Der 3-D-Druck verändert die Teilefertigung in vielen Industriebranchen radikal, auch im Verpackungsmaschinenbau. Schubert Additive Solutions hat bereits eine digitale Plattform geschaffen, von der Lebensmittelhersteller zertifizierte Druckjobs in der eigenen Produktion abrufen und somit 3-D-Teile herstellen konnten. Jetzt hat das Crailsheimer Familienunternehmen dafür den passenden Drucker entwickelt.
On-Demand-Systeme sind gefragter denn je. In der Fertigungsindustrie werden mit dem 3-D-Druck zum Beispiel Werkzeuge und Ersatzteile auf Knopfdruck produziert. Vor allem für die Lebensmittelindustrie bringt diese Technologie zahlreiche Vorteile mit sich. In einer so hart umkämpften Branche wie dem Lebensmittelmarkt ist es wichtig, schnell auf Marktveränderung zu reagieren. Schubert Additive Solutions bietet seit einiger Zeit die Streaming-Plattform Partbox an, mit der sich zertifizierte Druckjobs in der eigenen Produktion abrufen lassen. Nun hat Schubert einen 3-D-Drucker entwickelt, der den Prozess sicherer und qualitätsvoller macht. Wie die Streaming-Plattform trägt auch der 3-D-Drucker den Namen Partbox.
Viele Produkte aus der Lebensmittelbranche sind aufgrund ihrer Form nur schwer zu verpacken. Herkömmliche Greifer in der Verpackungsmaschine sind manchmal nicht optimal auf die Ware abgestimmt und es kann sein, dass sie Produkte im Verpackungsprozess verlieren. Anders ist das, wenn die Werkzeuge dank 3-D-Druck genau auf das Lebensmittel abgestimmt sind. Der Prozess in der Maschine läuft nicht nur sicherer ab, sondern es entsteht auch weniger Ausschuss, da die Produkte zuverlässig in der Verpackung landen und nicht aus dem Griff des Werkzeugteils rutschen. Ein weiterer Vorteil, der sich durch den 3-D-Druck für die Lebensmittelindustrie ergibt, ist die Flexibilität. Werden neue Produkte ins Sortiment aufgenommen, können sich produzierende Betriebe ihre Formatteile selbst drucken und müssen nicht warten, bis die entsprechenden Werkzeuge von einer externen Firma hergestellt und geliefert werden. Vor allem dieser Aspekt ist in der Lebensmittelindustrie besonders wichtig, da über das Jahr hinweg permanent neue Produkte entwickelt werden und auf den Markt kommen. Auch Saisonprodukte wie Schokoladenhasen und -weihnachtsmänner stellen beim Verpacken kein Problem mehr dar: Der schnelle Austausch des Werkzeugs, das dank 3-D-Druck optimal auf das Produkt abgestimmt ist, beschleunigt auch die Produktionsumstellung.
3-D-gedruckte Teile im Einsatz
Wie 3-D-gedruckte Teile in der Produktion zum Einsatz kommen, ist inzwischen bei vielen Anwendern zu sehen. Für eine deutsche Kaffeerösterei zum Beispiel entwickelte Schubert eine Maschine zum Füllen, Versiegeln und Verpacken von Kaffeekapseln. Für die Endverpackung werden die Kapseln in unterschiedlicher Anordnung in den Verkaufsschachteln platziert. Genau für diesen Schritt werden unterschiedlich große Greifer benötigt, die per 3-D-Druck hergestellt wurden. Auch ein türkischer Süßwarenhersteller vertraut auf diese Technologie: Roboterarme, die mit 3-D-gedruckten Greifern ausgestattet sind, verpacken vier oder sechs Konfekthörnchen in Schlauchbeutel. Für einen deutschen Backwarenhersteller erwies sich der Einsatz des 3-D-Druckverfahrens ebenfalls als Bereicherung. Die Anlage, die das Crailsheimer Unternehmen für ihn entwickelt hat, arbeitet auf jeder Seite mit jeweils 12 Pick-and-place-Robotern. Die Kekse werden von den Robotern aufgenommen und links und rechts vom Band in Trays abgelegt. Hierfür wurden die Saugwerkzeuge im 3-D-Druck hergestellt. Heute baut Schubert keine einzige neue Verpackungsmaschine mehr ohne 3-D-Formatteile.




