Für Lebensmittelhersteller ist die Versorgung mit Prozesswärme eine wichtige Komponente für Produktionsabläufe und Produktqualität. Ungeplante Anlagenausfälle sind kostspielig und stellen Betriebe vor ernst zu nehmenden Herausforderungen. Doch es gibt clevere Möglichkeiten, Versorgungssicherheit in Prozesswärmesystemen umzusetzen, beispielsweise Mehrkesselanlagen mit intelligenter Folgesteuerung.
Werden Anlagen in der Lebensmittelindustrie nicht mehr mit Prozesswärme versorgt, können immense Schäden entstehen. Beispielsweise würde Schokolade in dampfbeheizten Rohrleitungen aushärten und nach dem erneuten Einschmelzen an Qualitat einbüßen. Im schlimmsten Fall müssen Unternehmen bei ungeplanten Anlagenausfällen ganze Chargen der aktuellen Produktion verwerfen. Um das zu vermeiden, müssen Lebensmittelhersteller eine zuverlässige Versorgung ihrer Produktionsanlagen mit Prozesswärme sicherstellen.
Kessel regelmäßig warten
Eine ebenso wichtige wie einfache Maßnahme ist die regelmäßige Wartung der Kesselanlagen. Dadurch lassen sich mögliche Verschleißerscheinungen frühzeitig erkennen und Einstellungen korrigieren. Ein weiterer, oft unterschätzter Faktor sind gut geschulte Kesselwärter. Unsachgemäße Bedienung und unzureichende Ausbildung des Bedienpersonals, besonders hinsichtlich Wasserchemie und Fehlererkennung, führen häufig zu Ausfällen und Schäden an Kesselanlagen. Neben anlagenspezifischen Schulungen durch den Hersteller hilft auch ein digitales Kesselbuch, Trends oder kritische Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Das Kesselbuch analysiert die eingetragenen Werte aus den wasserchemischen Messungen und gibt dem Anwender Hinweise und Lösungsvorschläge.
Häufig werden bestimmte kritische Systemkomponenten gleich redundant installiert, z .B. Speisewasserpumpen, vor allem in Sonderausführungen. Auch mit Ersatzteilpaketen des Herstellers lässt sich der Zeit- und Kostenaufwand bei einem notwendigen Austausch reduzieren.
Predictive Maintenance
Ein technischer Kompromissversuch im Kontext der Einführung von Industrie-4.0-Konzepten ist Predictive Maintenance: Durch zusätzliches Mess-Equipment und eine intelligente Auswertung auf Basis der Fahrweise lässt sich die Ausfallwahrscheinlichkeit wichtiger Komponenten ermitteln. In vielen Fällen können die Betreiber betreffende Ersatzteile just in time bestellen.
Auch bezüglich Fehlererkennung und Fehlermeldung hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Während früher Kesselwärter die Anlagen für die Erzeugung von Prozesswärme durchgehend bedienten und beaufsichtigten, laufen heute moderne Kesselanlagen im vollautomatischen Betrieb ohne ständige Beaufsichtigung – bis zu 72 Stunden. Hier ist es sinnvoll, Störmeldungen der Anlage an den Bediener über Fernwirktechnik oder Leittechnik weiterzugeben. Die Meldung erreicht den Schichthabenden oder den Servicebeauftragten auf dem mobilen Endgerät. Dadurch lassen sich Fehler schnell erkennen und beheben.




