Gewachsene Strukturen bedeuten aus planerischer Sicht oft das eine: Die Produktionflächen sind genauso wie die für Lager, Verwaltung oder Forschung und Entwicklung in kleineren Einheiten über das gesamte Areal verstreut. Das Ergebnis dieses „Wildwuchses“ sind äußerst komplexe Material- und Personenflüsse sowie Doppelstrukturen. Organisches Wachstum ist oftmals also gleichbedeutend mit: Die existierenden Strukturen und Prozesse sind ineffizient und damit ist das Flächenpotenzial des Grundstücks bei weitem nicht ausgeschöpft.
Der Masterplan dreht die chaotische Logik des organischen Wachstums in einen strukturierten, zukunftsgerichteten Prozess um. Er zeigt auf, welche Entwicklungspotenziale an einem Standort möglich sind. Meistens ist es wirtschaftlich sinnvoll, diese Entwicklungspotenziale in einzelnen Bauabschnitten darzustellen. Die intelligente Etappierung der Umsetzung verteilt die Investitionen auf einen längeren Zeitraum und ermöglicht es, bei laufendem Betrieb zu bauen.
Ausgangspunkt des Masterplans sind die strategischen Ziele, die ein Unternehmen verfolgt. Der Zeithorizont liegt dabei im Bereich von etwa zehn Jahren. Die strategischen Ziele können unter anderem neue Produkte, die Standorterweiterung, eine Standortverlagerung oder aber die Standortzusammenführung im Rahmen einer Konsolidierung sein. Auf dieser Grundlage werden die Leitsätze oder Leitplanken des Masterplans aufgestellt. Steht die Erweiterbarkeit beispielsweise im Fokus, zeigt der Masterplan die entsprechenden Potenziale eines Grundstücks auf. Auf diesem Wege lässt sich ebenso eine Standortzusammenführung auf eine verlässliche Basis stellen. Ist einem Unternehmen wiederum die Flexibilität sehr wichtig, analysiert der Masterplan die optimale Platzierung neuer Produktionszellen.
Ein zentrales Element des Masterplans bildet die sinnvolle Führung der Materialflüsse. Alle Wege für Produkt, Hilfs- und Betriebsmittel, Rohstoffe sowie der Entsorgung werden in diesem Zusammenhang analysiert. Zweiter Aspekt sind gerade in der Lebensmittelindustrie die Hygieneanforderungen. Drittens werden die Transportwege auf dem Grundstück zu Wareneingang und Warenausgang optimiert, aber auch die Wegeführung der Mitarbeiter von den Parkmöglichkeiten zu ihren Arbeitsplätzen. Anhand dieser Eckdaten werden im nächsten Schritt alle Abläufe und Prozesse so gestaltet, dass sie im gewählten Zeithorizont wirtschaftlich, zukunftssicher und nach den geforderten Standards zertifizierbar sind. Schließlich antizipiert der Masterplan den Bedarf an baulichen Maßnahmen und deren Positionierung im Gesamtkonzept.
Bevor ein Masterplan für einen Standort angegangen wird, sind im Zuge einer Gegenüberstellung mindestens zwei Szenarien zu untersuchen: Einerseits wird der Ausbau des bestehenden Standorts betrachtet. Der Gegenpol ist eine theoretische Standortverlagerung „auf die grüne Wiese.“ Die „grüne Wiese“ ist dabei so etwas wie das Ideallayout, das die nachfolgenden drei wichtigen Aspekte aufzeigt:




