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    Schonen leise die Umwelt
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    Technik

    Schonen leise die Umwelt

    Bei einem deutschen Getreideverarbeiter erfolgt die pneumatische Entleerung von Silo-Fahrzeugen durch stationär am Entladeort installierte Verdichteran-
    Veröffentlicht
    23. Januar 2009
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Die pneumatische Entleerung von Silo-Fahrzeugen durch bordeigene Verdichter-Anlagen ist nicht nur sehr unwirtschaftlich, weil es die Standzeit der Fahrzeuge erhöht und dadurch deren Rentabilität mindert. Dieses System belastet auch in erheblichem Maße die Umwelt, weil der LKW-Motor den Silo-Verdichter während der gesamten Entladedauer mit erhöhter Drehzahl antreiben muss und obendrein auch sehr laut ist. Schneller, wirtschaftlicher, umweltschonender und erheblich leiser erfolgt die Entleerung durch stationär am Entladeort ins-tallierte Verdichteranlagen.

    Dieser Weg wurde jetzt auch bei einem deutschen Getreideverarbeiter beschritten. Hier erledigt ein Schraubenverdichter Delta Screw VM 15 R der Aerzener Maschinenfabrik mit einem Auslegungsdruck von 2,5 barÜ und Systemdruck bis 2,0 barÜ die Tankwagenentladung. Außerdem arbeitet in der zentralen Staubsauganlage ein Aerzener-Drehkolbengebläse aus der Baureihe Delta Blower, und zwar in der Ausführung der neuen Generation 5 (Typ GM 25 S-G5, Unterdruck 500 mbar). Für den Schraubenverdichter war die Version G5 zum Zeitpunkt des Auftragseingangs noch nicht verfügbar.

    Mit dem ölfrei verdichtenden Schraubenverdichter Delta Screw VM 15 R werden bei dem Getreideverarbeiter ausschließlich die ankommenden Tankwagen entleert und die Füllgüter anschließend über Rohrleitungssysteme in Silos zwischengelagert. Dieser Kompressor läuft nur während eines Entladevorganges und wird bei dessen Beginn und Ende von einem Mitarbeiter in der zentralen Schaltwarte gezielt zu- bzw. abgeschaltet. Der Weitertransport dieser Güter innerhalb des Werkes erfolgt nicht mehr mit pneumatischen Fördersystemen. Auf eine Redundanz für diesen Verdichter wurde bewusst verzichtet, weil bei seiner Nichtverfügbarkeit – z. B. während einer Wartungsphase – auf die Gebläse an Bord der LKWs zurückgegriffen werden kann. Allerdings führt deren geringere Leistung zu einer zeitlichen Verdoppelung des Entladevorganges. Durch die um 100 % längere Standzeit der Silo-Fahrzeuge sinkt automatisch deren Wirtschaftlichkeit, so dass nach Möglichkeit immer die stationäre Aerzener-Verdichteranlage zur Erzeugung der benötigten Entladeluft eingesetzt wird.

    Ein stationärer Schraubenkompressor zur Erzeugung der Entladeluft bedeutet zwar für den Betreiber zusätzliche Aufwendungen durch die angefallenen Investitionskosten sowie die laufenden Betriebs- und Wartungskosten. Der Kompressor leistet aber andererseits einen nicht zu unterschätzenden aktiven Beitrag zum Umwelt- und Lärmschutz. Der Grund ist einleuchtend: Der Schraubenverdichter steht in schallgedämpfter Ausführung innerhalb des Mühlengebäudes, sodass seine Arbeitsgeräusche bereits am Aufstellungsort deutlich gedämpft werden können und außerhalb des Gebäudes überhaupt nicht mehr hörbar sind. Ganz anders verhält es sich, wenn die sehr lauten LKW-Verdichter über den mit erhöhter Drehzahl arbeitenden LKW-Motor angetrieben werden. Bei einer Entladung im Freien sind während des gesamten Entladezeitraums erhebliche Geräuschentwicklungen die Folge. Außerdem wird die Umwelt durch den Schadstoffausstoß des LKW-Motors erheblich belastet.

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    Die ölfrei arbeitende Baureihe Delta Blower für Unterdruckbetrieb umfasst 18 riemengetriebene Modelle für Unterdrücke bis 500 mbar und Volumenströme von 30 bis 15 000 m³/h (Motorleistungen von 1,1 bis 500 kW). Bei dem deutschen Getreideverarbeiter ist ein Drehkolbengebläse Delta Blower GM 25S-G5 (500 mbar Unterdruck, Volumenstrom 1320 m³/h, Motornennleistung 30 kW) Bestandteil der zentralen Staubsauganlage. Die Anlage wurde bereits in der Ausführung der Generation 5 geliefert und wie der Schraubenkompressor zur Erzeugung der Förderluft im Januar 2008 in Betrieb genommen.

    Die Anlagen der Generation 5 senken durch ihre Energieeffizienz die Life-Cycle-Costs, die Schalldruckpegel wurden deutlich reduziert, sie sind platzsparender aufgebaut, noch einfacher zu bedienen und zu warten. Da sie über einen auf der Gebläsewelle montierten Lüfter verfügen, ergeben sich weitere Vorteile für den Anwender. Ein elektrischer Verbraucher muss nicht mehr zusätzlich verkabelt und in eine SPS mit eingebunden werden. Allein dadurch spart der Anwender mit Arbeitsaufwand ca. 1000 Euro pro Maschine. Der Druckschalldämpfer ist als Funkensperre zertifiziert und bietet so bei der Förderung von brennbaren Schüttgütern einen Atex-konformen Explosionsschutz. Die Anlagen sind gemäß der europäischen Maschinenrichtlinie 94/9/EG speziell für die Anforderungen in den Kategorien 2 und 3 für Staub- wie auch für Gaszonen ausgelegt und zugelassen.

    Alle Anlagen der Generation 5 werden durch besonders energieeffiziente Motoren der Klasse EFF1 angetrieben. In Verbindung mit weiter minimierten Druckverlusten im Zubehör arbeiten die Aerzener-Anlagen besonders energiesparend. Der auf einer Wippe aufgebaute Antriebsmotor treibt über Schmalkeilriemen die Gebläsestufe an. Diese Konzeption garantiert jederzeit optimal gespannte Riemen, sodass ein Nachspannen – auch nach längerer Betriebszeit – nicht erforderlich ist. Bei Aerzener-Aggregaten kann auf eine Spannfeder für die Motorwippe verzichtet werden. Der weiter reduzierte Wartungsaufwand sorgt darüber hinaus für geringe Life-Cycle-Costs. Außerdem ermöglicht dieses Antriebsprinzip bei veränderten Anforderungen (Druck/Volumenstrom) innerhalb bestimmter Leistungsgrenzen die nachträgliche Anpassung der Leistungsdaten durch einfaches Wechseln der Keilriemenscheiben und ggf. des Antriebsmotors.

    Gegenüber der Vorgängergeneration konnten die Schallpegel der Generation 5 deutlich – im Schnitt um ca. 6 bis 8 dB(A), im Einzelfall noch darüber – gesenkt werden. Durch die erheblichen Schallreduzierungen können kostenaufwendige Sondermaßnahmen (z.B. Spezial-Schallhauben) von vornherein eingespart werden.

    Weitere Pluspunkte der Generation 5 sind

    • ein bequemer Transport vor Ort mit Hubwagen oder Gabelstapler
    • ein integriertes Servicepaket mit Wagenheber, Trichter und erster Ölfüllung für eine erleichterte Inbetriebnahme und spätere Servicearbeiten
    • die Bedienung der Aggregate von der Frontseite und
    • die direkte Zugänglichkeit aller Wartungspunkte entweder von der Front- oder von der Rückseite Besonders anwenderfreundlich ist das neue Ölsystem, das eine Kontrolle des Ölsystems bei laufender Maschine von außen ermöglicht. Damit gehören Prozess- und Produktionsunterbrechungen durch notwendige Abschaltungen der Maschinen der Vergangenheit an. Lediglich bei der Baugröße DN 50 erfolgt der Ölservice bequem über das herausnehmbare Schallhaubendach.

    Die Aggregate der Generation 5 können ohne Zwischenraum unmittelbar nebeneinander (Side-by-Side) aufgestellt werden, was den Platzbedarf senkt und die Raumkosten für die Druckluftstation reduziert. Bedienung und Wartung werden durch diese Aufstellungsweise nicht eingeschränkt, weil alle Wartungsbereiche bei den Verdichtern der Generation 5 ausschließlich von der Frontseite aus erreichbar sind. Zusätzlich kann bei den Aerzener-Aggregaten, zur noch besseren Zugänglichkeit, auch die Rückseite der Schallhaube geöffnet werden.

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