Die Verpackung unter Schutzatmosphäre kann das Mindesthaltbarkeitsdatum vieler Lebensmittel um Tage oder gar Wochen verlängern – vorausgesetzt sie ist intakt. Dichtigkeitsprüfungen, die im Anschluss an das Verpacken unter Schutzatmosphäre (Modified Atmosphere Packing, MAP) durchgeführt werden, sollen sicherstellen, dass nur einwandfreie Verpackungen die Produktion verlassen. Dabei setzen die Lebensmittelhersteller ganz unterschiedliche Methoden ein. Das Spektrum reicht von Stichprobentests im Wasserbad bis zu Inline-Prüfungen durch Röntgenstrahlen, mit denen auch Etikettier- oder Barcodekontrollen durchgeführt werden können. Eine interessante Option stellt eine Technologie auf der Basis von Wasserstoff dar. Das von Linde entwickelte Mapax-LD-System wird in den Produktionsprozess integriert und verbindet nicht nur hohe Präzision mit großer Flexibilität. Es hält auch mit dem schnellen Tempo in der Herstellung Schritt: Bis zu 120 Verpackungen pro Minute können so auf kleinste Leckagen untersucht werden.
Grundsätzlich ist bei Dichtigkeitsprüfungen zwischen Stichprobentest und Inline-Prüfungen zu unterscheiden. Ein herkömmliches Stichprobenverfahren stellt das Wasserbad dar. Hierbei werden einzelne Verpackungen der Produktion entnommen und unter Wasser gedrückt. Aufsteigende Gasblasen zeigen Leckagen an. Die nassen Verpackungen sind Ausschuss. Die Durchführung von Stichproben zur Identifizierung von Undichtigkeiten ist allerdings ausgesprochen unpräzise. Wird hierbei eine Leckage entdeckt, werden oft ganze Chargen verworfen oder neu verpackt – ohne eine Kontrolle aller Verpackungen auf tatsächlich existierende Undichtigkeiten. Andererseits kann die Stichprobe intakt sein, während ungetestete Verpackungen die Produktion defekt verlassen. Neben höheren Produktionskosten kann diese Prüfmethode also zu Kundenbeschwerden oder gar Regressforderungen durch den Einzelhandel führen.
Inline-Prüfungen, die in die Produktion integriert werden, gewährleisten dagegen eine hundertprozentige Überprüfung aller Verpackungen. Am Markt sind mehrere Lösungen zur Dichtigkeitsprüfung verfügbar, die sich jedoch je nach eingesetzter Technologie erheblich voneinander unterscheiden. So sind manche Verfahren nur für bestimmte Verpackungen geeignet. Sie können also beispielsweise nur für steife oder aber nur für flexible Verpackungen genutzt werden. Andere Applikationen führen die Kontrollen nur chargenweise durch, was die selben negativen Folgen wie bei einer Stichprobe nach sich ziehen kann. Um Dichtigkeitsprüfungen wirtschaftlich durchführen zu können, ist für die Lebensmittelindustrie neben der Zuverlässigkeit bei der Identifizierung defekter Verpackungen noch ein weiterer Faktor entscheidend: die Geschwindigkeit der Lösung. Kann diese nicht mit der Produktionsgeschwindigkeit mithalten, wird sie zum Nadelöhr.




