Tobias Rapp
Die besonderen Vorteile kryogener Froster liegen in der Flexibilität dieser Geräte und in der Qualität und dem Verwertungsgrad der verarbeiteten Produkte. Die Zellstruktur bleibt erhalten, was gleichzeitig den Gewichtsverlust beim Frosten minimiert. Bei Kaltluft-Anlagen, die immer noch zu etwa 85 % im Einsatz sind, wird das Kühlgut vergleichsweise langsam durchgefrostet. Höhere Dehydrierung und damit eine verminderte Produktqualität und teure Gewichtsverluste sind die Folge. Beim kryogenen Frosten gefriert das Kühlgut dagegen sofort. Deshalb nennt man dieses IQF-Verfahren (Individually Quick Frozen) umgangssprachlich auch Schockfrosten. Das Ergebnis dieses Verfahrens besteht dann beispielsweise in Gemüse, das aussieht, schmeckt und sich anfühlt wie frisches Gemüse, und Fisch und Fleisch in seiner original-frischen Konsistenz und Textur – ganz zu schweigen vom physiologischen Wert der bestmöglich erhaltenen Inhaltsstoffe. Darüber hinaus sind IQF-Produkte einzeln entnehmbar, was etwa den Einkaufs- und Verbrauchsgewohnheiten von Klein- und Single-Haushalten sehr entgegenkommt.
Angesichts von Temperaturen von bis zu -196 °C wird allerdings klar, welche technischen Herausforderungen das produktspezifische IQF-Frosten in der Praxis mit sich bringt. Auch dass eine empfindliche Himbeere dabei ganz andere Ansprüche stellt als beispielsweise ein Hamburger-Patty oder fertig zubereitete Speisen, ist selbstverständlich. Linde reagiert darauf mit einem breiten Portfolio an kryogenen Frostern, der Cryoline-Baureihe.
Die 2005 eingeführte Produktlinie Cryoline ist modular aufgebaut. Die Grundausführung Cryoline MT ist in verschiedenen Breiten und Längen verfügbar und wahlweise mit Stickstoff (N2) oder Kohlenstoffdioxid (CO2) als Kühlmedium verwendbar. Anwendungsspezifische Anforderungen lassen sich damit individuell und doch schnell und kostengünstig umsetzen. Mit einem umfangreichen Froster-Pool und vielfältigen Mietangeboten gewährleistet Linde für Cryoline darüber hinaus besondere Flexibilität bei Produktionsanpassungen.
Die als Kühlmedien verwendeten Lebensmittelgase N2 und CO2 sind fester Bestandteil der Biogon-Produktfamilie, einem speziell für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie entwickelten Sortiment an Reingasen und Gasgemischen von Linde.
Alle Froster-Ausführungen der Produktlinie Cryoline verbindet eine durchgängig hygienegerechte Konstruktion mit schrägen Oberflächen, lebensmittelgeeigneten Materialien, innenliegenden Dichtungen und wenigen, für die Wartung gut zugänglichen, bewegten Teilen im Innenraum. Die Vorteile sind geringe Reinigungs- und Rüstzeiten – und damit eine hohe Anlagenverfügbarkeit – sowie eine hohe Produkt-sicherheit. Übersichtliche Touchscreen-Bedienfelder und die Möglichkeit, Rezepte zu laden und zu speichern, unterstützen den Produktions- und Dokumentationsprozess. Menschliche Fehler werden damit minimiert.




