Kühne betreibt in Hagenow eines der größten Essigwerke Europas. Gleichzeitig dient das Werk als Logistikzentrum, das die Versorgung des gesamten nord- und osteuropäischen Raums übernimmt. Nach dem Ausbau des Werkes mit Millionenaufwand nahm im Januar 2012 erstmals in Hagenow eine hochmoderne Feinkostlinie ihren Betrieb auf. Die Mischanlage produziert Saucen und Mayonnaise für Großverbraucher und Quick-Service-Restaurants. Der Output liegt bei mehreren Millionen Schlauchbeuteln jährlich.
Zur Zeit laufen sechs unterschiedliche Produkte in verschiedenen Varianten über die Anlage. Allerdings wird in den nächsten Jahren die Produkt- und Variantenanzahl drastisch steigen. Dabei ist man durch eine entsprechende Organisation der Produktion bestrebt, Umrüstvorgänge auf ein Minimum zu reduzieren.
Um die gewaltigen Produktmengen ohne Zwischenpufferung abpacken zu können, setzt Kühne auf eine Endverpackungslinie, die direkt mit der Produktion verkettet ist. Aufgabe der Verpackungslinie ist es, die aus der Produktion kommenden Schlauchbeutel in Kartons zu verpacken. Die besonderen Anforderungen an die Anlage bringt Dieter Behrens, Betriebsleiter des Werkes Hagenow, auf den Punkt: „Sie muss in erster Linie hundertprozentig zuverlässig arbeiten, ansonsten sind massive Produktionsstörungen die Folge. Mit ihr müssen kurze Taktzeiten realisierbar sein. Und die Anlage muss die Flexibilität bieten, die notwendig ist, um die hohe Variantenzahl bewältigen zu können.“
Die Konzeption und Realisierung der Anlage erfolgte durch die ETT Verpackungstechnik GmbH aus Moringen. Im engen Schulterschluss mit den Kühne-Verantwortlichen hat der Systemintegrator eine Endverpackungslinie auf die Beine gestellt, die mit bis zu 35 Takten in der Minute, hochflexibler Auslegung mit zwei Motoman-MH5-Robotern und konsequent auf Verfügbarkeit getrimmt, exakt dem Anforderungsprofil entspricht. Die Performance der Verpackungsanlage lässt sich je nach vorgeschalteter Abfülltechnik auf maximal 60 Takte in der Minute steigern.
Die direkt aus der Produktion kommenden Schlauchbeutel erreichen die Verpackungsanlage über ein Förderband. Dabei durchlaufen sie zuerst ein Bildverarbeitungssystem, das die exakte Lage der Beutel auf dem Band ermittelt und die Koordinaten an die Robotersteuerung weitergibt. Nur so können die beiden schnellen Yaskawa-Roboter in der nachfolgenden Doppelpickerzelle die Saucenbeutel im Line-Tracking-Verfahren sicher abgreifen und lagerichtig in die auf einem Parallelband bereitstehenden Kartons ablegen. Die Befüllung der Kartons folgt einem definierten Packmuster, dessen strikte Einhaltung zwingende Voraussetzung für ein erfolgreiches Endverpacken ist. Liegen die Schlauchbeutel nicht präzise, lässt sich der Karton später nicht verschließen.




