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    Schutz der OT vor Cyber-Bedrohungen
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    Technik

    Schutz der OT vor Cyber-Bedrohungen

    Managed Switches bilden das Rückgrat der industriellen Kommunikation. Sie sorgen für die Segmentierung, Priorisierung und Stabilität des Datenverkehrs.
    Veröffentlicht
    13. Mai 2026
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Die steigende Digitalisierung industrieller Prozesse erhöht neben der Effizienz und Flexibilität auch die Angriffsfläche moderner Produktionsanlagen. Cyber-Bedrohungen treffen heute nicht mehr nur IT-Systeme, sondern immer häufiger die operative Technologie (OT). Um diese ausreichend zu schützen, gibt es zunehmend Normen und gesetzliche Vorgaben.

    Zu den zentralen Regelwerken zählt die internationale Normenreihe IEC 62443, die Anforderungen an Komponenten, Systeme und Prozesse der industriellen Automatisierung definiert. Ergänzt wird sie durch europäische Gesetzgebungen wie die NIS-2-Richtlinie und den Cyber Resilience Act (CRA), die Betreiber und Hersteller verpflichten, nachweisbare Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen. NIS-2 weitet die Verantwortung über Systeme der kritischen Infrastrukturen hinaus auf große Teile der industriellen Wertschöpfung aus. Der CRA adressiert hingegen die Cybersicherheit von Produkten mit digitalen Elementen über deren gesamten Lebenszyklus. Gemeinsam verfolgen diese Vorgaben das Ziel, industrielle Netzwerke widerstandsfähiger und anhaltend verfügbar zu machen.

    Sichere Entwicklung und Betrieb

    Industrielle Netzwerke bestehen aus unterschiedlichen Komponenten, die jeweils eigene sicherheitsrelevante Rollen übernehmen. Hersteller wie Phoenix Contact bieten für diese Gerätekategorien Lösungen an, die in sicheren Entwicklungsprozessen entstehen und mit umfassenden Sicherheitsfunktionen ausgestattet sind. Managed Switches bilden das Rückgrat der Kommunikation. Sie sorgen für die Segmentierung, Priorisierung und Stabilität des Datenverkehrs. Security-Router mit Firewall-Funktionalität schützen die Übergänge zwischen Zonen respektive Netzwerksegmenten und kontrollieren, wer worauf zugreifen darf. Drahtlose Infrastrukturen – von industriellen WLAN Access Points bis zu Mobilfunk-Routern – ermöglichen flexible Anwendungen und Remote-Zugriffe. Sie eröffnen aber gleichzeitig zusätzliche Angriffsvektoren über Funktechnologien im öffentlichen Raum. Viele dieser Geräte arbeiten über lange Lebenszyklen in heterogenen Anlagenstrukturen. Fehlkonfigurationen, unzureichend gesicherte Schnittstellen oder nicht eingespielte Firmware-Updates können mit der Zeit kritische Schwachstellen offenlegen und so zu einem großen Sicherheitsrisiko werden.

    Security-Levels erfüllen

    Wie können zertifizierte Netzwerkkomponenten die Cybersicherheit industrieller Netzwerke tatsächlich erhöhen? Aus Sicht der IEC 62443 müssen Komponenten dazu beitragen, die von der Norm definierten Security-Level in einer Anlage zu realisieren. Für Netzwerktechnik-Komponenten bedeutet das unter anderem: abgesicherte Management-Zugänge, eine rollenbasierte Benutzer- und Rechteverwaltung, kryptografisch geschützte Kommunikationskanäle, Integritätsprüfungen von Firmware sowie ein nachvollziehbares Logging sicherheitsrelevanter Ereignisse. Hinzu kommen Härtungsmaßnahmen wie das Deaktivieren nicht benötigter Dienste oder Ports, die Absicherung vor Brute-Force-Angriffen und gesicherte Update-Mechanismen. Erst wenn diese Fähigkeiten auf der Geräteebene vorhanden sind, können Betreiber die in der Norm beschriebenen Zonen- und Leitungsmodelle in der Praxis effizient abbilden.

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    Im Maschinen und Anlagenbau zeigt sich der Nutzen solcher Funktionen besonders deutlich. Produktionszellen werden heute typischerweise als eigene Security-Zonen mit streng festgelegten Kommunikationsbeziehungen ausgelegt. Managed Switches übernehmen in diesen Zonen nicht nur das reine Switching. Sie trennen außerdem die verschiedenen Maschinenteile über VLANs (Virtual Local Area Network) logisch voneinander, priorisieren zeitkritische Protokolle (zum Beispiel Profinet oder EtherNet/IP) und unterstützen Ring-Redundanzmechanismen für eine hohe Verfügbarkeit. Security-Router, die an der Grenze zwischen den Security-Zonen installiert sind, setzen die oben genannten streng definierten Kommunikationsbeziehungen durch integrierte Firewalls mit Stateful Inspection um. Über IPsec oder Open-VPN-Tunnel lassen sich Remote-Servicezugriffe zeitlich begrenzt und eindeutig authentifiziert freischalten. Das schließt die Protokollierung ein, welche Verbindung wann aktiv war und welche Steuerungen adressiert wurden.

    Verringerung der Angriffsfläche

    Noch höhere Anforderungen bestehen in öffentlichen Infrastrukturen und kritischen Versorgungsnetzen wie in der Lebensmittelindustrie. Hier müssen die Leitstellen, Fernwirk- und Feldebene sowohl gegen externe Angriffe als auch gegen Fehlkonfigurationen geschützt werden. Managed Switches stellen beispielsweise sicher, dass lediglich autorisierte Geräte an festgelegten Ports (zum Beispiel via Port-Security, 802.1X oder MAC-Filter) zugelassen und so Manipulationsversuche im Layer-2-Bereich erschwert werden. Zeitgestempelte Logs und die Anbindung an zentrale Syslog- oder SIEM-Systeme ermöglichen es, sicherheitsrelevante Ereignisse im Leitstand nachzuvollziehen.

    Ein drittes häufiges Szenario ist das Retrofit älterer Anlagen. Viele Steuerungssysteme sind ursprünglich ohne Security-Fokus entwickelt worden. Sie arbeiten daher weder mit verschlüsselten Protokollen noch mit modernen Authentifizierungsmechanismen. Hier setzen Betreiber zertifizierte Security-Router als vorgelagerte Schutzschicht ein, um solche Komponenten in isolierten Segmenten zu betreiben. Typische Maßnahmen in diesem Kontext sind die strikte Whitelist-Konfiguration erlaubter Verbindungen, die Einrichtung definierter Engineering-Zugänge sowie die Limitierung von Fernzugriffen auf klar festgelegte Wartungsfenster. In Kombination mit Switch-Funktionen wie der oben beschriebenen Port-Security lässt sich die Angriffsfläche auf diese Weise deutlich verringern, ohne die bestehende Automatisierung grundlegend umbauen zu müssen.

    Systemarchitektur gemäß IEC 62443

    Zertifizierte Einzelgeräte allein reichen jedoch nicht aus. Sie entfalten ihren Wert erst in einer abgestimmten Systemarchitektur, wie sie die IEC 62443 vorsieht: Defense-in-Depth, Zoneneinteilung, festgeschriebene Kommunikationspfade und konsistente Härtungsmaßnahmen. Entscheidend ist, dass alle beteiligten Akteure wie Betreiber, Integratoren und Hersteller dieselbe Sprache sprechen und entlang eindeutiger Prozesse agieren. Unternehmen wie Phoenix Contact ergänzen zertifizierte Produkte deshalb durch sichere Entwicklungsprozesse, Lösungsarchitekturen und Incident-Response-Strukturen. Für Betreiber bedeutet dies: Sie können auf durchgängige Security-Konzepte zurückgreifen, die über das einzelne Gerät hinausgehen. Darüber hinaus unterstützt die IEC 62443 Betreiber nicht nur im Aufbau ganzheitlicher Security-Konzepte, sondern ebenfalls in der Erfüllung der neuen gesetzlichen Vorgaben, wie beispielsweise dem Cyber Resilience Act (CRA). Denn zahlreichen der neuen gesetzlichen Anforderungen wird bereits heute durch die IEC 62443 Rechnung getragen.

    Industrielle Cyber-Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess. Zertifizierte Komponenten schaffen dafür eine belastbare Grundlage. Sie erlauben den Netzwerkaufbau nach anerkannten Standards, eine Minimierung der Bedrohungen sowie die Einhaltung regulatorischer Anforderungen. In Zeiten zunehmender Digitalisierung und Standardisierung sind die zertifizierten Security-Komponenten damit ein unverzichtbarer Baustein für eine stabile industrielle Wertschöpfung.

    www.prozesstechnik-online.de

    Autor: Jan Aulenberg

    Produktmarketing
    Network Technology,

    Phoenix Contact

    Produktfamilie:   Rundum zugriffssicher

    Phoenix Contact bietet ein breites Portfolio an IEC 62443-4-2-
    zertifizierten Produkten für industrielle Netzwerke. Dazu gehören die Managed Switches der Serie FL Switch 2000, Security-Router der Produktfamilie
    mGuard sowie industrielle Mobilfunklösungen wie die Cellulink-Router. Weitere Baureihen – wie die WLAN-Infrastrukturgeräte mit WiFi-6/-6E-Technologie und die Managed Switches der Serie FL Switch 5900 für die 19-Zoll-Rack-Montage – erfüllen bereits wesentliche Anforderungen der IEC 62443-4-2.

    Alle Produkte entstehen in sicheren, ebenfalls zertifizierten Entwicklungsprozessen gemäß IEC 62443-4-1. Sie halten die beschriebenen Security-Funktionen für den Einsatz in anspruchsvollen OT-Umgebungen ein. Die 360-Grad-Security-Strategie von Phoenix Contact umfasst neben sicheren Produkten und Prozessen auch sichere Lösungen sowie ein aktives Schwachstellenmanagement durch ein PSIRT-Team (Product Security Incident Response Team). Damit unterstützt das Unternehmen Betreiber dabei, industrielle Netzwerke ganzheitlich abzusichern – von der Planung über den Betrieb bis zum Incident-Handling.

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