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    Sicherer Transport mit temperierten Kleincontainern
    Bildquelle nicht angegeben
    Technik

    Sicherer Transport mit temperierten Kleincontainern

    Karamell ist ein wichtiger Bestandteil von Lebensmitteln. Die zähflüssige Masse, die in 80 % unserer Nahrungsmittel enthalten ist, ist höchst empfindlich,
    Veröffentlicht
    05. November 2012
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Wer einmal versucht hat, selbst Karamell herzustellen, weiß, wie anspruchsvoll dieser Prozess ist. Rühren, rühren, rühren, nicht zu viel Hitze und nicht zu wenig. Ob die zähe, klebrige Masse, die dabei herauskommt, süß, hell, herb oder bitter ist, unterliegt bei Laien dem Zufall. Lebensmittelhersteller nutzen heute computergesteuerte Karamell-fertigungslinien, die eine gleich bleibende Qualität gewährleisten. Ob flüssig, fest oder pastös, ob als Füllung, Überzug, zum Aromatisieren, Färben oder als Hauptbestandteil von Lebensmitteln – Karamell erfreut sich seit Jahrhunderten großer Beliebtheit. Rund 80 % der gefärbten Lebensmittel wird Karamell zugesetzt.

    Umso erstaunlicher ist es, dass bis vor wenigen Monaten niemand wusste, welche Stoffe sich bei der Herstellung von Karamell bilden. Erst im April 2012 konnten Chemiker der Jacobs University Bremen die Zusammensetzung von Karamell umfassend analysieren: Die Süßigkeit besteht aus mindestens 4000 Reaktionsprodukten.

    Genauso komplex wie die Charakterisierung seiner Inhaltsstoffe ist auch der Karamelltransport. Die temperaturempfindliche Karamellcreme wird für ihre Verwendung in Schokoriegeln, Pralinen oder als Bonbonfüllung oft quer durch Deutschland oder ins EU-Ausland transportiert. Der Logistiker muss sicherstellen, dass die flüssige Creme ohne Qualitätseinbußen beim Kunden ankommt. Hoyer, ein Spezialist für den Transport von flüssigen Produkten, führt derzeit etwa vier Karamelltransporte pro Woche innerhalb Europas durch. Für diese Transporte setzt der Logistiker Kleincontainer, sogenannte Intermediate Bulk Container (IBC), ein. Insgesamt umfasst die Hoyer-Flotte rund 21 000 IBC, die dem Kunden eine hohe Flexibilität und Verfügbarkeit gewährleisten. „IBC bieten viele Vorteile: Sie haben die optimale Größe zwischen Fass und Standard-Container, sind aus Edelstahl und damit leicht zu reinigen. Mehr als die Hälfte unserer gesamten Flotte wird ausschließlich für den Transport von Lebensmitteln eingesetzt“, sagt Stephanie Muhs, Head of IBC Logistics bei Hoyer. Neben Karamell wird in den Kleincontainern der Lebensmittelflotte beispielsweise auch Schokolade oder Speisefett transportiert. Diese Kleincontainer gehören zu den jüngsten im Transportbehälterbestand des Logistikers. Eine davon getrennte zweite Flotte von Containern ist dem Transport von chemischen Produkten vorbehalten.

    Um den Schutz des Verbrauchers sicherzustellen, ist nach der EU-Verordnung über Lebensmittelhygiene jeder, der Lebensmittel behandelt oder in Verkehr bringt, zur Einrichtung eines sogenannten Hazard Analysis and Critical Control Points (HACCP)-Konzeptes verpflichtet. Hoyer arbeitet in allen Ländern einheitlich entsprechend diesen hohen Hygienestandards: Bevor die IBC von Hoyer beim Kunden angeliefert werden, werden sie einer Safety and Quality Assessment System (SQAS)-auditierten Anlage von geschulten Mitarbeitern gereinigt. Gleichzeitig werden in den zertifizierten Reinigungsanlagen sogenannte European Cleaning Documents (ECD) ausgefertigt.

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    Lebensmittelkunden bekommen die blitzsauberen Kleincontainer von Hoyer direkt zu ihrer Ladestelle geliefert. Nach Vorlage des European Cleaning Document (ECD) erteilen die Kunden ihre Freigabe für die Beladung der Kleincontainer. Dann werden die Kleincontainer mit dem warmen, flüssigen Karamell, der direkt aus der Produktion kommt, befüllt. Im Europaverkehr transportiert Hoyer die IBC zum Empfänger, der direkt aus den Kleincontainern weiterproduziert. Ein zusätzlicher Lagertank ist nicht erforderlich.

    Für die gleichbleibende Qualität und Konsistenz des Karamells ist die Einhaltung spezifischer Temperaturen erforderlich. Dies gilt auch für die gesamte Transportkette. Um ganzjährig bestimmte Temperaturen einzuhalten, sind mehr als 400 Kleincontainer mit einer Heizung ausgestattet. Die elektrische Heizung ist außen angebracht, wo sich auch die notwendigen Heizschlangen befinden. Die sogenannte Perlite-Isolierung komplettiert die Ausstattung und sorgt dafür, dass die Kleincontainer während des Transports nicht beheizt werden müssen. Erst bei Ankunft am Zielort werden die Behälter wieder an die Stromversorgung angeschlossen. Dann wird das Produkt schonend auf die vom Produzenten vorab eingestellte Kontakttemperatur erhitzt. Ein Sensor im Inneren des IBC ermittelt fortlaufend und präzise die aktuelle Temperatur. Hat das Karamell die gewünschte Produkttemperatur zur Entladung erreicht, schaltet sich die Heizung automatisch wieder ab. Wie schnell hochgeheizt werden kann, hängt von der Leitfähigkeit des jeweiligen Produktes ab. So verträgt beispielsweise weiße Schokolade weniger Wärme als dunkle Schokolade.

    Zusätzlich zur Heizung unterstützen Rührwerke, vergleichbar mit einem Stabmixer, das Erhitzen und verhindern, dass das Karamell sedimentiert. Die HACCP-konformen Rührwerke werden den Kunden ans Warenlager geliefert, wo das Rührwerk in den IBC eingesetzt wird. Erst kürzlich hat Hoyer für diese Rührwerke neue Transportkisten anfertigen lassen. Etwa 250 Rührwerke stehen beim Logistiker insgesamt zur Verfügung. Diese sind auf die Deckelkonstruktion eines Standard-IBCs abgestimmt und können durch das Mannloch in den Kleincontainer eingeführt werden. So kann das Rührwerk mit jedem IBC kombiniert werden.

    In strengen Wintern bleibt es auch für einen erfahrenen Logistiker eine Herausforderung, die vom Kunden vorgegebenen Minimaltemperaturen einzuhalten. Aber auch hierfür hat Hoyer eine Lösung. Statt Plan-Lkw werden dann isolierte Fahrzeuge eingesetzt, die einen weiteren Temperaturpuffer bilden.

    prozesstechnik-online.de/dei1112461

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