Thomas Feldmeier
Eine grundlegende Anforderung an aseptische Prozessanlagen, wie sie beispielsweise in der Getränke- und milchverarbeitenden Industrie vorkommen, ist die sichere hermetische Trennung der produktberührten Anlagenbereiche von der Umgebung. Um diese hermetische Trennung bei aseptischen Prozessventilen zu erreichen, muss der bei der Betätigung von Spindelventilen auftretende Fahrstuhleffekt verhindert werden. Das geschieht in der Regel mithilfe von Manschetten oder PTFE- und Metallbälgen. Allerdings können aggressive Reinigungsmedien, hohe Sterilisationstemperaturen, Drucksensibilität und die gleichzeitig geforderte FDA-Konformität des Dichtungsmaterials die Lebenszeit dieser Hubkompensatoren beschränken. In diesem Zusammenhang haben sich Dichtungslösungen etabliert, die das elastische Trägermaterial EPDM mit dem chemisch beständigen PTFE kombinieren. Doch auch hier kann es zu hygienischen Problemen kommen. Denn aufgrund der unterschiedlichen Fließ- und Rückstellungsverhalten können zwischen den Werkstoffen Taschen und Risse entstehen, in denen sich Mikroorganismen ansiedeln können. Weiteres Problem: Die in Aseptikventilen üblichen Faltenbalgkonstruktionen sind gegenüber Druckstößen anfällig. Außerdem reagieren die Faltenbälge sehr sensibel auf eine seitliche Anströmung.
Eine zuverlässige Lösung für die geschilderten Probleme hat Norit Südmo gefunden: die P³-Spindelabdichtung. Das Dichtungsmaterial zeichnet sich durch eine hohe Beständigkeit gegenüber Chemikalien, Reinigungsmitteln und Temperaturen (bis 160 °C) aus, verfügt über eine sehr gute Druckstabilität (bis 10 bar dynamischer Druck) und zeigt – auch bei häufigen Schaltwechseln – eine lange Lebensdauer. Das weiße Dichtungsmaterial enthält kein PTFE und setzt sich nicht aus mehreren Materialien zusammen. Das bedeutet, die Gefahr einer Taschen- und Rissbildung, wie sie für Mehrkomponentensysteme typisch ist, besteht nicht. Das P³-Dichtungsmaterial erfüllt die FDA- und USP-Class-VI-Vorgaben und eignet sich somit uneingeschränkt für aseptische Ventillösungen in der Getränke-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie.
Die P³-Spindelabdichtung hat sich bereits mehrfach im rauen Industriealltag bewährt, beispielsweise in einer amerikanischen Molkerei. Hier arbeitete man bisher mit Membranen zur Spindelabdichtung, die allerdings nur eine Standzeit von ein bis zwei Wochen erreichten. Vor diesem Hintergrund entschied sich die Molkerei für die P³-Dichtungslösung, die seit mehr als acht Monaten den harten Betriebsbedingungen in der Molkerei trotzt.
Das aseptische P³-Dichtungskonzept hat Norit Südmo in das Einsitzventilprogramm SVP Select integriert. Um für alle Applikationen bzw. Prozessanforderungen ein vollständiges Baukastensystem bieten zu können, ist das SVP-Select-Programm nicht nur in den aseptischen Varianten mit der P³-Manschette, sondern auch in hygienischer Ausführung mit standardmäßiger Profildichtung an der Spindeldurchführung erhältlich.




