Wer einmal versucht hat, selbst Karamell herzustellen, weiß, wie anspruchsvoll dieser Prozess ist. Rühren, rühren, rühren, nicht zu viel Hitze und nicht zu wenig. Ob die zähe, klebrige Masse, die dabei herauskommt, süß, hell, herb oder bitter ist, unterliegt bei Laien dem Zufall. Lebensmittelhersteller nutzen heute computergesteuerte Karamell-fertigungslinien, die eine gleich bleibende Qualität gewährleisten. Ob flüssig, fest oder pastös, ob als Füllung, Überzug, zum Aromatisieren, Färben oder als Hauptbestandteil von Lebensmitteln – Karamell erfreut sich seit Jahrhunderten großer Beliebtheit. Rund 80 % der gefärbten Lebensmittel wird Karamell zugesetzt.
Umso erstaunlicher ist es, dass bis vor wenigen Monaten niemand wusste, welche Stoffe sich bei der Herstellung von Karamell bilden. Erst im April 2012 konnten Chemiker der Jacobs University Bremen die Zusammensetzung von Karamell umfassend analysieren: Die Süßigkeit besteht aus mindestens 4000 Reaktionsprodukten.
Genauso komplex wie die Charakterisierung seiner Inhaltsstoffe ist auch der Karamelltransport. Die temperaturempfindliche Karamellcreme wird für ihre Verwendung in Schokoriegeln, Pralinen oder als Bonbonfüllung oft quer durch Deutschland oder ins EU-Ausland transportiert. Der Logistiker muss sicherstellen, dass die flüssige Creme ohne Qualitätseinbußen beim Kunden ankommt. Hoyer, ein Spezialist für den Transport von flüssigen Produkten, führt derzeit etwa vier Karamelltransporte pro Woche innerhalb Europas durch. Für diese Transporte setzt der Logistiker Kleincontainer, sogenannte Intermediate Bulk Container (IBC), ein. Insgesamt umfasst die Hoyer-Flotte rund 21 000 IBC, die dem Kunden eine hohe Flexibilität und Verfügbarkeit gewährleisten. „IBC bieten viele Vorteile: Sie haben die optimale Größe zwischen Fass und Standard-Container, sind aus Edelstahl und damit leicht zu reinigen. Mehr als die Hälfte unserer gesamten Flotte wird ausschließlich für den Transport von Lebensmitteln eingesetzt“, sagt Stephanie Muhs, Head of IBC Logistics bei Hoyer. Neben Karamell wird in den Kleincontainern der Lebensmittelflotte beispielsweise auch Schokolade oder Speisefett transportiert. Diese Kleincontainer gehören zu den jüngsten im Transportbehälterbestand des Logistikers. Eine davon getrennte zweite Flotte von Containern ist dem Transport von chemischen Produkten vorbehalten.
Um den Schutz des Verbrauchers sicherzustellen, ist nach der EU-Verordnung über Lebensmittelhygiene jeder, der Lebensmittel behandelt oder in Verkehr bringt, zur Einrichtung eines sogenannten Hazard Analysis and Critical Control Points (HACCP)-Konzeptes verpflichtet. Hoyer arbeitet in allen Ländern einheitlich entsprechend diesen hohen Hygienestandards: Bevor die IBC von Hoyer beim Kunden angeliefert werden, werden sie einer Safety and Quality Assessment System (SQAS)-auditierten Anlage von geschulten Mitarbeitern gereinigt. Gleichzeitig werden in den zertifizierten Reinigungsanlagen sogenannte European Cleaning Documents (ECD) ausgefertigt.




