Herr Walter, wie funktionieren die Masosine-Verdrängerpumpen nach dem Sinusprinzip?
Walter: Bei unseren Pumpen dreht sich ein sinusförmiger Rotor. Dadurch entstehen vier gleich große umlaufende Kammern, die im Ganzen verschoben werden. Das zu fördernde Medium wird in diesen Kammern schonend von der Einlass- bis zur Auslassöffnung befördert. Die Abdichtung von der Druck- zur Saugseite wird durch ein auf dem Rotor sitzendes Gate gewährleistet.
Welche Vorteile ergeben sich daraus für den Anwender?
Walter: Dank dieses Aufbaus sind Sinuspumpen anderen Pumpenarten in vielen Belangen deutlich überlegen: Sie liefern mehr Saugleistung bei sehr geringer Scherwirkung und besonders geringer Pulsation, was zu einer deutlich schonenderen Förderung des Produkts verhilft. Sinuspumpen sind praktisch konkurrenzlos, wenn es darum geht, die Unversehrtheit des geförderten Produktes zu gewährleisten – vor allem wenn es gilt, große und empfindliche Partikel ohne Beschädigungen zu fördern. Der spezielle Pumpenaufbau ermöglicht eine einfache und kostengünstige Wartung und minimiert die Ausfallzeiten.
Und wie steht es bei den Sinuspumpen um die Energieeffizienz?
Walter: Das kommt natürlich immer auf den Antrieb an. Grundsätzlich verbrauchen Sinuspumpen im Vergleich zu anderen Pumpenarten aber deutlich weniger Energie, vor allem bei viskosen und hochviskosen Fördermedien: Während der Energieverbrauch bei steigender Viskosität bei den meisten Pumpen sehr rasch ansteigt, ist das bei Sinuspumpen praktisch nicht der Fall. Das hat zwei Gründe: Zum einen verfügen sie über wenig Gleitflächen und eine sehr geringe innere Reibung. Zum anderen schneidet – anders als bei vielen anderen Pumpenarten – der Rotor bei Sinuspumpen nicht durch das Medium. Dadurch kommt es selbst bei hochviskosen Medien weder zu Reibungsverlusten, noch muss das Drehmoment nennenswert gesteigert werden. Der Verbrauch erhöht sich dadurch auch bei hoher Viskosität praktisch nicht. So schaffen unsere Pumpen nicht nur spielend Fördermedien mit Viskositäten von bis zu 8 Mio. cP, sondern sind dabei auch noch besonders sparsam.
Lässt sich das Einsparpotenzial in Zahlen ausdrücken?
Walter: Um die Einsparmöglichkeiten zu verdeutlichen, haben wir mit „Masosine Energy Efficiency“ (mee) ein Werkzeug entwickelt, das – basierend auf realen Tests und Berechnungen – die Einsparmöglichkeiten durch den Einsatz von Sinuspumpen aufzeigt. Außerdem hat der Lehrstuhl für Prozessmaschinen und Anlagentechnik an der Universität Erlangen-Nürnberg umfassende Tests durchgeführt. Diese haben gezeigt, dass Sinuspumpen in Kombination mit energieeffizienten Motoren bei hohen Viskositäten je nach Anwendung und gefördertem Medium bis zu 50 Prozent weniger Energie verbrauchen als vergleichbare Verdrängerpumpen. Da können schnell mehrere Tausend Euro pro Jahr an Ersparnis zusammenkommen.




