Wittenstein alpha, seit Januar 2013 selbst Mitglied der EHEDG (European Hygienic Engineering & Design Group), hat bereits seit mehreren Jahren Getriebe in korrosionsbeständigen Varianten im Portfolio. In der jüngeren Vergangenheit war ein klarer Trend zu höheren hygienischen Anforderungen erkennbar. Dieser gestiegene Anspruch war der Auslöser für die Entwicklung einer Getriebebaureihe im Hygienedesign. Für Branchen wie z. B. die Herstellung, Verarbeitung und Verpackung von Fleisch- und Wurstwaren, von Molkereiprodukten, von Pharmazeutika oder von medizinischen Sterilgütern bieten die Antriebseinheiten im Hygienedesign völlig neue konstruktive Ansätze und Lösungen. Produktions- und Verpackungsanlagen in diesen Branchen werden, wenn sie im Nassbereich zum Einsatz kommen, komplett so ausgelegt, dass sie häufigen und intensiven Reinigungs- bzw. Desinfektionszyklen standhalten. Gleichzeitig müssen sie zuverlässig der Bildung von Keimen und bakteriellen Verunreinigungen durch Produkt-reste oder Flüssigkeits- bzw. Kondensatrückstände entgegenwirken und so Produktrisiken vermeiden.
Um einheitliche und wirksame Konstruktionen zu ermöglichen, wurde im Jahr 1989 die EHEDG gegründet – eine Expertengemeinschaft von Maschinen- und Komponentenherstellern, Fachleuten aus der Nahrungsmittelindustrie sowie von Forschungsinstituten und Gesundheitsbehörden. Ihr Ziel ist es, das Bewusstsein für Hygiene bei der Verarbeitung und Verpackung von Nahrungsmitteln zu stärken. Wittenstein alpha hat sich bei der Konstruktion der Hygienedesign-Getriebebaureihe konsequent an den Empfehlungen und Vorgaben der EHDEG orientiert. So weisen die eingesetzten Materialien eine sehr hohe Beständigkeit gegen typische Industriereinigungs- und Desinfektionsmedien auf. Konstruktiv ist das Gehäuse zudem konsequent hygienegerecht ausgeführt: Es besitzt keinerlei Toträume oder Spalten, in denen sich Bakterien oder Mikroorganismen einnisten könnten. Die glatten, abgerundeten Kanten sowie die leicht reinigbare Geometrie unterstützen das vollständige Ablaufen der Reinigungs- bzw. Desinfektionsmedien nach dem Einwirken und Abspülen. Die koaxialen Planetengetriebe erfüllen diese Anforderungen unter Berücksichtigung der relevanten gesetzlichen und normativen Grundlagen.
Für das Umfeld der hygienischen Produktion, Verarbeitung und Verpackung gilt ein relativ klarer Wirkungszusammenhang: Wo es keine Keimbildung gibt, gibt es auch kein mikrobiologisch verursachtes Produktrisiko. Dieser Kausalität folgend, legen zum einen die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG und die Empfehlungen bzw. Vorgaben der EHEDG wichtige Grundlagen hinsichtlich der Notwendigkeit und der Ausgestaltung des hygienischen Designs von Maschinen- und Automatisierungskomponenten fest. Darüber hinaus geben Normen, Richtlinien und gesetzliche Vorgaben den rechtlichen Rahmen für die Entwicklung und Inverkehrbringung hygienegerechter Produkte vor. Bereits bei der Entwicklung von Hygienedesignprodukten wie der Getriebebaureihe greifen die Gestaltungsanforderungen, wie sie in der B-Norm DIN EN ISO 14159:2008-07 für Maschinen mit Hygienerisiken generell und in der C-Norm DIN EN 1672-2:2005+A1 speziell für Nahrungsmittelmaschinen festgelegt sind. Die gesetzlichen, hygienerechtlichen Vorgaben, die neben der Maschinenrichtlinie und den EHEDG-Empfehlungen bei der Markteinführung und Inverkehrbringung von Produkten maßgeblich sind, sind die VO 1935/2004/EG über Materialien und Gegenstände, die bestimmungsgemäß mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Wittenstein alpha hat dies alles bei der Entwicklung und Herstellung der hygienegerechten Planetengetriebe in vollem Umfang berücksichtigt und industriegerecht umgesetzt. Entstanden ist eine intelligente Antriebslösung, die durchgängig hygienisch aufgebaut ist und dabei auch betriebs-, reinigungs- und wartungstechnische Anforderungen berücksichtigt.




