Wer im Supermarkt Quark, Kaffeesahne, Käse oder Folgemilch kauft, hat gute Chancen, ein Produkt der Deutschen Milchkontor GmbH (DMK) in den Händen zu halten. Denn mit etwa 8900 zuliefernden Milcherzeugern, 7400 Mitarbeitern an 26 Standorten und einem jährlichen Milchdurchsatz von 6,8 Mrd. kg ist das Unternehmen Deutschlands größter Milchverarbeiter. Der Hauptsitz des DMK befindet sich in Zeven, zwischen Hamburg und Bremen. Dort setzt man auf Expansion. Vor allem in Wachstumsmärkten wie China oder Russland sind Milchprodukte aus Deutschland gefragt. Besonderes Potenzial hat dabei – wegen des einfachen Transports und der langen Haltbarkeit – Milchpulver. Am Standort Zeven, an dem allein über 880 Mitarbeiter beschäftigt sind, entstand deshalb seit 2013 ein kompletter neuer Werksteil zur Milchtrocknung.
Im Zentrum der Milchtrocknungsanlage steht der rund 50 m hohe Sprühturm. Die Milch wird am oberen Ende des Turmes mithilfe von Düsen zu feinem Milchkonzentrat-Sprühnebel zerstäubt. Dieser wird im Gleichstrom in die Trocknungsluft eingesprüht, um der Milch das Wasser zu entziehen. Das Ergebnis ist ein haltbares und vollständig in Wasser lösliches Milchpulver. Weitere Produktionsschritte sind die Nachtrocknung und der Siebvorgang. Das neue Werk umfasst alle Prozessschritte von der Milchannahme über die Trocknung bis zu Verpackung und Lagerung des Milchpulvers.
Am Standort Zeven werden täglich etwa 3,2 Mio. kg Milch zu Pulver oder anderen Produkten verarbeitet. Im Schnitt fährt alle zwölf Minuten ein neuer Milchlaster mit 25 000 l vor. Klar, dass da die Energieversorgung einen besonderen Stellenwert einnimmt. Denn kann die angelieferte Milch wegen eines Werkausfalls nicht weiterverarbeitet werden, verdirbt sie. Im Vordergrund stand daher eine sichere und flexible Energieversorgung.
Die erste Herausforderung bei der Planung des neuen Milchtrocknungswerks bestand darin, den zukünftigen Energieverbrauch abzuschätzen. Dabei kam es einerseits darauf an, die kommenden Anforderungen im Werksneubau zuverlässig bewältigen zu können. Andererseits wollte man sicherstellen, dass mit den neuen Kapazitäten auch weitere Zubauten versorgt werden könnten. Der hohe Stellenwert der Versorgungssicherheit spiegelt sich in der gesamten Konzeption der Anlage wider. Ein – auch nur zeitweiliger – Ausfall des Werkes war dabei von Anfang an auszuschließen. „Dass die Stromversorgung über durchgehend redundante Elemente in Form einer Ringversorgung sichergestellt werden muss, stand für uns schnell fest“, erklärt Henry Klie, Leiter Instandhaltung beim DMK Zeven.
Die Übergabestation besteht aus zwei Einspeisepunkten: einer bereits bestehenden 20-kV-Mittelspannungsschaltanlage und der Erweiterung durch eine Nxplus-C-Anlage von Siemens. Sollte eine der beiden Schaltanlagen ausfallen, würde die andere bei der gegenwärtigen Belastung problemlos die Gesamtversorgung übernehmen.




