Extrem stark verdünnt dient Schwefelsäure als Säuerungsmittel – so wie Essigsäure, die mit einer Konzentration um die 5 % im Haushalt Verwendung findet. Aber auch in konzentrierter Form ist die Säure für einige Herstellprozesse in der Lebensmittelindustrie wichtig. Sie spaltet Eiweiße und Kohlenhydrate und wird daher u. a. bei der Produktion modifizierter Stärke und bei der Käseproduktion eingesetzt. Auch für die Herstellung von bestimmten Molkeproteinen (Whey Proteins), die in Aminosäuretabletten für den Muskelaufbau verwendet werden, benötigt man die Säure.
Damit Schwefelsäure in der Lebensmittelindustrie als technischer Hilfsstoff oder Zusatzstoff E 513 eingesetzt werden darf, muss sie in Lebensmittelqualität, die lückenlos und rückverfolgbar dokumentiert werden muss, bereitgestellt werden. Als bedeutender Produzent qualitativ hochwertiger Schwefelsäuren ist Lanxess in der Lage, diese hohen Anforderungen uneingeschränkt zu erfüllen. Dabei nutzt das Unternehmen hochmoderne Anlagen.
Oleum – so der Trivialname der hochkonzentrierten, „rauchenden“ Schwefelsäure – entsteht am Leverkusener Standort nach dem Doppelkontaktverfahren. Dabei wird Schwefeldioxid, das durch die Verbrennung von Schwefel mit Sauerstoff entsteht, mithilfe von Katalysatoren zu Schwefeltrioxid umgesetzt. Dieses Gas reagiert mit konzentrierter Schwefelsäure zu Dischwefelsäure, die sich schließlich bei Zugabe von Wasser aufspaltet. Aus einem Molekül Dischwefelsäure werden dabei zwei Moleküle Schwefelsäure. Man erhält eine maximal 98%ige Säure.
Den Herstellungsprozess von Schwefelsäure hat Lanxess seit über 100 Jahren im Griff. Doch um das Produkt unter der E-Nummer anbieten zu können, gilt es, besondere Anforderungen zu erfüllen. Allein der Nachweis, dass die hochwertige Schwefelsäure die für die Food-Industrie spezifizierten Werte erfüllt, reicht bei Weitem nicht aus. Vielmehr stellt Lanxess über ein detailliertes HACCP-Konzept präventiv sicher, dass Einflüsse, die am Ende den Lebensmittelkonsum für Menschen gefährlich machen würden, ausgeschlossen sind.
Frank Michelis, der beim Spezialchemiekonzern als Produktmanager für Schwefelsäuren tätig ist, erinnert sich an eine der ersten Aussagen der zuständigen Zulassungsbehörde der Stadt Leverkusen: „Die wussten genau: Der Herstellprozess selbst ist weniger kritisch. Beim Logistikprozess müssen sie dagegen genau hinschauen.“
Grundsätzlich werden die zum Schwefelsäuretransport eingesetzten Lkw ausschließlich für dieses Produkt verwendet. Hat der Spediteur jedoch keine Lebensmittelzulassung, transportiert er unter Umständen an einem Tag Schwefelsäure aus der Metallproduktion, am nächsten Abfallschwefelsäure. Es sollte grundsätzlich ausgeschlossen werden, dass es am übernächsten eine ist, die als Lebensmittelzusatzstoff eingesetzt wird. Denn E 513 darf gemäß §2 der Lebensmitteltransportbehälterverordnung (LMTV) ausschließlich mit Fahrzeugen bzw. Behältnissen transportiert werden, die mit „Nur für Lebensmittel“ gekennzeichnet sind.




