Dipl.-Ing. Martin Witte
Rund 700 Mitarbeiter, davon 200 im Ausland, sorgen bei der Rational AG in Landsberg dafür, dass weltweit Groß- und Gewerbeküchen bei der Zubereitung von Speisen mit leistungsfähigen Geräten unterstützt werden. Die aktuelle Marktpräsenz basiert auf zwölf Grundgeräten in Gas- oder Elektroausführung, die sich in Größe und Ausstattung variieren lassen. Im Juni diesen Jahres wurde das 250 000ste Gerät hergestellt, ein Self Cooking Center. Bei dieser Geräteserie wählt der Koch nur noch das Gargut und bestimmt das Wunschergebnis. Herkömmliche Einstellungen, kompliziertes Programmieren, Überwachen der Garprozesse sowie viele Routinearbeiten entfallen damit. „Auf einmal ist alles ganz einfach“ lautet das Motto.
Dieses Motto schrieb man sich auch für den firmeninternen Entwicklungs- und Fertigungsprozess auf die Fahnen und kam diesem Ziel im letzten April auch ein entscheidendes Stück näher.
Der wichtigste Schritt im Elektro-CAD war der vom Zeichnen und Kopieren weg und hin zum Engineering. Dieses Ziel wurde erreicht. Die Prozesskette von der Variantenstückliste, über die Steuerdaten für die Erstellung der Schaltpläne bis hin zur Kundendienst-CD funktioniert. „Auch wenn wir die Eplan-Software bereits seit dem Jahr 1998 einsetzen, kommt die volle Leistungsfähigkeit dieser Software durch unsere Neuorientierung seit April 2004 erst richtig zum Einsatz“, so Roland Hegmann, Produktarchitekt in der Produktentwicklung bei Rational. Änderungen in den Schaltplänen, früher „eine echte Strafarbeit“, laufen heute über Eplan automatisch ab, bei Bedarf auch nachts ohne Aufsicht.
Im Mittelpunkt steht eine Rational-spezifische Lösung der Datenverwaltung in Form einer zentralen Datenbank. Ein neues Variantenstücklistensystem der ConPoint AG für diese Datenbank wurde über das PLM-System axalant (neuerdings Agile ePLM) bereits erstellt. Diese Variantenstücklisten sollten Ausgangspunkt für die Schaltplanerstellung sein. Das Eplan-System musste daher an die zentrale Datenbank angeschlossen werden. Vorteilhaft hierfür ist die API (Application Programming Interface), die eine Sonderprogrammierung im Kern von Eplan 21 erlaubt. Das System und hier insbesondere der Schaltplangenerator ließen sich darüber ohne manuelle Nachbearbeitung der erzeugten Schaltpläne in die geplante Prozesskette einbinden.
Der Schaltplangenerator bekommt heute aus dieser Datenbank die entsprechende Steuerdatei und erzeugt daraus die Schaltpläne, die sowohl für die Fertigung als auch für die Dokumentation und den Kundendienst benötigt werden. Diese Schaltpläne werden als PDF-Datei an die Datenbank zurückgegeben und den jeweiligen Geräten zugeordnet. Vorteile des PDF-Formats sind die kompakte Bündelung und das plattformunabhängige Einsehen der Daten. Ein komfortables Betrachten von Projektdaten ist zudem ortsunabhängig möglich. Auch um diese Funktion zu ermöglichen und um Daten zentral zu speichern, werden im Eplan-System selbst keine Schaltpläne abgespeichert, sondern nur in der zentralen Datenbank. Muss ein Schaltplan geändert werden, weil beispielsweise ein neues oder geändertes Bauteil erforderlich wird, beginnt der Ablauf von neuem: Über die geänderte Stückliste wird eine neue Steuerdatei erzeugt, die wiederum den Schaltplangenerator mit den erforderlichen Daten versorgt, der dann automatisch den neuen Schaltplan erstellt und wiederum an die Datenbank im PDF-Format zurückgibt.




