Die Kernfrage bei der Auswahl einer Siebmaschine ist immer: Welche Aufgabe soll die Maschine für welches Produkt übernehmen? Auch die Beantwortung der Frage, wo die Siebmaschine eingesetzt wird, hat unmittelbaren Einfluss auf die am besten geeignete Siebtechnologie. Um für alle Prozessstufen und unterschiedliche Anforderungen jeweils optimierte Siebmaschinen anbieten zu können, hat Allgaier ein breites Maschinenspektrum aus Vibrationssiebmaschinen VTS, VRS und Vibrall und Taumelsiebmaschinen TSM und tsi entwickelt. Große Durchsätze, saubere Trennschnitte, hohe Siebgüte, große Flexibilität und niedrige Lebenszykluskosten zeichnen diese Siebmaschinen aus.
Die Partikelgrößenverteilung eines Siebguts ist eine wichtige Größe für die Auswahl des Siebsystems. Im Zusammenhang mit den benötigten Produkten hängt hiervon die Festlegung der Maschenweite, die Zahl der Siebdecks oder auch die Notwendigkeit einer Vorsiebung ab. Aus diesen Parametern, dem angestrebten Durchsatz und den Produktparametern werden die Siebtechnologie und der benötigte Durchmesser der jeweiligen Siebmaschine ermittelt. Für die drei völlig unterschiedlichen Siebaufgaben – Fraktionierung, Schutzsiebung, Entstaubung – lässt sich eine erste Entscheidungshilfe aus der Relation von Korngröße zu benötigter Siebmaschenweite ableiten. So ist beim Schutzsieben in der Regel die Maschenweite größer als die mittlere Partikelgröße. Entscheidender Prozessparameter ist hierbei ein hoher Durchsatz. In der Fraktionierung ist die Maschenweite jeder Siebstufe ungefähr gleich der mittleren Partikelgröße der Zielfraktion. Hier ist der wichtigste Prozessparameter die Siebgüte. In der Entstaubung ist die Siebmaschenweite in der Regel sehr viel kleiner als die mittlere Partikelgröße. Hierbei ist eine wirkungsvolle Desagglomerierung wichtig, damit aus dem Partikelhaufwerk der Feinstaubanteil effektiv abgetrennt werden kann.
Vibrationssiebmaschinen werden überwiegend ein- bis dreistufig für unkomplizierte Fraktionieraufgaben, Schutz- oder Kontrollsiebungen, aber auch für Entstaubungs- oder Entwässerungsaufgaben eingesetzt. Für die Klassifizierung in saubere Partikelfraktionen verschiedener Korngrößen ist immer eine mehrstufige Siebung nötig. Hierfür sind Taumelsiebmaschinen wegen ihrer hohen spezifischen Leistungsdichte ideal geeignet. Völlig lastunabhängig führen diese eine niederfrequente, fein einstellbare dreidimensionale Taumelbewegung aus. Das zentral von oben dem Siebdeck zugeführte Siebgut wird spiralförmig über das Sieb nach außen gefördert. Das Siebgut hat somit in Relation zur geringen Maschinengröße einen sehr langen Siebweg. Im mittleren Bereich wirkt das Siebdeck wie ein Plansieb. So wird vermieden, dass das Siebgut durcheinandergeworfen wird und sich gegenseitig abreibt. Das Siebgut hat Zeit, sich entsprechend der Korngröße zu schichten, und wandert gleichzeitig vom Mittelpunkt spiralförmig nach außen. Am äußeren Rand des Siebdecks wirkt dann die höchste Vertikalbeschleunigung auf das Siebgut. Dies begünstigt ein sehr genaues Absieben. Bei Mehrdecker-Maschinen wird dieser Vorgang von Siebdeck zu Siebdeck wiederholt. Jede Kornfraktion legt dadurch systembedingt den gleich langen Siebweg zurück. Das ist der entscheidende Schlüssel zu hohen Siebgüten mit geringem Fehlkornanteil. Diese Vorteile werden durch ein hohes Maß an Flexibilität ergänzt, denn mit den Taumelsiebmaschinen kann ein Anlagenbetreiber verschiedene Produkte auf einer Maschine fraktionieren.




