgangspunkt für die Herstellung der Beneo Oligofructose. Dazu wird das Inulin einer partiellen enzymatischen Hydrolyse unterzogen. Bei diesem garantiert GMO-freien Prozess werden die Fructose-Ketten gespalten und es entsteht die kurzkettige Oligofructose.




