Alle reden von Sportification, also davon, dass man Lebensmitteln ein sport- und gesundheitsförderndes Image verpasst. Wird sich dieser Trend durchsetzen oder eine Eintagsfliege bleiben?
Julien Bonvallet: Ein Profi-Fußballer macht Werbung für Molkereiprodukte und ein Extremsportler für einen Energydrink. Schokoriegel erscheinen mit einer Proteinfüllung nun gesund und funktionell, genau wie Milchdrinks, die mit Mineralstoffen angereichert sind. Ob es nun um eine reine Marketingmaßnahme für bestehende Produkte oder tatsächlich um eine neue Rezeptur geht – die Industrie hat damit bei den Verbrauchern einen Nerv getroffen. Profisportler und Ernährungsexperten mögen diesen Ansatz nicht teilen. Und ambitionierte Freizeitsportler wiederum wünschen sich maßgeschneiderte Produkte, die gut in den Alltag zu integrieren sind und beim Training unterstützen.
Sport und eine entsprechende Ernährung haben inzwischen viel mit Lifestyle zu tun. Woher kommt dieser Hype?
Bonvallet: Sport ist einfach ein idealer Ausgleich zu den vielen sitzenden Tätigkeiten im heutigen Arbeitsleben. Deshalb wachsen die Mitgliederzahlen in Fitnessstudios ebenso wie die Zahl der Aktivitätstracker und Gesundheits-Apps auf den Handys. Weitaus wichtiger ist, dass Sport, kombiniert mit gesunder Ernährung, zu einem sozio-ökonomischen Statussymbol geworden ist: Ich trainiere nicht nur, sondern ich teile meine Erfolge auf Social-Media-Plattformen mit anderen. Das spornt an, das Training zu intensivieren. Und hier kommt dann auch die Sportlernahrung wieder ins Spiel.
Welche Produkte wünschen sich ambitionierte Freizeitsportler?
Bonvallet: Sie wünschen sich Produkte, die verschiedene Wirkstoffe intelligent miteinander kombinieren, sodass sie den unterschiedlichsten Anforderungsprofilen gerecht und vom Körper bestens verwertet werden sowie leicht einzunehmen sind.
Gibt es derartige Produkte bereits auf dem Markt?
Bonvallet: Ja. Beispielsweise Produkte auf Basis von Kollagenpeptiden, die vor dem Sport einzunehmen sind und Verletzungen vorbeugen, indem sie Sehnen und Gelenke auf die erhöhte Belastung vorbereiten. Erhältlich sind auch Nahrungsergänzungsmittel, die Antioxidanzien wie den Mikronährstoff Ubiquinol oder das aus Algen gewonnene Astaxanthin enthalten. Beide werden für ihre positive Wirkung auf die Herzgesundheit und die Haut geschätzt. Studien zeigen, dass sie auch die Muskeln während und nach dem Sport unterstützen können.




