Seit 1996 produziert Agrano im Werk in Riegel am Kaiserstuhl unter der Marke Bioreal Bio-Hefe für die Backbranche, die Lebensmittelindustrie und den Naturkostfachhandel. Damit lassen sich Bio-Backwaren zu 100 % aus ökologischen Zutaten herstellen. Die Produktionsstätte, deren dritte Ausbaustufe 2019 erfolgreich abgeschlossen wurde, arbeitet mit Fermentationstechniken, die Sterilfilter von Donaldson nutzen.
Im Jahr 1995 begann die Produktion der Bioreal-Bio-Hefe auf einer Pilotanlage. Bereits kurze Zeit später reichte die Kapazität der Anlage nicht mehr aus, da die Nachfrage schneller als erwartet anstieg. 1996 wurde die Agrano GmbH & Co in Riegel am Kaiserstuhl gegründet und eine neue industrielle Anlage gebaut, die bis heute die Verfügbarkeit der etwa 60 Bioreal-Hefeprodukte im Markt gewährleistet – von Frischhefe über Trockenhefe und Hefeextrakt bis zu kundenspezifischen Produkten. Diese Bio-Hefe unterscheidet sich vor allem durch die verwendeten Rohstoffe von der konventionellen Hefe. Dazu Geschäftsführer Ralf Bredenhöller: „Wir haben den traditionellen Weg auf Getreidebasis wiederbelebt und verwenden ausschließlich Verbandsware aus Deutschland und Österreich. Auf den Einsatz von Chemikalien wird gänzlich verzichtet. Das können wir tun, weil wir weltweit die einzige Hefefabrik sind, die steril fermentieren kann.“
Marc Pflimlin, Leiter der Produktion bei Agrano, ergänzt: „In einer Nährlösung aus biologischem Getreide und sauberem Quellwasser werden ausgewählte Hefestämme gezüchtet. Alle eingesetzten Mikroorganismen und Rohstoffe sind garantiert GVO-frei. Die Fermentation erfolgt ohne chemische Zusätze und als Entschäumer wird Bio-Sonnenblumenöl eingesetzt. Das Waschen der Bioreal-Bio-Hefe ist nicht notwendig. Zur Sterilisation wird Wasserdampf eingesetzt, Desinfektionsmittel sind überflüssig.“
Die Hefeproduktion unter sterilen Bedingungen beginnt im Labor. Dort wird eine bei -80 °C eingefrorene patentierte Agrano-Hefezelle herangezüchtet, die nach einem mehrere Tage dauernden Vermehrungsprozess im Erlenmeyerkolben als Starter für den folgenden produkt- bzw. kundenspezifischen Fermentationsprozess eingesetzt wird.
Produktionsleiter Pflimlin: „Nur die strenge Einhaltung der Hygiene- und Sterilisationsvorschriften bei jedem einzelnen Produktionsschritt – Herstellung des Bio-Nährmediums, Sterilisation, Fermentation und Ernte − erlauben es, unsere Bio-Produkte vor jeglicher mikrobiologischer Gefahr zu schützen. Dabei müssen wir uns besonders auf die Filtrationstechnik verlassen.“
Nach Inbetriebnahme der dritten Ausbaustufe laufen parallel drei Produktionslinien mit jeweils drei Fermentationsstufen: Kultur 1 (100-l-Fermenter), Kultur 2 (3-m³-Fermenter) und Kultur 3 (75-m³-Fermenter). Diese drei Schritte laufen im Fed-Batch-Verfahren ab.




