Schon kleinste Mikrorisse in Folien oder unsauber verschlossene Nähte führen je schnell zu Problemen. Gase können entweichen oder eindringen, die Schutzatmosphäre wird zerstört, Feuchtigkeit kann eindringen, folglich verkürzt sich die Haltbarkeit von Lebensmitteln deutlich oder die Ware verdirbt. Ein weiteres Problem stellt die mangelnde Vergleichbarkeit von Messergebnissen entlang der Lieferkette dar. Unterschiedliche Prüfmethoden und Geräte sorgen dafür, dass Werte von Herstellern, Abfüllern und Laboren kaum übereinstimmen. Dies erschwert die Abstimmung und erhöht Unsicherheiten. Brugger Feinmechanik begegnet diesen Herausforderungen mit spezialisierten Geräten, die untereinander kompatibel und in der Branche weit verbreitet sind. Dadurch entstehen Prüftransparenz, bessere Vergleichbarkeit und höhere Sicherheit. Anwender können sich auf Messergebnisse verlassen, unabhängig davon, wo sie in der Prozesskette erhoben werden. Besonders die Wärmekontakt-Heißsiegelgeräte (HSG-CC) und Gas-Transmissions-Tester (GTT) stellen zentrale Bausteine für die Verpackungsversiegelung und Qualitätssicherung dar.
Tests zur Verpackungsversiegelung
Die Prüf- und Messverfahren von Brugger folgen einem systematischen Ablauf, der Verpackungen unter realitätsnahen Bedingungen testet. Zunächst wird die mechanische Belastbarkeit der Folien simuliert, etwa mit dem KFT-C Flextester nach dem Gelbo Flex-Verfahren ASTM F-392, um Knitterfestigkeit und potenzielle Mikroschäden zu erkennen, die beim Abfüllen, Transport oder Lagern entstehen können. In einem weiteren Schritt erfolgt die Permeabilitätsprüfung mit dem GTT. Hierbei wird gemessen, wie viel Sauerstoff, CO2 oder andere Gase eine Folie – insbesondere bei eventuell beschädigten Barriereschichten – durchdringt. Gerade für die Lebensmittelindustrie ist ein solcher Test entscheidend, da er Haltbarkeit und Produktsicherheit bestimmt. Anschließend werden die optimalen Siegelparameter mit dem HSG-CC oder dem NDS (Niederdruck-Heißsiegelgerät) bestimmt und Temperatur, Druck und Zeit exakt auf die Materialkombinationen abgestimmt. Abschließend prüft die VNG-E (Universal-Zugprüfmaschine) die Festigkeit der Siegelnähte und liefert Werte zur Verbundhaftung, Gleitfähigkeit und mechanischen Belastbarkeit. Brugger ist somit in der Lage, ein komplettes System von der mechanischen Simulation bis zur finalen Nahtprüfung anzubieten, das Herstellern klare, vergleichbare Ergebnisse liefert und die Verpackungsprozesse gezielt optimiert.
Von Gasdurchlässigkeit bis Siegelqualität
Im Bereich der Dichtigkeitsprüfung ist das GTT ein bewährtes Beispiel. Es arbeitet nach dem Differenzdruckverfahren gemäß ISO 15105–1 und misst die Gasdurchlässigkeit von Folien im Bereich von 0,05 bis 10 cm3/(m2dbar)mit 0,01 cm3/(m2dbar) Auflösung. Die Prüflingstemperatur wird über Peltier-Elemente von 15 bis 45 °C bei 0,2 °C Stabilität geregelt. Feuchtigkeit und Temperatur des Prüfgases werden überwacht, optional kann das Prüfgas befeuchtet werden. Das 22-kg-Gerät benötigt nur eine einfache Drehschieber- oder Membranpumpe und wird über ein 10″-Touch-Panel oder PC-Software bedient. Vor der Siegelprüfung kommt das eigentliche Versiegeln.




