Rohrleitungen übernehmen den Transport und die Förderung von Granulaten, Gasen und flüssigen Medien. Dabei ist sicherzustellen, dass der Transport der Medien nicht durch Umwelteinflüsse gestört wird, wie Kondensatbildung beim Transport von Granulaten oder Wärmeeintrag bei der Förderung verflüssigter Gase. Auch kann es sein, dass eine ausreichende Fließfähigkeit erst bei Temperaturen erreicht wird, die oberhalb der Umgebungstemperatur liegen. In diesen Fällen reicht eine einfache Wärmedämmung zur Erhaltung der Mediumstemperatur nicht aus. Eine ergänzende Begleitheizung entlang der Rohrleitung wird zwingend erforderlich. Ein praktisches Beispiel für diese technische Lösung ist die Verarbeitung von Schokolade. Fette, Öle und Kakaorohmasse sind fließfähig und optimal in einem Temperaturbereich zwischen 40 und 55 °C zu verarbeiten. Elektrische Begleitheizungen mit Heizleitungen oder Heizbändern sorgen bei niedrigeren Umgebungstemperaturen für die notwendige, zusätzliche Wärme, um die Fließfähigkeit zu gewährleisten. Andererseits geht es bei den sogenannten tiefkalten Anwendungen darum, die von außen kommende Wärme vom Mediumrohr fernzuhalten. Gelingt dies nicht, entsteht Kondensat auf der Außenhülle der Rohrleitung, das dann gefrieren kann. In allen Fällen ist eine Wärmedämmung erforderlich.
Eine konventionelle Dämmung der Rohrleitung besteht aus drei Konstruktionsanteilen: dem Mediumrohr, der thermischen Isolierung und einem äußeren mechanischen Schutz. Fand bis vor wenigen Jahren noch Glaswolle als thermische Isolierung Anwendung, so ist diese heute vor allem aus Gründen des Gesundheitsschutzes für die Monteure vor Ort durch Steinwolle ersetzt. Die Steinwolle wird vorrangig händisch auf der Oberfläche des Mediumrohres aufgelegt. Zumeist als Rohrschalen aus Gewebematerial oder in Form von Steinwollematten/-streifen. Die Dichte der Steinwolle und damit die Dicke der Dämmschicht hängen sehr stark von der Erfahrung des Handwerkers und der Qualität des Dämmwerkstoffes ab. Im Ergebnis, so zeigt es die langjährige Erfahrung aus der Praxis, bildet sich oftmals eine schwankende Dämmdichte. Diese wirkt sich durch unterschiedliche Wärmeverluste und eine ungleichmäßige Wärmeverteilung entlang des Rohres aus. Dies kann zu Ausdehnungsvorgängen in Längsrichtung des Rohrs führen. Beeinflusst wird das Maß der Ausdehnung durch die spezifischen Materialeigenschaften der einzelnen beteiligten Werkstoffe. Unterscheiden sich die Werte sehr stark, kann es zu Verschiebung und ungleichmäßiger Verteilung des Isoliermaterials führen.
Die Wärmedämmung über dem Mediumrohr wird durch eine metallene Außenhülle geschützt. Dabei ermöglicht eine Auswahl aus unterschiedlichen Werkstoffen, wie Edelstahl, galvanisiertes Blech oder eine Alu-Zink-Legierung die Anpassung an die Umgebungsbedingungen. Die Verbindung der Abschnitte aus genannten Werkstoffen erfolgt im Regelfall über Schraubverbindungen. Begehbar ist die konventionelle Rohrkonstruktion in aller Regel nicht. Versuche, solche Rohrleitungen als Steighilfen zu benutzen, enden zumeist in verbeulten Außenmänteln und abgerissenen Schraubverbindungen zwischen den Blechabschnitten. Folge sind Undichtigkeit und das Eindringen von Feuchtigkeit.




