Um den Erwartungen der Endverbraucher gerecht zu werden, ist nicht allein die Lebensmittelsicherheit während des Herstellungsprozesses von Bedeutung, besondere Aufmerksamkeit gilt ebenso der Qualität der Rohstoffe. Die kontinuierliche Prüfung aller Rohstoffe bei der Warenannahme ist die Voraussetzung für eine konstant hohe Qualität des Endprodukts. Diesem Grundsatz folgt auch die Lebensgarten GmbH. Zur Überprüfung einer definierten Qualität kontrolliert das Unternehmen in einem ersten Schritt alle Rohstoffe. In diesem Zusammenhang entwickelte man ein Verfahren, mit dem mittels Siebanalyse angelieferte Getreideflocken auf Staub- und Feinanteile überprüft werden können. Letztere haben negative Auswirkungen auf die Qualität der Müslimischung und deren Verpackung.
Für Probleme sorgt Staub mit einer Korngröße < 500 μm. Er haftet an den Schweißnähten an und verhindert so ein dichtes Versiegeln der Verpackungen. Ein weiterer negativer Effekt tritt bei der Herstellung von sogenannten Crunchy-Produkten auf. Crunchies sind knusprig gebackene Getreideflockenprodukte, bei denen durch Zugabe von beispielsweise Honig die Zutaten zu einer kompakten Masse verarbeitet und anschließend ausgebacken werden. Je höher der Staubanteil ist, desto fein- poriger und bröseliger wird die Konsistenz der Crunchies.
Um diese negativen Auswirkungen auf die Qualität der Endprodukte zu reduzieren, stellt das Siebanalyseverfahren zur Trennung der Flockenpartie in Einzelfraktionen und eine daraus folgende Qualitätsbeurteilung eine optimale Präventionsmaßnahme dar.
Das Flockengemisch lässt sich in verschiedene Partikelgrößenfraktionen aufteilen. Eine grobe Trennung erfolgt in ganze Flocken, halbe Flocken, Bruchanteil sowie Feinanteil. Die dafür verwendeten Maschenweiten der Siebe haben dabei die Größen 4 mm, 2 mm, 1 mm, 0,5 mm sowie < 500 μm (Siebboden).
Dem reinen Staubanteil von Getreideflocken, der einen besonders negativen Einfluss auf Verpackungs- und Herstellungsprozesse hat, wird die Fraktion < 500 μm zugeordnet. Der Wahl der einzelnen Zeitintervalle für die Prüfsiebungen ging eine Beurteilung der strukturellen Beschaffenheit aller Getreideflocken voraus. Basierend auf der Tatsache, dass Getreideflocken ein fragiler, schnell brüchiger und natürlichen Schwankungen unterliegender Rohstoff sind, wurde ein Zeitintervall von maximal 120 s nicht überschritten.
Für die Feststellung der spezifischen Schwingungsweiten für jede Flockenart, wurde darauf geachtet, dass die Wurfintensität der Flocken nicht zu schwach bzw. zu stark ist. Siebungen mit einer zu schwachen Wurfbewegung lockern die Flocken nur ungenügend auf, der Aussiebungsgrad fällt dementsprechend zu gering aus. Die Einstellung zu hoher Schwingweiten kann dazu führen, dass das leichte Probenmaterial in einen Schwebezustand gerät, wodurch ein Vergleich einzelner Flocken mit den Siebmaschen nicht zustande kommt. Für verschiedene Flocken aus Hafer, Weizen, Roggen, Dinkel oder Gerste wurden anhand ihrer Stabilität Amplituden von 0,9 oder 1,00 mm (instabile Flocken) bzw. 1,5 mm (stabile Flocken) gewählt. Insgesamt konnten für die Getreideflocken auf Basis von experimentellen Siebversuchen vier unterschiedliche Siebprotokolle ermittelt werden.




