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    Schweizer Freigeist birgt Energieersparnis
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    Milchverarbeitung

    Schweizer Freigeist birgt Energieersparnis

    Emmi setzt bei der Käseproduktion am Standort Landquart einen Plattenwärme- tauscher der Baureihe GEA Ecoflex NT100X als mehrstufigen Milchpasteur ein.
    Veröffentlicht
    08. Juni 2012
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Milchverarbeitung

    Landquart, im Schweizer Kanton Graubünden. Die Emmi AG, größter Käseproduzent in der Alpenrepublik, stellt an diesem Standort seit 1993 vornehmlich Raclette-Käse her. Um die Energiekosten einerseits zu reduzieren und zeitgleich die bereits am energetischen Limit fahrende Käseproduktion weiter steigern zu können, hatten die konzerneigenen Anlagenbauer den Milchpasteur ins Visier genommen. Ihren Berechnungen zufolge müsste die Wärmerückgewinnungsquote im Pasteurisationsprozess „nur“ von 91 % auf 94 % gesteigert werden, um den gewünschten Effekt erzielen zu können.

    Das Problem: Mit gängigen Milchpasteuren war diese gewünschte Konstellation aus hohem Wärmerückgewinnungsgrad, Temperaturprogramm und hohem Volumenstrom schlichtweg kaum erreichbar und strapazierte die physikalischen Grenzen. Weshalb das Unternehmen Neuland betrat und bei der Milcherhitzung einen GEA-Ecoflex-NT100X-Plattenwärmetauscher als mehrstufigen Pasteur installierte. Ein Apparat, der im Lebensmittelsegment bisher vor allem in der Brauindustrie zum Einsatz kam und hier seine Stärken ausspielte. Das war 2008.

    Seither spart Emmi in dem Werk nahe Chur nicht nur nachweißlich 10 % an Energiekosten bei der Pasteurisation und dies bei gleichzeitiger Anhebung des Durchlaufs von 12 000 auf 15 000 l/h. Vielmehr erweitert der Konzern seine Produktionskapazitäten hier aktuell noch einmal deutlich, erhöht den Durchlauf auf 25 000 l/h und rüstet dafür den hoch effizienten NT100X mit einem weiteren Plattenpaket auf – die einfachste, verlässlichste und günstigste Variante.

    „Emmi ist seit jeher GEA-Kunde. Und GEA kann auf eine über 80-jährige Fertigungserfahrung von Milchpasteuren zurückblicken. Insofern hatten wir vollstes Vertrauen in die NT-Serie“, sagt Werner Sutter, Standortleiter. Auch wenn es hier bis dahin kaum Erfahrungsberichte aus der Milchindustrie gab und der Plattenwärmetauscher (noch) nicht als Milchpasteur zertifiziert war. Entscheidend waren die technischen Spezifikationen. Und die überzeugten mit Blick über den Tellerrand hin zum Brauprozess, noch bevor der Apparat installiert war.

    Die gedichteten Plattenwärmetauscher der NT-Baureihe trumpfen mit einem patentierten OptiWave-Plattendesign: Trotz reduzierter Wärmeübertragungsfläche wird die Leistung gleichsam erhöht, die Investitions- und Wartungskosten für den Kunden dadurch verringert. Die kompakten Apparate sind vom Handling her einfach zu installieren und verfügen über die innovative EcoLoc-Dichtungstechnologie.

    Der mehrstufige NT-100X-Pasteur ist mit den innovativen, kleberlosen EcoLoc-Dichtungen bestückt. Diese Dichtungen können schnell und einfach ausgewechselt werden. Das verkürzt im Wartungsfall die Stillstandzeiten der Produktion auf ein Minimum. Daneben verfügt der PWT über ein selbst zentrierendes Plattenpaket, das den optimalen Sitz der Platten und damit die verlässliche Sicherheit bei der Milchpasteurisation gewährleistet.

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    Das asymmetrische Plattendesign der NT-Serie überzeugt durch ein ideales Strömungsprofil und sorgt so für den gleichmäßigen Fluss ebenso wie für den gleichmäßigen Selbstreinigungseffekt über die gesamte Platte. Dadurch reduziert sich die Bildung von Belägen deutlich, was die Standzeiten erhöht. „Für gewöhnlich lassen wir die Produktion zehn Stunden laufen, bevor wir den Apparat spülen und anschließend reinigen“, so der Standortleiter.

    Aber auch längere Standzeiten wurden schon gefahren, ohne dass es jemals zu Beanstandungen gekommen wäre. „Wir sind wirklich voll zufrieden mit dem Apparat und trauen ihm noch erheblich mehr zu“, betont Sutter. Weshalb der NT-Plattenwärmetauscher auch nur noch einmal im Jahr zur Kontrolle geöffnet wird, weil er immer belagfrei war. „Das zuvor installierte Modell haben wir häufiger warten müssen, weil sich teilweise Rückstände ablagerten“, sagt Sutter.

    Milch ist ein sensibles Produkt. Es muss schonend erwärmt werden. Dafür ist eine lange thermische Produktführung nötig. Zeitgleich ist es erforderlich, die Milch im mehrstufigen Pasteur für mindestens 15 s auf 72 °C zu erhitzen, um mögliche pathogene Keime (oder Krankheitserreger) abzutöten, bevor die Milch im weiteren Pasteurisationsprozess dann schnell abgekühlt wird, um Vitamine und Eiweiße zu erhalten. Alles in einem Apparat, pro Stufe ein Schritt. Mit dem NT100X liegt die Wärmerückgewinnungsquote bei den geforderten 94 % – ein Novum in der Milchindustrie. Technisch möglich wären hier sogar 96 %, was allerdings die Investitionskosten in die Höhe getrieben hätte.

    Um auch der deutschen Milchindustrie die energetischen Vorteile der NT-Serie anbieten zu können, entschloss man sich, den Apparat als Milchpasteur zertifizieren zu lassen. Das Institut für Sicherheit und Qualität bei Milch und Fisch im Max Rubner-Institut hat der GEA-Ecoflex-NT-Plattenwärmetauscherserie die Zulassung als Milcherhitzer erteilt. Ein Experte des Bundesforschungsinstituts fuhr dafür in die Schweiz zu Emmi und führte die Typprüfung in dem Landquarter Werk im laufenden Prozess durch.

    Auf den „Prüfstand“ kamen der Wärmeaustauschgrad in der Wärmerückgewinnung, die wärme- und strömungstechnischen Kennzahlen, der Zustand der Milchfließwege nach dem Standzeitversuch auf Belagstärke, die Strömungsführung, die Abdichtung der Milchfließwege sowie Servicequalitäten. „Die gewonnenen Erkenntnisse deckten sich letztlich mit unseren Erkenntnissen aus der Praxis. Was anderes hätte mich auch gewundert“, sagt Sutter, dessen NT100X jetzt auch das für Milch zertifizierte Prüfkennzeichen KI-E 670/10 trägt.

    Als Kurzzeit- und Hocherhitzer für Milch zertifiziert sind nun die folgenden Baugrößen der NT-Serie: NT50, NT100, NT150. Je nach Bedarf können die Pasteure mit unterschiedlich langen Platten bestückt werden.

    Halle 4.0, Stand F44

    prozesstechnik-online.de/dei0612442

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