Mit Schutzgasverpackungen geben Lebensmittelhersteller ein großes Versprechen: lange Haltbarkeit und attraktive Produktpräsentation für den Handel sowie frische Produkte für den Verbraucher. Um dieses Versprechen dauerhaft einhalten zu können, müssen Produzenten besonders sorgfältig sein bei der Auswahl der passenden Gastechnik und der geeigneten Instrumente zur Qualitätssicherung.
Für Schutzgasverpackungen in der Lebensmittelindustrie kommen in der Regel Kohlendioxid (CO2), Stickstoff (N2) und Sauerstoff (O2) zum Einsatz, in manchen Ländern auch Kohlenmonoxid (CO) oder Argon (Ar). Jedes Produkt benötigt eine andere Zusammensetzung dieser Gase. Während Hartkäse in der Regel mit bis zu 100 % CO2 verpackt wird, enthalten Weichkäseverpackungen nur bis zu 40 % CO2. Weichkäse hat die Eigenschaft, CO2 aufzunehmen. Bei hohen CO2 -Anteilen würde das Gasvolumen in der Verpackung abnehmen und die Verpackung zusammenfallen. Dies wird durch einen hohen Stickstoffanteil vermieden. Weiteres Beispiel: Soll Sauerstoff in der Verpackung weitgehend vermieden werden, enthalten MAP-Verpackungen bei frischem Obst und Gemüse häufig bewusst einen gewissen Sauerstoffanteil, damit die Produkte während der Lagerung weiter „atmen“ können. Und rohes, rotes Fleisch wird mit Sauerstoffkonzentrationen von bis zu 70 % verpackt, um möglichst lange die rote Farbe des Produkts zu erhalten.
Erzeugung der Gase
Ist die passende Mischung gefunden, stellt sich die Frage, woher man die gewünschte Zusammensetzung für die Schutzgasverpackungen bekommt. Manche Gase sind als Fertiggemische in Flaschen verfügbar. Für kleine Verpackungseinheiten mit geringem Gasverbrauch und nur einem Gemisch ist das möglich. In der Regel werden heute aber Gasmischgeräte verwendet, um die Schutzatmosphäre vor Ort herzustellen. Diese Geräte erzeugen sehr präzise Gemische, verbrauchen wenig Energie und sind wartungsarm. Entscheidend ist aber, dass der Anwender damit verschiedene Gemische erzeugen kann, je nachdem, welche Zusammensetzung das Produkt erfordert. Zudem ergeben sich durch die Verwendung von Einzelgasen Kostenvorteile im Vergleich zu Fertiggemischen.
Das Spektrum an Gasmischgeräten für Schutzgasverpackungen reicht von kleinen, mobilen Einzelplatzlösungen bis hin zu großen Gasinstallationen zur Versorgung mehrerer Verpackungslinien. Die Gasmischer unterscheiden sich bezüglich der verbauten Technik. Es gibt mechanisch oder elektrisch gesteuerte Systeme mit klassischen Proportional-Mischventilen, Durchflussmengenregler mit einem Sinterkörper oder auch Geräte mit Mass Flow Controllern (MFC). Bei der Auswahl des Gerätes kommt es etwa darauf an, welche Mischgasmenge benötigt wird, welche Gasdrücke in der Installation zur Verfügung stehen und welcher Arbeitsdruck vorhanden sein muss. Wichtig ist auch zu wissen, ob die Entnahme konstant oder stark schwankend erfolgt und ob das Gemisch fix ist oder häufig wechselnde Gemische benötigt werden.




