Fruchtig-zart, sahnig-mild, würzig-herb oder exotisch-pikant – Schmelzkäse verleiht dem Käsegenuss eine noch größere Vielfalt an Geschmacksvariationen. Selbst in Ländern, in denen traditionell nur wenig Käse verzehrt wird, gilt Schmelzkäse als echter Leckerbissen. So liefert auch einer der größten Käse-Hersteller Österreichs, die Gebrüder Woerle Ges.m.b.H, bis zu 40 % ihrer Produkte in die ganze Welt. Allein für seine vielen Schmelzkäsesorten braucht das Unternehmen rund 60 verschiedene Verpackungen. Verließ man sich früher auf eine aufwendige Qualitätskontrolle per Stichprobennahme, so optimieren seit kurzem intelligente Visionsysteme des Typs Cognex In-Sight 5604 Line Scan die Prozesse. Vom Cognex-Systemintegrator Reliste implementiert, kontrollieren die modernen Bildverarbeitungssysteme jede Verpackung auf deren richtige Zuordnung zum jeweiligen Schmelzkäseprodukt sowie den perfekten Sitz der Banderole und die Korrektheit der Aufdrucke.
Hergestellt wird Schmelzkäse aus hochwertigen Hart- und Schnittkäsen. Je nach Rezeptur werden Käselaibe oder -blöcke vor dem produktionstypischen Erhitzen zuerst mechanisch zerkleinert. In großen Behältern mit Veredelungsprodukten wie Sahne, Butter, Milch, Molkenkonzentrat und Schmelzsalzen versetzt, entsteht unter ständigem Rühren bei Temperaturen zwischen +80 und +140 °C der Schmelzkäse. Die Zugabe von Zutaten wie Nüsse, Schinken, Lachs oder Kräuter verfeinert den Schmelzkäse und es entstehen eigene Geschmacksrichtungen. Unter der Marke „Happy Cow“ vertreibt das 1889 gegründete Unternehmen Woerle Schmelzkäse-Spezialitäten in verschiedensten Verpackungsformen und Geschmacksrichtungen sowie hochwertigen Naturkäse in mehr als 60 Länder. Rund 300 Mitarbeiter produzieren in modernen Anlagen mehr als 30 000 t Käseprodukte im Jahr.
Verpackt werden die bekannten Schmelzkäse-Ecken in Rundkartons mit einem Durchmesser von 110 mm und einer Höhe, die zwischen 20 und 50 mm variiert. Ober- und Unterteil werden über 360° mit einem Etikett in Form einer Klebebanderole fest miteinander verbunden. Unter dem Etikett befindet sich ein Faden, dessen Ende aus der Banderole hervorsteht, sodass sich die Verpackung vom Kunden schnell und einfach wieder öffnen lässt. Zur Kontrolle der Banderole setzt Woerle in vier Verpackungsanlagen die intelligenten Visionsysteme von Cognex ein. Nach dem Bekleben der Rundkartons mit der markenspezifischen Banderole nehmen diese die In-Sight 5604 Line Scan auf das Genaueste in Augenschein. Im Unterschied zum menschlichen Auge geschieht dies lückenlos, ohne Ermüdungserscheinungen und mit einer Taktzeit von unter einer Sekunde. Bis zu 3600 qualitätsgeprüfte Verpackungen verlassen so pro Stunde eine der von den Reliste-Bildverarbeitungsexperten optimierten Anlagen.
Zu den Prüfkriterien zählen das Vorhandensein des Barcodes, dessen Inhaltskontrolle sowie die Inspektion des Spalts zwischen Etikett und Verpackungsrand. Hinzu kommt die Prüfung von bis zu drei unterschiedlichen Mustern, wie beispielsweise Markenlogos, auf Vorhandensein und Qualität. Der Lesevorgang erfolgt durch drehen der Rundschachtel vor der Cognex-In-Sight-Zeilenkamera um mindestens 360°. Dadurch erstellt sie ein Bild vom gesamten Umfang der Verpackung. Da sich das Bildverarbeitungsprogramm mit den zu prüfenden Parametern direkt auf der Kamera befindet, lassen sich Korrektheit, Position und Vollständigkeit des Etiketts besonders schnell und unabhängig vom zentralen PC prüfen. So arbeiten die Anlagen bei Wartungsarbeiten oder Systemumstellungen am Rechner problemlos weiter.




