Stefan Ruberg und Johannes Weskamp
Prozessräume von Reaktoren, Mischern, Trocknern, Mühlen usw. haben Öffnungen bzw. Luken für die Reinigung, Wartung oder Inspektion. Diese müssen nicht nur einfach zu öffnen, sondern auch gasdicht und totraumfrei verschließbar sein. Die Art und Weise wie diese Luken herausgeschnitten und anschließend bearbeitet werden, hat einen entscheidenden Einfluss auf ihre Öffnungs- bzw. Schließeigenschaften. Bisher wurden solche Öffnungen manuell mit Hilfe von Trennschleifern oder Plasmaschneidern herausgeschnitten und danach aufwendig spanabhebend nachbearbeitet. Häufig traten bei der manuellen Bearbeitung Schnittfehler auf, die durch Beschleifen und Auftragsschweißen beseitigt werden mussten. Danach wurden Profilrahmen aus tiefgezogenen oder abgekanteten Blechen aufgesetzt, angepasst und verschweißt. Ein wesentlicher Nachteil dieser Fertigungsart ist, dass zwischen Luke und Apparatekonus Spalten entstehen, in denen sich Reste der zu verarbeitenden Stoffe sammeln können. Dieses Problem und andere Nachteile, die beim traditionellen Schneiden und Anarbeiten von Behältern auftreten können, hat Clever-Cut nicht nur erkannt, sondern schafft auch Abhilfe.
Das Dienstleistungsunternehmen aus Paderborn führt solche Arbeiten in Lohnfertigung aus. Dabei setzt es eine dreidimensional arbeitende Wasserstrahl-Schneideanlage ein. Die CNC-gesteuerte Maschine ermöglicht Schnitte bis zu einer Genauigkeit von bis zu 1/10 mm, wobei der Schneidspalt ca. 1 mm beträgt. Auf diese Weise können die ausgeschnittenen Segmente als Tür oder Klappe wiederverwendet werden.
Mit der Wasserstrahl-Schneideanlage lassen sich Schnitttiefen bis zu 100 mm realisieren. Die Maschine kann Werkstücke aufnehmen, deren maximale Abmessungen 3 x 3 x 6 m betragen. Sie schneidet in hohle und sphärischen Bauteile runde oder ovale Öffnungen, wobei die Schnitte einen konstanten Schnittwinkel gegenüber der Körpernormalen sowie eine konstante Schnitttiefe aufweisen.
Die erzeugten Schnittflächen können mit einer Nut versehen werden, die die bequeme Installation eines O-Ringes erlaubt. Die Lage der Nut ist frei wählbar. Entweder kann sie gemäß EHEDG und 3A Sanitary Standard totraumarm, d.h. produktnah angeordnet werden. Oder man positioniert sie weiter entfernt, um die O-Ringdichtung beispielsweise vor abrasiven Medien zu schützen.
Mit der Wasserstrahl-Schneideanlage lassen sich aber auch kleinere Öffnungen mit unterschiedlichen Neigungswinkeln in Behälter schneiden. Diese Öffnungen dienen beispielsweise zum Anschluss von Stutzen oder Rohrleitungen oder zur Aufnahme von totraumfreien Blindstopfen. Besonders vorteilhaft ist diese Art der Anschlussvorbereitung für Druckbehälter, die nach ASME oder AD-Regelwerk 2000 anzuschließen sind.




