Kawasaki Robotics ist langjähriger Partner von Tartex & Dr. Ritter. Der erste Kawasaki-Roboter wurde bei Tartex & Dr. Ritter im Jahre 2003 in Betrieb genommen und leistet seither gute Dienste. Mit den 2010 und 2012 gelieferten Anlagen sind nunmehr sechs der Roboter zur vollsten Zufriedenheit bei Tartex & Dr. Ritter im Einsatz. Waren die vorangegangenen Anlagen zum Verpacken und Palettieren der Pasteten mit kleineren Robotern der F-Serie bis 50 kg ausgestattet, so handelt es sich bei der jüngsten Installation eines Kawasaki MD400N mit 400 kg Traglast und einer Reichweite von über 3 m um ein echtes Schwergewicht. Der Roboterarm ist auf einem 1,5 m hohen Sockel montiert, sodass die Gesamtanlage im Stillstand eine Höhe von über 4 m aufweist. Dieser Roboter wird zum Depalettieren und Abschieben von leeren Produktgläsern eingesetzt, um diese in die Produktion, genauer gesagt in die Abfüllung, einzuschleusen. Die geforderte Taktzahl von maximal 10 800 Gläser pro Stunde war dabei kein Problem, da sich dieser Roboter nicht mit den einzelnen Gläsern sondern mit dem Abräumen kompletter Gläserlagen von Paletten befasst.
Dabei geht der Riese mit großer Sensibilität ans Werk, vermisst die Palette in Höhe und Lageorientierung und fährt zehntel genau auf die Abschiebeposition, um die Gläser in den Greifer aufzunehmen. Lasersensorik und Näherungsschalter, die in den Greifer integriert sind, übermitteln dem Roboter die notwendigen Daten. Die Anlagensteuerung wurde über eine übergeordnete SPS realisiert, die via Profibus kommuniziert, in die der Kawasaki-Roboter als Slave eingebunden ist. Der Roboter übernimmt natürlich auch das Handhaben der Zwischenlagen und der Leerpaletten. Gleichzeitig ist die Anlage mit einer Pufferstrecke für drei Euro- oder Glaspaletten mit einer Maximalhöhe von 1700 mm ausgestattet, wodurch ein Zeitfenster von ca. 45 min Automatikbetrieb entsteht, bevor die Anlage mit neuen Gläsern versorgt werden muss. Ein automatisches Leerfahren bei Produkt- oder Formatwechsel sowie das eigenständige Handhaben der unterschiedlichen Formate wurde natürlich in der Anlagenplanung berücksichtigt und implementiert. Ebenso wird der Leerpalettenstapel permanent mittels Lasersensoren überwacht, um bei geplanter oder auch ungeregelter Entnahme von Leerpaletten keine Fehler entstehen zu lassen und um Roboter und Greifer gegen Beschädigung zu schützen.
Der Grund für die Anschaffung dieser Roboteranlage war, die Flexibilität der Produktion zu erhöhen. Vor dem Einsatz der Roboteranlage wurden Gläser und Dosen nacheinander abgearbeitet und die Produktionskapazität war dadurch limitiert. Von der Umrüstung versprach man sich zudem vereinfachte Formatwechsel, geringeren Platzbedarf für die Anlage bei gleichzeitiger Wartungsfreundlichkeit sowie geringeren Energiebedarf bei vollautomatischem Betrieb. Bereits zwei Monate nach der Inbetriebnahme wurden die Erwartungen übertroffen.




