Die Verbraucher möchten in vielen Wurst- und Fleischwaren den Speckanteil sehen, der wie ein Mosaik in die Struktur einer Brühdauer- oder Rohwurst eingearbeitet ist. Manchmal ist es unmöglich, Speck bei der Produktion zu verwenden – sei es aus religiösen oder finanziellen Gründen oder, weil man einfach das Fett sehen, aber nicht als tatsächlichen Bestandteil in der Wurst haben möchte.
Vor diesem Hintergrund hat Wiberg die Alternative FE Visible Fat entwickelt. Sie kommt beispielsweise in Halal-Produkten zum Einsatz, also jenen Speisen, die nach islamischem Recht erlaubt bzw. zulässig sind, oder in magerer Putenwurst, die kaum Fettanteile enthält, aber nicht mager aussehen soll. Der Speckersatz wird jedoch auch dann verwendet, wenn Qualitätsspeck für die Herstellung einfach zu kostspielig ist.
Der Liebhaber von Wurst- und Fleischwaren ist ein eher konservativer Konsument, d. h. er kauft und isst gerne Produkte, die ihm schmecken und konstant gleich aussehen. Um diese Gewohnheit selbst bei verändertem Essverhalten bedienen zu können, produziert die Lebensmittelindustrie beispielsweise fettarme Produkte oder solche, in denen das Fett komplett ersetzt wurde, die aber das gleiche Aussehen und Geschmacksprofil wie herkömmliche Wurstwaren haben. Für letzteres ist vorwiegend die jeweilige Würzung verantwortlich, die bei den meisten Endprodukten im Mittelpunkt steht. Die Hauptanwendungsgebiete von FE Visible Fat sind Brühdauer- und Brühwurstprodukte wie Krainerwürstchen und Mortadella oder aber auch Rohwurstprodukte, beispielsweise Salami. Allerdings gilt es bei der Verwendung in Rohwurstprodukten zu beachten, dass das Abtrocknungsverfahren modifiziert bzw. angepasst werden muss, da eine Salami mit dem Speckersatz schneller abtrocknet als eine ohne. Zudem gibt es speziell für die Rohwurst noch die Produktvariante FE Visible Fat G, wobei das G für grey steht, da die reinweiße Version zu leuchtend aussehen würde.
Auch in magerer Geflügelwurst kann FE Visible Fat verwendet werden, um die „Speck-Optik“ zu erzielen. Der Grund: In Geflügelwurst dient hauptsächlich die Haut als Fettlieferant. Aufgrund ihrer weichen Konsistenz ist sie nicht als „Sicht-Fett“ geeignet. Daher müssen Ersatzprodukte wie FE Visible Fat zum Einsatz kommen, um dieselbe Optik wie bei Schweinefleischprodukten zu erzeugen.
Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist die Produktion von Käseersatz für Wurstwaren. Da FE Visible Fat geschmacksneutral und weiß ist, dient es hierbei lediglich als Grundlage und muss mit Aromen, Farbstoffen sowie verschiedenen Ölen angepasst werden. Normalerweise wird es mit Rapsöl verarbeitet, da es kaum Eigengeschmack aufweist und leicht zu beziehen ist. Grundsätzlich spricht aber auch nichts gegen einen Einsatz anderer Pflanzenöle wie Sonnenblumen- oder Olivenöl – im Gegenteil, die Verwendung von kostbaren Ölen steigert die Wertigkeit des Produkts.




