Steffen J. Paul
Die Abfüllhalle der Molkerei Gropper in Bissingen ist ein Gewirr aus Tanks und Stahlrohren. Klappernd und klirrend bewegen sich Milchflaschen und Plastikträger auf den dunkelgrünen Förderbändern durch den Raum. Aus verschiedenen Anlagen entweicht Wasserdampf mit lautem Zischen. Vor einer etwa drei Meter hohen Maschine aus Edelstahl steht ein Mitarbeiter und legt neue Milchkartons in einen Einfüllschacht. Ein kurzer Blick auf den Industrie-PC sagt ihm, dass der Auftrag noch nicht abgearbeitet ist. Durch ein Glasfenster kann man beobachten, wie ein Gebläse die Kartons entfaltet und Milch aus einem Ausfüllstutzen zielsicher in die Verpackungen fließt. Trotz der ständigen Erschütterungen landet kein Tropfen daneben. Sobald die Kartons das entsprechende Volumen aufgenommen haben, versiegelt sie die Maschine und transportiert sie über ein Förderband in den Versandbereich. Unmittelbar nachdem die Kartons die Anlage verlassen haben, bringt ein extrem feiner Tintenstrahldrucker das Mindesthaltbarkeitsdatum an. Alles läuft automatisch.
Seit 1994 hat das Unternehmen rund 55 Millionen Euro in neue Gebäude und vor allem in neue Technologien investiert. Und bereits im Jahr 1998 orderte die Unternehmensleitung die ersten Industrie-PCs von Noax, um die Abfüllprozesse zu steuern. Mittlerweile ist der Bestand der Industrierechner auf 30 Stück angewachsen. Die Computer der ersten Stunde leisten – sieben Jahre später – immer noch ihren Dienst. Die Mitarbeiter der Molkerei Gropper setzen die Industriecomputer nicht nur beim Steuern der Abfüllprozesse ein, sondern auch um die Rezepturen von veredelten Produkten, beispielsweise Fruchtjogurt oder Getränke auf Milchbasis, zu überwachen und um das Kommissionieren rationeller zu gestalten. In den Produktionsräumen von Gropper stehen Geräte vom Typ C 12, C 15 und P 15, also Computer aus der Compact- und der Panel-Serie. Für die Steuerung der Abfüllmaschinen und im Versand kommen Rechner aus der Compact-Serie zum Einsatz, für das Kontrollieren der Zugaben von Aromen, Fruchtzubereitungen und ähnlichen Zusatzstoffen verwendet Gropper ein Gerät der Panel-Serie. Alle Rechner entsprechen der Schutznorm IP 65. Das heißt, es dringen weder Stäube, noch Wasser oder andere Flüssigkeiten in das Innere der Computer und richten dort Schaden an. Ein Punkt, auf den Gropper sehr viel Wert legt, denn die Industrie-PCs werden regelmäßig mit Desinfektionsmitteln unter Hochdruck gereinigt und sind im laufenden Betrieb ständig Wasserdampf, Spritzwasser und Zusatzstoffen in Pulverform ausgesetzt. Auch die Steckerabdeckungen verfügen über Kabelführungen gemäß Schutzart IP 65 und weisen Flüssigkeiten ab.
In seinen Rechnern verarbeitet Noax ausschließlich industrietaugliche Komponenten und verzichtet vollkommen auf Steckverbindungen. Derartige Verbindungen sind sehr anfällig, vor allem halten sie den Vibrationen bei einem Einsatz unter Produktionsbedingungen nicht Stand. In den IPCs sind daher sämtliche Komponenten einschließlich der Festplatte hochfest fixiert, weshalb dem Rechner weder Erschütterungen noch starke Stöße, wie sie etwa durch Hubwagen verursacht werden können, etwas ausmachen. Das Innenleben der Rechner wurde so entworfen, dass entstehende Wärme schnell nach Außen abgeleitet wird. Auf anfällige Außenlüfter, die den Produktionsbedingungen der Industrie nicht gewachsen sind, kann daher vollkommen verzichten. Ein Intel Pentium-III-Prozessor mit einer Taktrate von 700 MHz hält darüber hinaus die Abwärme in Grenzen. Sämtliche IPCs sind mit einem analog resistiven Touchscreen ausgestattet. Dieser lässt sich genauso problemlos bedienen wie eine Maus. Die IPCs reagieren punktgenau auf die Eingaben durch ihre User; andere Reize, Wassertropfen beispielsweise, die auf dem Screen landen, lösen keine Reaktion aus. Fehleingaben, die im industriellen Umfeld erheblichen Schaden anrichten können, sind dadurch ausgeschlossen. Die Geräte verfügen über jeweils zwei ISA/PCI-Slots, zwei COM-und zwei USB-Anschlüsse. Darüber hinaus lassen sich noch diverse Peripheriegeräte wie Barcode-Scanner, Tastaturen oder Modems anschließen. Gropper hat die meisten seiner Geräte durch eine Tastatur erweitert, weil die Mitarbeiter dadurch schneller Texte eingeben können. Die meisten IPCs bei Gropper entstammen der Compact-Serie. Dieser Gerätetyp zeichnet sich besonders durch seine robuste und kompakte Bauweise aus. Darüber hinaus lassen die Compact-IPCs durch ein reichhaltiges Montagezubehör in der jeweiligen Umgebung anbringen, und das natürlich in industrietauglicher Qualität. Spezielle Schockabsorberplatten sorgen dafür, dass das ständige Rütteln, das beispielsweise eine Abfüllmaschine erzeugt, gar nicht erst zum Rechner vordringt.




