Rheinsberg ist eine Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg am Rhin, etwa 90 Kilometer nördlich von Berlin. Der Hauptort und die 17 Ortsteile sind staatlich anerkannte Erholungsorte. Touristisches Highlight ist neben dem höchsten Leuchtturm (22 m) an der Mecklenburger Seenplatte das Rheinsberger Schloss, in dessen Park die Quelle für die knapp zwei Kilometer entfernte Abfüllung der Preussenquelle entspringt.
Vor acht Jahren ergab ein geologisches Gutachten, dass sich unter der Region Rheinsberg eigentlich ein Thermalwasservorkommen befinden müsse. In 170 m wurde die Bohrung im Schlosspark auch fündig, nach oben sprudelte ein hervorragendes Wasser. „Nur ganz schwach, aber dennoch ausgewogen mineralisiert, kaum salzig und mehrere Tausend Jahre alt, gelagert in teilweise eiszeitlichen Gesteinsschichten. Unser Wasser ist sehr ähnlich den Wässern aus hohen Gebirgslagen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz – das ist erstaunlich für die Region um Berlin“, erzählt Geschäftsführer Frank Stieldorf. Er stieß nach Stationen bei den Bio-Fruchtsäften Voelkel und Rabenhorst im vergangenen Jahr zur Preussenquelle. „Die Gesellschafter unseres Brunnens sind die Inhaber des Naturkosthandels Terra in Berlin, auch dort sieht man Mineralwasser eben nicht als billiges Pfennigprodukt für den Discounter, sondern als unser wichtigstes Lebensmittel. Wasser hat für uns einen extrem hohen Stellenwert und den wollen wir ihm mit unseren Glasflaschen und der gesamten Ausrichtung und Positionierung Ausdruck geben“, so Stieldorf.
Nachdem das Wasser die ersten Jahre noch mit Hand abgefüllt und etikettiert wurde, entschlossen sich die Inhaber, eine moderne, vollautomatische Abfüll-Linie zu bauen. Im Juni 2014 stellte man den alten Betrieb ein, goss einen neuen Boden, errichtete darauf eine isolierte Halle und drei Monate später nahm die neue High-Tech-Linie ihren Betrieb auf, die komplett auf Öko-Strom setzt. Abgefüllt (auch aus einer mittlerweile zweiten Bohrung) werden ausschließlich Glasflaschen: für die Marke „Preussenquelle“, die es nur in der Gastronomie gibt, sind es weiße 250-, 500- und 750-ml-Bordeaux-Flaschen, für die Marke „Theodor“ (benannt nach dem Rheinsberg-Fan Fontane) sind es weiße 0,5- und 1-l-Schlegelflaschen. Beide Marken gibt es als stilles und leicht karbonisiertes Medium-Wasser.
Was sofort auffällt, das sind die für einen Mineralbrunnen extremen Hygienevorschriften, nur mit Haube und Kittel sowie nach penibler Reinigung von Händen und Schuhen, ohne jeglichen Schmuck oder Uhr, darf man in die Produktionshalle. „Unser stilles Wasser ist so exzellent und doch so anfällig für Verunreinigungen – die wollen wir unter allen Umständen vermeiden. Mit Alkohol, Kohlensäure oder Fruchtsäften kann man vieles auffangen, doch stilles Wasser, das ist die Königsdisziplin!“, meint Stieldorf. Er ist davon überzeugt, dass es ein Unding ist, Wasser quer durch Europa zu karren, „wo es das beste Wasser doch direkt vor der Haustüre gibt. Wir wollen unser Wasser daher in der Region Brandenburg bis Berlin verkaufen.“




