Zur Herstellung von Trinkmilch mit unterschiedlichen Mindestfettgehalten wird die angelieferte Rohmilch in der Molkerei in Magermilch mit einem Fettgehalt von ca. 0,05 % und Rahm getrennt. Anschließend wird im Rahmstrom der Fettwert mit Coriolis-Durchflussmessgeräten bestimmt.
Coriolis-Durchflussmessgeräte messen direkt den Massedurchfluss und die Dichte des Mediums. Aus dem Dichtemesswert wird mithilfe einer mathematischen Routine der Fettwert berechnet. Dieser Weg der Fettbestimmung funktioniert aber nur deshalb relativ genau, weil der Fettgehalt im Rahmstrom hoch genug ist. Die Messgenauigkeit in der Trinkmilch, also dort, wo man eigentlich den Fettwert messen möchte, ist für eine Regelung des Fettgehalts nicht mehr ausreichend.
Unter Einbeziehung der aktuellen Durchflussmengen von Magermilch und Rahm wird berechnet, wie viel Rahm der Magermilch zugegeben werden muss, um den gewünschten Fettgehalt in der standardisierten Milch zu erreichen. Zu den Ungenauigkeiten der Mess- und Stellgeräte kommt, dass bei der von Kundenseite geforderten hohen Genauigkeit der Fettmessung schon die Schwankungsbreite des Fettwertes im Magermilchstrom von ca. 0,02 % Fett eine Rolle spielt. Nimmt man jetzt noch die vielen Prozessschritte bei der Produktion von ESL-Milch hinzu, bei der Teilströme pasteurisiert, homogenisiert und mikrofiltriert werden, so lässt sich leicht nachvollziehen, dass eine Inline-Messung des Fettgehalts in der fertig standardisierten ESL-Milch nicht nur in Hinblick auf die Genauigkeit viele Vorteile bietet. Diese Vorteile kommen besonders stark zum Tragen, wenn man anstelle der Batch- eine kontinuierliche Standardisierung durchführt.
Aufgrund der Fehleranfälligkeit muss bei der beschriebenen indirekten Bestimmung des Fettgehalts der reale Fettwert in der standardisierten Milch stichprobenartig im Labor überprüft werden. Das ist zeitaufwendig und ermöglicht Korrekturen der Prozessparameter nur mit einer zeitlichen Verzögerung. Diese Nachteile lassen sich mit einem direkten Verfahren zur Fettbestimmung, wie es beispielsweise mit dem Optiquad-M möglich ist, ausräumen.
Beim Optiquad-M handelt es sich um ein kontinuierlich arbeitendes spektroskopisches Analysesystem, mit dem der Fettwert inline gemessen werden kann. Daneben eignet sich das Gerät auch zur Bestimmung des Eiweiß- und Lactosegehalts in Milchprodukten.
An den Standorten Dringenburg und Oldenburg verarbeitet die Molkerei Ammerland pro Tag ca. 3,3 Mio. l Rohmilch. Das Unternehmen nutzt ein Optiquad-M 4050 W zur kontinuierlichen Messung des Fettgehaltes in der bereits standardisierten ESL-Milch. Die Analyseeinheit des Optiquad ist über einen Standard-Varinline-Prozessanschluss ohne Bypass direkt in die Produktionsleitung eingebunden.




