Rund 30 % der weltweit produzierten Stärke kommen in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz. Weitere 30 % werden in modifizierter oder verzuckerter Form in der Getränke- und Süßwarenindustrie verwendet. Prognosen zufolge wird der Bedarf an Stärke und Stärkederivaten in den nächsten Jahren steigen. Eine wichtige Rolle bei der Aufbereitung dieser Stoffe spielen Mischer.
Der Gesamtverbrauch an Stärke in Europa liegt bei ungefähr 12 Mio. t, wobei die jährliche Steigerungsrate 2 % beträgt. In den USA nimmt der Verbrauch an Stärke pro Jahr um 4 % zu, in Südamerika um 4,5 % und in Asien sogar um 7 % pro Jahr.
Soll die Stärke oder das Stärkederivat als Pulver in den Markt gelangen, bestehen die großen verfahrenstechnischen Herausforderungen in der Fest-Flüssig-Trennung. Dies geschieht im ersten Schritt mechanisch in horizontal drehenden Schälzentrifugen oder vertikal drehenden Separatoren. Die Trennung erfolgt aufgrund der unterschiedlichen Dichte zwischen Wasser und Feststoff. Als nächster Prozessschritt schließt die thermische Trocknung an. Hier kommen meist Konvektionstrockner wie Stromtrockner, Ringtrockner oder auch Mahltrockner zum Einsatz. Das Wasser wird von heißer Luft ausgetragen, wobei die feuchte Stärke pneumatisch verwirbelt und gefördert wird.
Trocknen unter Vakuumbedingungen
Für die schonende Trocknung hochwertiger Derivate wie Traubenzucker eignet sich beispielsweise der Vakuum-Kontakt-Mischtrockner von Amixon. Sämtliche Flächen des Apparates sind erwärmt. Wird das Vakuum auf 200 mbar Absolutdruck justiert, verdampft das Wasser bereits bei 60 °C. Die thermische Belastung ist also sehr niedrig. Die vertikale Bauweise weist zahlreiche Vorteile auf, beispielsweise eine besonders gute Restentleerung sowie eine besonders schonende Verströmung der Güter bei gleichzeitig niedrigen Drehfrequenzen.
Mischer bestimmen den Prozess
Die Lebensmittelindustrie ist ein großer Treiber für die Anwendung und die Weiterentwicklung von Stärkederivaten. Stärke und ihre Derivate werden in der Lebensmittelindustrie vielfältig verwendet, etwa als Additive für Instantnährmittel, als Viskositätseinsteller und Trübungsadditiv für Instantgetränke, zur Steigerung der Cremigkeit bei der Dessertherstellung, zur Konditionierung von Soßen für tiefgefrorene Fertiggerichte, als Basismasse für Oleoresine bei der Aromen- und Gewürzveredelung, als Füllstoff für Geschmacksverstärker oder auch als Additiv für Backmittel.
Für all diese Produkte sind Stärken und Stärkederivate in pulvriger Form unersetzliche Beigaben. Bei der Herstellung einer Pulvermischung ist der Mischer prozessbestimmend. Er muss in kurzer Zeit – ohne die Mischgüter zu erwärmen – eine hohe Mischgüte erzeugen. Dieser Vorgang wird erschwert, wenn die Rezepturen Flüssigstoffe enthalten, was meist der Fall ist. Stärken und ihre Derivate sind in der Regel sehr feindispers, staubend, stauend und schlecht fließend. Als Produkte organischen Ursprungs sind sie zudem mäßig bis besonders staubexplosiv. Zudem neigen sie dazu, an den Mischwerkzeugen und den Wandungen des Mischraumes anzuhaften.




