Bernd Brockhoff, Elmar Limberger
Verschiedene Kartonformate, Trays mit oder ohne Gefäche, Steigen für 8, 12 oder 16 Becher – der Wunsch von Lebensmittel herstellenden und verarbeitenden Unternehmen nach flexibel einsetzbaren Sekundärverpackungsmaschinen ist groß. Die vielseitige Einsetzbarkeit reduziert die Verpackungskosten und ermöglicht gleichzeitig die Beschickung mehrerer Primärverpackungslinien. Damit die Flexibilität nicht auf Kosten der Maschinenleistung und der Verfügbarkeit geht, setzen immer mehr Maschinenhersteller auf die Automatisierung der Formatverstellung mit Hiperdrive-Positionierantrieben. Diese kostengünstige Lösung für die Einstellautomatisierung von Hilfsachsen ermöglicht es, einer Maschine über deren Automatisierungssystem innerhalb kürzester Zeit die gewünschten Formate vorzugeben. „Im Vergleich zur Einstellung und Justage über Handräder ist dies nicht nur schneller, sondern bietet zudem eine große Einstell- und Wiederholgenauigkeit und damit höchstmögliche Verfügbarkeit“, erläutert Andreas Siebenbrunner, Projektleiter Elektrik bei Campina in Heilbronn. Und gerade auf die Verfügbarkeit, d. h. die Minimierung von Störungen bei der Versorgung der produktionsnahen Primärverpackungslinien, kam es Campina besonders an.
Mit einem Jahresumsatz von 788 Mio. Euro, einer Milchverarbeitung von rund einer Mrd. kg Milch und circa 1900 Mitarbeitern ist Campina (Unternehmensbereich Consumer Products Europe Deutschland) eines der großen milchverarbeitenden Unternehmen in Deutschland. Das genossenschaftlich organisierte Molkereiunternehmen ist Marktführer im Bereich Dessert und Frischmilch sowie einer der führenden Anbieter im Bereich Joghurt, Käse und Butter. Produziert wird sowohl für den deutschen Markt – hier ist Campina der größte Schulmilchversorger – als auch für den Export in ost- und westeuropäische Länder. Das Unternehmen führt in Deutschland die Premiummarke Landliebe sowie die Dachmarke Campina. Hinzu kommen Regionalmarken wie Mark Brandenburg und Südmilch. Die Entwicklung und Produktion von Milchprodukten findet an sechs deutschen Standorten statt, u. a. am Sitz der Firmenzentrale in Heilbronn. „Der Schwerpunkt unseres hier hergestellten Produktionsprogramms sind Joghurt und Desserts“, sagt Andreas Siebenbrunner. Da neue Produkte, Produktvariationen und wechselnde Primärverpackungen sich fast immer sofort auch auf die Sekundärverpackung auswirken, hat Campina die sogenannte Kartonbühne vor etwa einem Jahr mit vier Hochleistungs-Kartonaufrichtern ausgerüstet. „Die Anlagen von A+F Automation und Fördertechnik aus Kirchlengern verfügen über bis zu 14 Achsen und sind vollständig servogesteuert“, weist Siebenbrunner auf den hohen Automationsgrad der Kartonaufrichter hin. Da war es nur konsequent, dass A+F die format-relevanten Achsen der Maschine – Kartonzuführung, Mitnehmer und Steigensäge – mit Hiperdrive-Positionierantrieben zur automatischen Formatverstellung versehen hat.




