Im Gegensatz zu anderen Pralinenherstellern, die manchmal nur dreißig Artikel im Programm haben, umfasst die Produktpalette von Lanwehr beinahe 600 süße Versuchungen: Trüffel, Nougat- und Marzipanpralinen, flüssige Brände und ganze Pralinensortimente, Fässchen, Kugeln und Desserteier, Königsberger und Marzipanfiguren, Minispankörbchen zu Ostern und Lebkuchen-Sahnetrüffel zu Weihnachten, Käfer und Glückspilze, Trendiges und Traditionelles. Seit 1975 gehören auch Diabetikerprodukte zum Lanwehr-Sortiment und seit 2001 sogar Biopralinen. Beide Spezialproduktgruppen erfordern ein besonders hohes Maß an Kompetenz sowie spezielle produktionstechnische Voraussetzungen. Die Produktreinheit wird durch einen Warenfluss garantiert, bei dem es zu keinen Produktverschleppungen kommen kann. Diabetikerprodukte müssen beispielsweise frei von Rohrzucker sein und für die Biopralinen dürfen nur entsprechend zertifizierte Rohstoffe verwendet werden. Deswegen produziert Lanwehr beide Produktlinien auf einer zweiten Produktionsebene in Anlagen, die leicht, schnell und gründlich zu reinigen sind.
Derzeit sind siebzig Mitarbeiter bei Lanwehr beschäftigt: Acht Konditormeister für die Rezepturen, rund dreißig angelernte, erfahrene Kräfte für die Herstellung der exquisiten Süßigkeiten, weitere zwanzig für kunstvolle Verzierung und appetitliche Verpackung. Ein paar Mitarbeiter arbeiten im Lager und an zehn Büroarbeitsplätzen wird der Versand organisiert. Immerhin beliefert Lanwehr etwa 1500 Kunden in ganz Deutschland. Circa 100 davon sind Großkunden, die rund 50 % des Gesamtumsatzes ausmachen. Sie beziehen kleinere Sortimente in größerer Stückzahl und verkaufen sie meist unter ihrer eigenen Marke. Die Mehrzahl der Lanwehr-Kunden sind jedoch Einzelhändler, hauptsächlich Konditoreien, mit geringeren Auftragswerten.
Bis Juli 2003 hatte Lanwehr eine Standardsoftware für die Warenwirtschaft und eine separate Finanzbuchhaltung (FiBu) eingesetzt, die über eine Schnittstelle miteinander verbunden waren. Es gab jedoch immer Datenübertragungsprobleme zwischen den beiden Systemen. Schließlich schaute sich Geschäftsführer Andreas Lanwehr zehn Softwarelösungen an und ließ sich fünf davon anbieten. Das neue Programm musste die vielen Artikel und Kunden einfach, schnell und sicher verwalten können. Die Nähe zur Windows-Welt war wichtig. Es sollte eine leistungsfähige Serienbrieffunktion geben und ein Finanzbuchhaltungsmodul, das direkt mit der Warenwirtschaft verzahnt ist und so einen Datenaustausch ohne Medienbrüche gewährleistet.
SQL-Business überzeugte mit Produkt- und Servicemerkmalen, die andere Lösungen nicht vorzuweisen hatten: Die ERP-Software zeigte sich sehr flexibel anpassbar und konnte ganz einfach individuell eingerichtet werden. Auch für einen Nicht-EDVler ist SQL-Business leicht zu administrieren und „man kann viel selber machen“, ein Umstand, der Lanwehr sehr wichtig war. So lassen sich beispielsweise Zusatzinformationen über die einzelnen Artikel ganz einfach in den Artikelstamm integrieren, auch wenn sie das Programm eigentlich gar nicht vorgesehen hat. „Auswertungen und Reports sind einfach erstellbar und ich muss nicht jedes Mal das Softwarehaus dafür buchen“, erläutert Lanwehr. „Die meisten Softwareanbieter wollen auch nach der Installation noch weiterverdienen und lassen den Anwender deswegen möglichst wenig selbst machen. Nissen & Velten verfolgt hier einen komplett anderen Ansatz, leistet Hilfe zur Selbsthilfe, schult und informiert, so dass die Anwender im Umgang mit der Software ganz eigenständig und sicher werden.“




