Marco Rüb
Der größte Teil der im Handel befindlichen flexiblen Verpackungen wird auf vertikalen Schlauchbeutelmaschinen abgepackt. Das Prinzip ist einfach: Flache Packstoffbahnen werden von der Rolle abgezogen, zum Schlauch geformt, längs gesiegelt und während des Querverschlusses gleichzeitig befüllt und abgetrennt. Durch die Anordnung der Siegelwerkzeuge und die Gestaltung der Formwerkzeuge können vielfältige Beutelformen erzeugt werden, so dass die Maschinen ein sehr breites Einsatzgebiet abdecken. Dank der durchgängigen Automatisierung mit PacDrive sind Produkt- und Formatwechsel auch per Knopfdruck möglich.
Hersteller von Lebensmitteln und Süßwaren müssen hohe Stückzahlen an Discounter liefern und fordern deshalb eine entsprechend hohe Ausbringung. Denn nicht immer reicht der Platz, um eine Kapazitätserweiterung über die Aufstellung von neuen Maschinen zu realisieren. In diesen Fällen ist Flexibilität gefragt, wenn mehrere Produktranges auf einer Maschine abgefüllt werden sollen oder die Formate öfter wechseln. Neben Flexibilität fordern die Anwender aus der abfüllenden Industrie eine hohe Verfügbarkeit, einfache Umrüstbarkeit und die Möglichkeit, die Maschinen problemlos auf neue Beutelformen umzustellen.
Diese Anforderungen waren für Hassia-Redatron, einem Unternehmen der IWKA-Gruppe, der Ausgangspunkt, um zusammen mit Elau das Technologiepaket für Schlauchbeutelmaschinen zu entwickeln. „Wir benötigten ein System, mit dem die Maschinen schnell und einfach programmiert werden können und das zu einem für Schlauchbeutelmaschinen optimierten Preis-Leistungs-Verhältnis, denn die extrem kurzen Lebenszyklen von drei bis sechs Monaten speziell in der Foodindustrie erfordern permanent kundenspezifische Anpassungen“, formuliert Andreas Hollmann, Vertriebsleiter Schlauchbeutelmaschinen bei Hassia-Redatron, die Anforderungen des Maschinenbauers.
Bei den bisher eingesetzten Automatisierungskonzepten war Hassia-Redatron vor allem mit den uneinheitlichen Bedienkonzepten und der Motionfunktionalität nicht zufrieden. Vor diesem Hintergrund wurden folgende Ziele definiert:
- Steigerung der steuerungstechnischen Verfügbarkeit der Maschine durch Standardbausteine für Logik und Motion
- Schaffung eines einheitlichen Bedienkonzeptes, das auf das bisherige HMI-Interface aufbaut
- Einsatz standardisierter Programmiersprachen, damit Programmieraufgaben auch extern vergeben werden können
Da die Engineeringkosten bei elektronisch determinierten Maschinen eine immer wichtigere Rolle spielen, können durch effiziente Softwaregestaltung die stetig wachsenden Programmierzeiten reduziert werden. Die einheitliche Programmstruktur von Elau enthält Formatvorlagen, die die Programmierung vereinfachen. Durch ihren Einsatz auf allen Maschinen reduzieren sich die Engineeringkosten beim OEM erheblich. Das aktuelle Template ist bereits seit drei Jahren auf Maschinen mit Elau-Steuerungen im Einsatz.




