Clemens Schmitt und Michael Theilig
Beim Fördern und Einrühren von Feststoffen in Flüssigkeitsvorlagen treten in der Praxis besonders folgende Probleme auf:
- Hygroskopische oder staubexplosionsgefährdende Pulver oder Granulate
- Bildung von schwer zu lösenden Agglomeraten, wenn Feststoff beim Einrühren in den Behälter aufschwimmt
- Staubbildung beim Eintrag durch einen Behälterstutzen – dieser Staub kann sich an den feuchten, aber nicht umspülten Behälterwänden ablagern und von Zeit zu Zeit in die Flüssigkeit fallen
Für sich allein betrachtet sind sowohl der C-Stromstörer von Pfaudler wie auch der ProClean Conveyor von Hecht Spezialisten auf ihrem Gebiet: der C-Stromstörer beim Einmischen und der ProClean Conveyor beim Fördern. Verbindet man jedoch beide Systeme, kann man wertvolle Synergieeffekte nutzen.
Der ProClean Conveyor (PCC) ist ein pneumatisches Fördersystem, das mit vielen unterschiedlichen Herausforderungen des Schüttguttransports zurecht kommt. Die Funktionsweise des PCC ist – analog zu anderen Vakuumförderern – vom Prinzip her die eines Staubsaugers. Mit Hilfe einer Vakuumpumpe wird ein Unterdruck erzeugt und somit das Produkt aus einem festen oder flexiblen Schüttgutbehälter angesaugt. Das System ist komplett geschlossen, sodass auch unter Ausschluss von Sauerstoff (inert) gefördert werden kann.
Durch die Produkteintrittsklappe gelangt das Produkt-Gas-Gemisch in den Abscheidebehälter. Die feinen Staubpartikel werden am Ringfilter abgeschieden. Ist der Abscheidebehälter des PCC gefüllt, erfolgt der Produktaustrag und die Abreinigung des Filters. Zur Entleerung kann die Produktaustrittsklappe des PCCs mit dem Stutzen des C-Stromstörers verbunden werden, um das Produkt in einen emaillierten Rührbehälter einzumischen.
Das Besondere am ProClean Conveyor ist sein spezieller Filterkopf. Dieser ist frei von Anschlüssen und beinhaltet das Ringfiltersystem. Der Ringfilter besitzt eine große Oberfläche und hat nur einen geringeren Widerstand, um eine hohe Förderleistung zu erreichen. Darüber hinaus ist er in verschiedenen Ausführungen und Materialien erhältlich und auch zu einem Doppelfiltersystem ausbaubar. Dabei werden prinzipiell zwei Ringfilter übereinander gesetzt. Während über einen der beiden Produkt angesaugt wird, kann der andere abgereinigt werden. Durch den Doppelfilter wird das Abreinigungsgas direkt abgesaugt und nicht in den nachgelagerten Behälter gedrückt. Folglich ist dort die Staubentwicklung geringer und es wird keine zusätzliche Entstaubungseinrichtung benötigt.
Je nach Anwendung kann eine Flugförderung bis hin zu einer produktschonenden Pfropfenförderung erzielt werden. Gerade Letztere verhindert schon im Vorfeld, dass das Produkt entmischt oder dessen Struktur zerstört wird.




