Die Walter Rau Neusser Öl und Fett AG veredelt pflanzliche Rohstoffe zu hochwertigen Ölen und Fetten. Zur Prozesskontrolle kommt dabei das hygienische Thermometer iTherm Trustsens von Endress+Hauser zum Einsatz. Es kann sich im laufenden Prozess selbst kalibrieren und sorgt so für eine unterbrechungsfreie Produktion und vereinfachte Produktwechsel.
Nach rund zehn Jahren Forschung und Entwicklung ist der Temperatursensor iTherm Trustsens TM371 von Endress+Hauser seit Herbst 2016 in der Vorserienreife bei Feldtestanwendern erfolgreich im Einsatz. Einer der Anwender ist die Walter Rau Neusser Öl und Fett AG. Das traditionsreiche Unternehmen erhitzt frisch gepresste Speiseöle unter Vakuum, um beispielsweise Sonnenblumen- oder Rapsöle zu reinigen und flüchtige Bestandteile und gelöste Gase aus den Ölen zu entfernen. Auf diese Weise verbessert sie die Haltbarkeit und den Geruch der Produkte. Später werden die hochwertigen Öle und Fette in der Lebensmittelindustrie zum Beispiel für die Herstellung von Eis, Backwaren, Molkereiprodukten, Margarinen oder Süßwaren verwendet.
Während des Produktionsverfahrens muss die Walter Rau AG die Prozesstemperatur in der Anlage sehr genau kontrollieren, da zu hohe Temperaturen die Produkte beschädigen würden und die gewünschte Reinigungswirkung bei zu geringen Temperaturen ausbleibt. Auf die strikte Einhaltung der Qualitätsprozesse und auf die Kalibrierung der qualitätsrelevanten Messgeräte legen auch die Kunden des Speiseölverarbeiters größten Wert. Sie lassen ihre Markenprodukte hier in Lohnherstellung produzieren.
Ob Sonnenblumen-, Raps-, Kokos- oder Palmöl: Die verschiedenen Pflanzenöle besitzen unterschiedliche Eigenschaften und Temperaturgrenzen. Folglich ändert sich die Temperatur in der Anlage bei jedem Batch und bei jedem Produktwechsel abhängig von der Sorte. Optimale Bedingungen also für einen Feldtest des iTherm Trustsens. Die Selbstkalibrierung des Temperatursensors erfolgt bei jedem Abkühlvorgang, sobald die Temperatur von mindestens 121 °C auf unter 118 °C fällt. Diese Temperaturen sind normal für eine hygienische Verarbeitung der genannten Öle.
500 Kalibrierungen – 1100 Betriebsstunden – Drift: 0
Die Batch- oder Produktwechsel erfolgen in einem Abstand von etwa zwei Stunden. In der Summe hat sich der Trustsens nach rund
40 Tagen im Einsatz mehr als 500 Mal selbst kalibriert, ohne dass dazu ein Techniker der Walter Rau AG eingreifen musste. Bei Bedarf – z. B. bei einem Audit der Anlage – kann der Techniker jederzeit ein gültiges, aktuelles Kalibrierzertifikat auslesen und drucken.
Trotz der harschen Bedingungen mit mehr als 1000 Temperaturwechselvorgängen und den damit verbundenen iTherm-Trustsens-Phasenübergängen des Referenzkristalls zeigte sich im Einsatz keine erkennbare Verschiebung zwischen dem Pt100-Temperatursensor und der Fixpunktzelle. Die Stabilität des Verfahrens konnte so zweifelsfrei belegt werden. Dieser Feldtest war ein voller Erfolg.




