Coppenrath & Wiese, führender Hersteller von tiefgekühlten Backwaren, nutzt an einigen seiner Produktions- und Verpackungsanlagen hygienisch gekapselte Sicherheitslichtvorhänge. Gemeinsam mit Schmersal hat das Unternehmen in einer Testreihe die mechanische Stabilität der Schutzhüllen nachgewiesen – und die getestete Baureihe daraufhin zum betriebsinternen Standard erklärt.
Wenn es um Maschinensicherheit in der Lebensmittelproduktion geht, gelten besondere Bedingungen, die sich vor allem aus den Hygieneanforderungen ergeben. Konventionelle Sicherheitsschaltgeräte können in hygienesensiblen Bereichen nicht eingesetzt werden, weil insbesondere die Öffnung für den Betätiger eine „Totzone“ darstellt, in der sich trotz gründlicher Reinigung Verschmutzungen absetzen können. Außerdem beeinträchtigen eben diese Reinigungsvorgänge, die z. B. mit Heißdampf, Hochdruck-Wasserstrahl (bis 80 bar) und hochwirksamen Medien stattfinden, die Lebensdauer der Schaltgeräte.
Hygienegerecht und äußerst robust
Deshalb kommen in der Nahrungsmittelproduktion häufig Sicherheitssensoren mit geeigneten Oberflächen und gekapseltem Gehäuse zum Einsatz, wenn die Stellung von Schutztüren und -klappen überwacht werden soll. Oder – noch hygienegerechter – man verzichtet ganz auf trennende Schutzsysteme und sichert den Gefahrenbereich mit optoelektronischen Schutzeinrichtungen, d. h. mit Sicherheitslichtvorhängen und -lichtgittern, ab. Diese Sicherheitsschaltgeräte bieten auch zusätzliche Vorteile, weil sie freie Sicht auf den Arbeitsbereich der Maschine erlauben und zusätzliche Flexibilität in den Prozess einbringen.
Allerdings muss in solchen Fällen für einen Schutz der Opto-Sensorik gegenüber den hochwirksamen Reinigungsprozessen gesorgt werden. Für diese Einsatzfälle hat die Safety Control GmbH in Mühldorf – das Kompetenzzentrum der Schmersal Gruppe für optoelektronische Schutzeinrichtungen – die Baureihe SLC/ SLG 440 mit der Schutzart IP69 entwickelt.
Schutzgehäuse: PMMA oder PC
Diese Baureihe unterscheidet sich von der Basis-Serie durch ein Schutzgehäuse, das von Grund auf mit dem Ziel langer Lebensdauer und hoher Verfügbarkeit konstruiert wurde. Verschlusskappen, Kabeleinführungen und Befestigungsteile sind aus Edelstahl (V4A). Bei der transparenten Schutzröhre lag es nahe, Acrylglas (PMMA) zu verwenden, weil es eine hohe Reinigungsmittelbeständigkeit aufweist. Aus diesem Material werden marktübliche Schutzgehäuse angeboten. Allerdings ist dieser Werkstoff anfällig für Spannungsrisse bei mechanischer Belastung. Deshalb entschieden sich die Konstrukteure für Polycarbonat (PC), das eine sehr hohe mechanische Belastung der Schutzeinrichtungen gewährleistet. Dabei wurde die Reinigungsmittelbeständigkeit nicht außer Acht gelassen. Diese wurde von dem Ecolab-Labor geprüft und nachgewiesen. Das verwendete Polycarbonat-Schutzrohr stellt seine Beständigkeit in Applikationen der Milchverarbeitung und Abfüllanlagen seit Jahren erfolgreich unter Beweis. Die Schutzröhre ist sorgfältig gegenüber der Sensoreinheit mit Verschlusskappen und einem außen und innen liegenden Dichtungskonzept gesichert.




