Zum Inhalt springen
Deutsche Ernährungsindustrie
  • Fleischverarbeitung
  • Obst- & Gemüse
  • Milchverarbeitung
  • Back- & Teigwaren
  • Getränkeindustrie
  • Technik
Deutsche Ernährungsindustrie
  • Fleischverarbeitung
  • Obst- & Gemüse
  • Milchverarbeitung
  • Back- & Teigwaren
  • Getränkeindustrie
  • Technik
    Ernährungsindustrie-Newsletter
    Die wichtigsten News aus der Lebensmittelproduktion direkt in Ihr Postfach.
    Newsletter abonnieren

    Info

    • Impressum
    • Datenschutz
    • Barrierefreiheit
    • Datenschutzeinstellungen

    Kontakt zur Redaktion

    Deutsche ErnährungsindustrieKonradin Mediengruppe
    Ernst-Mey-Str. 8, 70771 Leinfelden-Echterdingen

    E-Mail: redaktion@konradin.de
    Folgen Sie uns
    Deutsche Ernährungsindustrie
    © 2026 Deutsche Ernährungsindustrie
    Startseite/Technik/Artikel
    So profitieren Nahrungsmittelhersteller von der Serialisierung
    Bildquelle nicht angegeben
    Technik

    So profitieren Nahrungsmittelhersteller von der Serialisierung

    Jörg Willburger von Syntegon Technology spricht im Interview über die Potenziale einer freiwilligen Serialisierung für Nahrungsmittelhersteller.
    Veröffentlicht
    14. Juni 2021
    Lesezeit
    5 Minuten
    Rubrik
    Technik

    Das Thema Rückverfolgbarkeit hat für die Nahrungsmittelbranche höchste Priorität. Nach verheerenden Skandalen kündigen immer mehr Länder verschärfte Regularien an. Welche Vorteile eine frühzeitige, freiwillige Serialisierung von Nahrungsmitteln bietet und wie Hersteller die damit verbundenen Herausforderungen meistern können, erläutert Jörg Willburger, Produktmanager Track & Trace bei Syntegon Technology, im Interview.

    Herr Willburger, warum sollte sich die Nahrungsmittelindustrie gerade jetzt mit dem Thema Serialisierung befassen?

    Jörg Willburger: In fast allen produzierenden Branchen sind Produktfälschungen ein hochaktuelles Thema. Fälle wie beispielsweise der fatale Skandal in China, bei dem verunreinigtes Säuglingsmilchpulver mehrere Todesopfer forderte, lassen die Forderung nach klaren Herkunftsnachweisen immer lauter werden. Um das Vertrauen in die eigene Marke zu festigen und teure Rückrufaktionen zu vermeiden, müssen Unternehmen in allen Konsumgüter-Bereichen schnellstmöglich aktiv werden. Kann ein Hersteller keine vertrauenswürdigen Daten bereitstellen, wirkt sich das negativ auf die Reputation des Unternehmens und letztlich auf seine Rentabilität aus.

    Viele Behörden befassen sich aktuell mit neuen Regularien speziell für Nahrungsmittel. Beispielsweise hat Russland bereits erste Maßnahmen für die verbindliche Rückverfolgbarkeit von Milch- und weiteren Produkten eingeleitet. Auch die US-amerikanische FDA hat Entwürfe für eine engere Rückverfolgbarkeit von Nahrungsmitteln vorgelegt. Ähnliche Pläne gibt es in China. Treten in diesen großen Absatzmärkten neue Regularien in Kraft, müssen auch Produzenten aus anderen Regionen diese Vorgaben erfüllen, um ihren Marktzugang zu sichern.

    Welche weiteren Vorteile ergeben sich durch die Serialisierung neben der Erfüllung von gesetzlichen Vorgaben noch?

    Jörg Willburger: Die Rolle von Track and Trace als Marketingtool ist nicht zu unterschätzen, um das Vertrauen der Verbraucher zu stärken und über Werbe- und Gamification-Maßnahmen die Interaktion mit den Konsumenten zu fördern. Dabei müssen Unternehmen die Informationen nicht mehr aufwendig und großflächig auf die Verpackung drucken: Ein Code, den die Konsumenten selbst einscannen, genügt völlig. Zudem können Track-and-trace-Lösungen der kostensensitiven Branche auch dabei helfen, Nahrungsmittelabfälle zu reduzieren. So lassen sich beispielsweise digitale Preisanzeigen in Supermärkten automatisch in Abhängigkeit zum Mindesthaltbarkeitsdatums anpassen. Auch bei der Kontrolle und Transparenz von Herstellungs- und Logistikprozessen liefern Serialisierungslösungen wichtige Daten – ganz zu schweigen von den effizienteren Möglichkeiten, Rückrufaktionen durchzuführen, sollten diese trotz aller Maßnahmen zur Qualitätssicherung nötig sein. Serialisierung liegt also sowohl im Interesse der Verbraucher als auch der Hersteller und kann beiden Seiten die gewünschte Transparenz vom Bauernhof bis auf den Teller bieten.

    Mehr aus Technik

    Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Technik.

    Alle Technik-Artikel
    GS1 und Google starten Pilotphase für Native Scanning mit GS1 DataMatrix
    Technik

    GS1 und Google starten Pilotphase für Native Scanning mit GS1 DataMatrix

    2. Oktober 2026

    GS1 Germany und Google erproben ab Januar 2026 das Native Scanning von GS1 DataMatrix Codes – mit direktem Potenzial für Track-and-Trace und Kennzeichnung in der Lebensmittelindustrie.

    Festo übernimmt Gummiwarenfabrik Neddermann
    Technik

    Festo übernimmt Gummiwarenfabrik Neddermann

    2. Oktober 2026

    Festo SE & Co. KG integriert zum 1. Januar 2026 die Gummiwarenfabrik R. Neddermann GmbH und baut damit seine Fertigung und Kompetenz im Bereich Dichtungstechnologie aus.

    ← Zurück zu TechnikZur Startseite

    Ernährungsindustrie-Newsletter

    Die wichtigsten News aus der Lebensmittelproduktion direkt in Ihr Postfach.

    Zum Newsletter anmelden →

    Wo liegen die größten Herausforderungen für die Nahrungsmittelindustrie?

    Jörg Willburger: Eine generelle Herausforderung ist der allgegenwärtige Kostendruck. Die Implementierung neuer Systeme ist zunächst mit Investitionen verbunden, die sich erst längerfristig auszahlen. Führt ein Land recht kurzfristig neue Regularien ein, könnten Unternehmen unter Zeitdruck geraten. Deshalb halte ich eine frühzeitige Beschäftigung mit dem Thema für sehr klug. Wer sich jetzt sorgfältig mit den Anforderungen und Möglichkeiten der Serialisierung auseinandersetzt, ist für künftige Herausforderungen gerüstet. Natürlich gibt es auch technische Herausforderungen: Track and Trace bedeutet nicht einfach, ein Produkt mit einer Seriennummer zu versehen. Man benötigt Equipment wie Serialisierungsmodule, Drucker, Laser, Kameras, usw.

    Was raten Sie Lebensmittelherstellern?

    Jörg Willburger: Hersteller sollten von Anfang an gemeinsam mit einem erfahrenen Partner klären, welche Erwartungen das System kurz- und langfristig erfüllen muss und ob es ausreicht, bestehende Produktionsanlagen aufzurüsten oder eventuell in neue Maschinen investiert werden müsste. Das System sollte dabei skalierbar und möglichst flexibel sein, damit es sich an veränderte Anforderungen anpassen lässt. Bei der Implementierung der Software kommt es vor allem auf den gewünschten Detailgrad an: Möchte man die Daten nur intern verwenden, sie mit externen Datenbanken verknüpfen oder sollen die Daten auch für die Interaktion mit den Verbrauchern genutzt werden? Wer sich gleich für eine offene Lösung entscheidet, vermeidet den sogenannten Lock-in-Effekt und bekommt eine Software, die mit verschiedensten Programmen kompatibel ist. Darüber hinaus lässt sich Track-and-Trace-Software hervorragend mit Industrie 4.0-Anwendungen einsetzen, etwa zum Performance-Management oder zur Steigerung der OEE (Overall Equipment Effectiveness). Dashboards und Datenvisualisierung bieten von überall einen schnellen Überblick über die gesamte Produktion.

    Wie kann Syntegon Nahrungsmittelherstellern dabei helfen, diese Hürden zu meistern?

    Jörg Willburger: Neben der Offenheit unserer Lösungen steht die Erfahrung im Vordergrund: Wir kennen uns mit strengen Regularien aus. Weltweit haben wir schon über 500 Track-and-trace-Lösungen bei Kunden installiert, allen voran in der stark regulatorisch getriebenen Pharmabranche. Dieses Know-how kommt unseren Kunden in der Nahrungsmittelbranche zugute, denen wir auch Turnkey-Lösungen für die unterschiedlichsten Produkte anbieten können. Entsprechend erstreckt sich unser Portfolio von kosteneffizienten Einsteigerlösungen über Hochgeschwindigkeitslinien bis hin zu technisch hochkomplexen, vollständig validierbaren Systemen und kompletten Turnkey-Lösungen.

    Was ist bei der Einführung von Track-and-trace-Lösungen im Unternehmen zu beachten?

    Jörg Willburger: Die Einführung einer Track-and-trace-Lösung betrifft nicht nur Produktionsanlagen und Software. Sie verändert auch die übergreifende Prozesslandschaft im Unternehmen: Produktionsschritte müssen angepasst, Lieferanten sowie Kooperations- und Handelspartner mit eingebunden, Datenmanagement und -sicherheit berücksichtigt werden. Das Zauberwort lautet Integration. Wir können unsere Track-and-trace-Lösungen nahtlos auf sämtlichen Leveln und über alle Schnittstellen hinweg in bestehende Systemlandschaften integrieren. Was sich in anderen Industrien schon bewährt hat, gilt auch für die Nahrungsmittelbranche: Ein offenes System ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Serialisierung oder zukünftige Aggregation, weshalb Syntegon sich auch im Steuerungskreis der Open-SCS-Group für die Etablierung interoperabler, standardisierter Schnittstellen in verschiedensten Branchen einsetzt.

    Was macht ein gutes Serialisierungssystem aus?

    Jörg Willburger: Generell kann man sagen: Ein gutes, zukunftsorientiertes Serialisierungssystem ist modular, flexibel und skalierbar. Es verfügt über offene Schnittstellen, lässt eine herstellerunabhängige Integration in vorhandene Linien und IT-Architekturen zu und lässt sich Schritt für Schritt ohne großen Mehraufwand für weitere Anforderungen nachrüsten.

    Welche ersten Schritte empfehlen Sie einem Unternehmen, das ein Track-and-trace-System implementieren möchte?

    Jörg Willburger: Zunächst sollten sich Unternehmen die Frage stellen, was sie von der gewünschten Serialisierungslösung erwarten, welcher Detailgrad jetzt und welcher später benötigt wird. Das betrifft neben der Serialisierung auf Verpackungsebene und der Software vor allem auch die Aggregation, also die Rückverfolgbarkeit von Umverpackungen, Bündeln, Kartons oder Paletten. Auch hier kann Syntegon mit langjähriger Erfahrung unterstützen. Wir begleiten unsere Kunden von der Konzeptionierung über die Implementierung bis hin zum laufenden Betrieb. Sollten sich Vorgaben ändern oder Kunden zusätzliche Funktionen wünschen, haben wir effiziente Upgrade-Lösungen im Portfolio. Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann mit unseren SODA-Lösungen (Single Object Data Acquisition) das klassische Track and Trace dahingehend ergänzen, dass jedes einzelne Produkt bereits zu Beginn der Produktion serialisiert und während der Produktion und Verpackung lückenlos verfolgt wird. So lassen sich später beispielsweise Rückrufaktionen noch gezielter und selektiver durchführen, um unnötige Produktverluste und Kosten zu vermeiden.

    Wer jetzt die Chance nutzt, mit einem Pilotprojekt einzusteigen und die ersten Anwendungen zu testen, ist für kommende regulatorische Herausforderungen gut aufgestellt. Zudem bleibt genügend Zeit, um die Lösung genau auf die spezifischen Anforderungen anzupassen. Genau das möchten wir mit den Syntegon-Lösungen bieten: ein System, das flexibel mit den Anforderungen wächst.

    Syntegon Technology GmbH, Waiblingen

    Das Interview führte für Sie:
    Anna-Giulia Deutsch
    Kommunikationsberaterin

    Hygienic Design in der Lebensmittelproduktion: Grundlagen, Normen und Praxis
    Technik

    Hygienic Design in der Lebensmittelproduktion: Grundlagen, Normen und Praxis

    1. Oktober 2026

    Hygienic Design bezeichnet die konstruktive Gestaltung von Maschinen, Anlagen und Bauteilen so, dass mikrobiologische, chemische und physikalische Kontaminationen systematisch verhindert werden. Dieser Fachartikel…

    MULTIVAC gewinnt Deutschen Verpackungspreis mit Cooling@Packing
    Technik

    MULTIVAC gewinnt Deutschen Verpackungspreis mit Cooling@Packing

    29. September 2026

    MULTIVACs Cooling@Packing-System integriert den Kühlprozess von Backwaren in eine Tiefzieh-Verpackungsmaschine und wurde mit dem Deutschen Verpackungspreis ausgezeichnet.